10. Mai 2011
Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats. In den meisten Fällen verläuft sie chronisch.
Zum menschlichen Zahnhalteapparat (Parodont) gehören das Zahnfleisch, der Zahnhals, der Kieferknochen, die Wurzelhaut und das Wurzelzement. Kommt es zu einer Entzündung des Zahnhalteapparats, spricht man von Parodontitis oder Parodontose.
Der Begriff Parodontose ist für Erkrankungen des Zahnhalteapparats noch immer weit verbreitet, jedoch fachlich nicht korrekt, da dabei ein Knochenabbau ohne Entzündung gemeint ist, der jedoch so gut wie nie vorkommt. Daher sprechen Zahnmediziner von einer entzündlichen Parodontitis.
In 95 Prozent aller Fälle verläuft eine Parodontitis chronisch. Meist beginnt sie im mittleren Erwachsenenalter. Zu Zahnverlust kommt es oftmals erst im hohen Alter oder auch gar nicht. Nach Karies ist die Parodontitis die am häufigsten vorkommende Munderkrankung. Als wichtigste Ursache für eine chronische Parodontitis gilt mangelnde Mundhygiene, die die Entstehung von Plaque (Zahnbelag) zur Folge hat. Zusammengesetzt wird Plaque vor allem aus Bakterien, Nahrungsresten und speziellen Speichelbestandteilen. Während die Bakterien den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker verdauen, geben sie Säuren ab. Diese Säuren schädigen jedoch den Zahnschmelz und können Karies oder eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) verursachen. Bleibt der Zahnbelag auf den Zähnen und kommt es zur Einlagerung von Mineralien, hat dies die Bildung von Zahnstein zur Folge, der wiederum zur Förderung des Prozesses führt. Schließlich wird auch der Zahnhalteapparat durch die chronische Entzündung geschädigt und es entsteht eine Parodontitis. Dabei bildet sich zuerst eine so genannte Zahnfleischtasche. Wird auch der knöcherne Anteil des Zahnhalteapparats in Mitleidenschaft gezogen, besteht die Gefahr, dass eine Knochentasche entsteht, in der sich Zahnbelag einlagert. Schreitet der Prozess bis zur Wurzelspitze fort, lockert sich schließlich der Zahn.
Zahnbelag gilt zwar als Hauptursache für eine chronische Parodontitis, es gibt jedoch noch weitere unterstützende Faktoren. Dazu gehören Mundatmung, die zur Austrocknung der Schleimhäute führt, zähflüssiger Speichel, allgemeine Erkrankungen wie Leukämie, AIDS, Morbus Crohn oder Diabetes mellitus, Allergien sowie erbliche Faktoren und Tabakkonsum. Eine chronische Parodontitis schreitet meist nur langsam voran. Zu größeren Schäden kommt es erst nach einer gewissen Zeit. Zuerst beginnt die Parodontitis mit einer Zahnfleischentzündung. Diese macht sich durch Anschwellen des entzündeten Zahnfleisches, Rötungen und etwas Zahnfleischbluten beim Zähneputzen bemerkbar. Schmerzen treten in den meisten Fällen nicht auf. Mögliche Symptome, die auf eine Parodontitis hindeuten, sind freiliegende Zahnhälse, Eiterausfluss aus den Zahntaschen, Mundgeruch, Veränderungen der Zahnstellung und gelockerte Zähne. Im schlimmsten Fall kommt es zum Ausfall des betroffenen Zahns.
Um eine chronische Parodontitis festzustellen, nimmt der Zahnarzt mit einer speziellen Sonde eine Messung der Zahntaschen vor und beurteilt das Zahnfleisch. Darüber hinaus bestimmt er die Festigkeit der Zähne. Durch eine Röntgenuntersuchung lassen sich zudem mögliche Knochendefekte feststellen.
Als wichtigste Maßnahme zur Behandlung einer chronischen Parodontitis gilt die komplette Entfernung der auslösenden Zahnbeläge. Zu diesem Zweck erfolgt eine professionelle Zahnreinigung, bei der weiche und harte Plaques über dem Rand des Zahnfleisches entfernt werden. Des Weiteren versorgt der Zahnarzt defekte Zähne und entfernt Bakterien und Beläge aus den Zahnfleischtaschen. Nach zwei bis drei Wochen wird das Ergebnis kontrolliert. In schweren Fällen können auch der Einsatz von Antibiotika zur Bekämpfung von Bakterien oder ein operativer Eingriff zur Entfernung der Plaques nötig sein.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
22.04.12 | |
![]() | PARODONTOSE |
01.04.12 | |
![]() | PARODONTOSE |
19.03.12 | |
![]() | PARODONTOSE |
12.02.12 | |
![]() | PARODONTOSE |
20.01.12 | |
![]() | PARODONTOSE |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Parodontose Forum

