Unterkieferspeicheldrüse könnte Aufschluss auf Parkinson geben - neues Einsatzgebiet der Biopsie

Medizineforscher wollen durch die Biopsie eine frühere Diagnose des Leiden möglich machen

Von Cornelia Scherpe
16. Januar 2013

Eine Biopsie ist oft wichtig, um eine gesicherte Diagnose zu bekommen. Dabei wird dem Patienten Gewebe aus einem funktionierenden Organ entnommen und anschließend im Labor untersucht. Ein neues Anwendungsgebiet der Biopsie könnte in naher Zukunft die Speicheldrüse im Unterkiefer werden.

Biopsien zur Früherkennung

Eine Studie hat ergeben, dass man bei der Analyse einer solchen Probe Hinweise darauf bekommen kann, ob der Patient an Parkinson leidet. Morbus Parkinson wird oft erst dann diagnostiziert, wenn die für das Auge sichtbaren Symptome aufgetreten sind. Doch dann ist das Leiden schon weiter fortgeschritten, was eine Behandlung schwieriger macht. Es ist daher im Sinne der Mediziner, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen und dafür könnten nun Biopsien ins Spiel kommen.

Studie zur Parkinsondiagnostik

In den USA entnahm man im Rahmen der Studie den Probanden Gewebeproben aus der Speicheldrüse des Unterkiefers. Die Neurologen haben dabei festgestellt, dass sich im Gewebe von Parkinson-Patienten sogenannte Alpha-Synuclein nachweisen lassen. Diese kennt man bereits, denn sie lassen sich auch im Gehirn von Menschen mit Morbus Parkinson finden.

Bisher dachte man allerdings, dass sich diese Ablagerungen auch ausschließlich im Hirn finden lassen, doch dem ist offenbar nicht so. Dies lässt die Forscher schlussfolgern, dass die Biopsie der Speicheldrüse ein gutes Diagnosemittel werden könnte.

Insgesamt konnte immerhin bei neun von elf Parkinson-Patienten die bereits vorher gestellte Diagnose mit der Biopsie bestätigt werden.

Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen

Das Verfahren ließ sich recht sicher anwenden, allerdings erfuhren die Patienten teilweise Nebenwirkungen. So bekam ein Patient vorübergehend eine geschwollene Wange und bei einem anderen entzündete sich der Hals.