Test auf Parkinson: Ersetzt ein Bluttest das Entnehmen von Rückenmark-Flüssigkeit?

Alternative zur Lumbalpunktion - Protein NfL im Blutbild als Marker für Parkinson

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion
Wissenschaftlerin mit Mundschutz und blauen Schutzhandschuhen hält ein Blutproben-Teströhrchen

Morbus Parkinson kann in der frühen Phase der Erkrankung bisher nur schwer diagnostiziert werden. Bildgebende Verfahren bringen nur unzureichende Informationen und die Alternative - eine Entnahme von Rückenmark-Flüssigkeit - ist für Patienten sehr unangenehm. Seit längerer Zeit arbeiten Forscher daher an einer Alternative zur Lumbalpunktion, die sich jetzt in ersten Studien beweisen durfte: ein Bluttest.

An der Studie nahmen 504 Erwachsene aus Schweden und Großbritannien teil. Sie litten alle an Parkinson und dienten damit als Kontrolle für die Zuverlässigkeit des Bluttests. Man entnahm jeder Testperson eine Probe und führte im Labor die Blutanalyse durch.

Der Test suchte nach dem Protein NfL ("Neurofilament light chain Protein"). NfL konnte bisher nur in Rückenmark-Flüssigkeit nachgewiesen werden, doch seit 2016 weiß man, dass der Marker auch im Blut vorhanden ist. Tatsächlich fand die Studie das Eiweiß in 82 Prozent der Fälle.

Niedrigere Sensitivität und Spezifität bei frühem Krankheitsstadium

Die Sensitivität, also die Rate der positiven Testergebnisse bei vorhandener Krankheit, liegt damit recht hoch. Die Spezifität, also die Rate der negativen Ergebnisse bei wirklich Gesunden lag bei 91 Prozent.

Diese Ergebnisse sind bereits vielversprechend, doch für die Forscher noch nicht ganz zufriedenstellend. Sahen sie sich die Patienten an, deren Diagnose noch am jüngsten war und bildeten eine Untergruppe, sank die Genauigkeit des Tests auf 70 (Sensitivität) und 80 Prozent (Spezifität).

Die Aussagekraft der Blutanalyse wird also schlechter, je früher das Krankheitsstadium ist. Daran wollen die Forscher noch arbeiten, damit in wenigen Jahren die Frühdiagnose von Parkinson allein mit einem Bluttest möglich ist.

Eine zudem interessante Beobachtung der Studie: Die Menge des Proteins war vor allen bei Patienten mit atypischen Parkinsonsyndrom besonders hoch und erlaubte eine sichere Diagnose. Warum die NfL-Konzentration in diesem Fall so stark steigt, ist noch unklar.

Passend zum Thema

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Erstellt am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • Bildnachweis: close up of scientist holding test tube in lab © Syda Productions - www.fotolia.de

Weitere News zum Thema

Parkinson

Hirnschrittmacher für Zwangserkrankte

Der in der Behandlung des Morbus Parkinson (Schüttellähmung) erfolgreich eingesetzte Hirnschrittmacher wird für die Therapie von besonders sch...