sternBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Hallo zusammen.
Nach einer zweiten Fraktur ohne grosse Gewalteinwirkung hab ich meine Knochendichte messen lassen und hab nen relativ schlechten Wert (T-2,8) rausbekommen.
Weiß jetzt gar nicht was auf mich zu kommt und das macht mir Angst. Die Untersuchungen wegen der Ursache laufen noch, fest steht nur, dass ich Vitamin D Mangel habe. Ich nehme jetzt Calzium und Vitamin D Tabletten ein und hoffe, dass das was bringt.
Ich bin berufstätig und habe zwei kleine Kinder. Ich kann mir gesundheitlich keine Einschränkungen erlauben, wenn ich öfters krank sein sollte verliere ich meinen Job.
Wer hat auch Osteoporose und kann mir was zum Verlauf, Therapien und gesundheitlichen Einschränkungen sagen? Ich habe von Medis gelesen, die helfen sollen, den Abbau zu verringern. Kann sich dann wieder eine bessere Dichte aufbauen? Und was ist mit den Nebenwirkungen? Sind die selten oder hat man die praktisch immer, wenn man solche Medikamente nimmt?
Kann man die Krankheit heilen? Oder stoppen? Oder schreitet sie trotz allem fort?
Bin echt ein bisel verzweifelt. Würde mich über viele Antworten freuen.
Danke schon mal, Stern
MinjaswolkeBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Hallo stern,
ich bin auch ganz neu hier und sehr froh, auf deinen Beitrag gestoßen zu sein. Bei mir ist es genau das gleiche...Bin 30, war vor kurzem zum ersten Mal (rein zufällig!) bei der Knochendichtemessung und habe schlechte Werte raus bekommen (T-Score -2,5). War erstmal total überrascht, hätte damit nicht gerechnet, denn habe keinerlei Beschwerden. Der Arzt sagte mir, ich sollte mir erstmal keine allzu großen Sorgen machen, in 6 Monaten müsste man erstmal nachmessen. Man sollte es aber schon im Auge behalten, da der Wert für ein so junges Alter wohl wirklich auffällig ist. Ich bin jetzt ganz schön in Sorge, habe im Internet viel recherchiert und teilweise abschreckende Geschichten gelesen. Ich kann überhaupt nicht einschätzen, ob jetzt übrhaupt etwas ähnliches auf mich zu kommt oder nicht.
Würde mich freuen, wenn wir in Kontakt blieben...
liebe Grüße
Minjaswolke
NormaBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Hallo Stern, ich kann dir nur empfehlen, das habe ich von einer betroffnen Person erfahren, dass sie a viel gelaufen ist, b viel Sauerkrautsaft getrunken hat und auch den Mut geschult hat. Vielleicht hilft dir das Buch "Was Krankheiten uns sagen" von Dr. E. Müller-Kainz. Es ist wichtig, die seelische Ursache herauszufinden, denn alles andere kann nicht wirklich helfen. Probiere es aus und finde deinen Weg, der für dich gerade wichtig ist. Viel Erfolg!
Es ist je nach Verlauf ganz unterschiedlich, mit was für Beschwerden und Einschränkungen man rechnen muss. Kommt auch ein bißchen darauf an, ob und wie schnell man den Knochenabbau stoppen kann bzw. den Knochen wieder aufbaut. Wenn sowieso ein Vitamin D-Mangel festgestellt wurde, sollten wenigstens 1000 I.E. Vitamin D verabreicht werden. Wobei es durch die zwei Osteoporosebedingte Frakturen sicherlich auch vertretbar wäre, ein Bisphosphonat zu verschreiben, was eben den Knochenabbau verringert. Nebenwirkungen können Probleme mit dem Magen sein, wobei es sie auch als Infusion/Spritze gibt. Verschweigen sollte man sicherlich auch nicht, das es bei Bisphosphonaten zur Kiefernekrose kommen kann, was aber sehr selten ist und in dem Alter und ohne Langzeittherapie und Vorerkrankungen eigentlich ausgeschlossen werden kann. Wichtig ist auch sich ausreichend zu bewegen, der Knochen braucht Belastung, um optimal zu "arbeiten".
Stoppen kann man die Krankheit sicherlich, ob sie in dem Sinne heilbar ist, hängt auch davon ab, was den Knochenabbau nun eigentlich verursacht.
sternBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Danke für eure Antworten!
@minjaswolke: Wie gehts bei dir jetzt weiter? Wird nur abgewartet?
@norma: Danke für den Buchtip, das werd ich mir mal anschauen. Sport mach ich regelmässig, hauptsächlich Krafttraining für den Rücken, weil ich letztes Jahr schon nen Wirbelbruch hatte. Und laufen muss ich schon automatisch wegen meiner Kids :-)
@robinson76: Danke für die Infos. Ich nehme Kalzium und Vitamin D Tabletten. Und warte auf nen Termin im Juli bei ner Endokrinologie. Mal sehen, was da rauskommt.
Meine Hauptangst ist, dass ich mir was breche und wieder länger ausfalle. Das würde mich meinen Job kosten und damit meine ganze Existenz gefährden.
Was habt ihr bisher für Erfahrungen gemacht?
LG, stern
MinjaswolkeBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Hallo Stern,
ja, ich werde jetzt erstmal abwarten wie der Arzt gesagt hat, und bin dann sehr gespannt auf die Folgemessung in ein paar Monaten. Bisher bin ich noch relativ entspannt, da ich ja noch keinerlei Beschwerden habe. Aber es beunruhigt mich natürlich schon alles ganz schön, auch was du von dir schilderst...
Ich werde in der nächsten Zeit einfach mal das übliche tun, d.h. viel Calcium essen, viel an die Sonne gehen, evtl. Vigantoletten zusätzlich nehmen usw. Ich weiß nicht, was ich sonst tun könnte!
Beunruhigt bin ich auch durch die Tatsache, dass geringe Knochendichte bei jungen Leuten wohl darauf zurückzuführen ist, dass sich die Knochendichte bisher einfach nicht ausreichend aufgebaut hat. Im höheren Alter ist ja vor allem der Abbau der Knochenmasse das Problem. Ich frage mich nun, ob es möglich ist, die fehlende Knochenmasse noch aufzubauen! Habe gelesen, dass dies normalerweise in den ersten 3 Lebensjahrzehnten passiert. Sollte bei uns ja also eigentlich abgeschlossen sein! Irgendwie versteh ich das alles nicht...Beim nächsten Mal muss ich beim Arzt genauer nachfragen. Oder vielleicht weißt du schon etwas mehr darüber Bescheid?
Es tut mir sehr leid, dass die Arbeit bei dir ein solches Problem darstellt. Wie kann es sein, dass du dort nicht krank sein darfst? Bist du nicht angestellt?
Viele Grüße,
Minjaswolke
sternBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Hallo Minjaswolke!
Ich hab auch tausend Fragen im Kopf. Leider kann mir keiner eine Antwort darauf geben. Vier versch. Menschen hab ich befragt. Ein Orthopäde hat Panik gemacht und gemeint, meine Knochendichte wär ne Katastrophe und er ist sich nicht sicher, ob ich dagegen behandelt werden könnte, weil nicht alle Medis hier zugelassen sind. Das hat mich verwirrt, aber mittlerweile weiss ich, dass die Medis, die den Knochenabbau hemmen, oft erst für Frauen nach den Wechseljahren zugelassen sind.
Meine Hausärztin meint,man kann die Knochen natürlich wieder aufbauen, mit speziellen Medikamenten, aber das sollte man abwägen, da diese starke Nebenwirkungen haben können.
Meine Physiotherapeutin meinte, Knochen können generell nicht mehr aufgebaut werden, man könne nur den Abbau stoppen und mit Sport eine stärkere Muskulatur aufbauen, die die schwächeren Knochen schützt.
Und der Arzt, der die Knochendichtemessung ausgewertet hat, meinte, alles kein Problem, man muss nur rausfinden, was die Osteoporose ausgelöst hat und dann kann man was dagegen unternehmen und alles wird wieder gut.
So, daraus hab ich mir meine subjektive Meinung gebildet:
1. Jeder Mensch ist anders und bei jedem schlägt eine Behandlung, wenn sie erfolgt, anders an.
2. Ärzte sind keine Hellseher und schon gar keine allwissenden Götter. Sie sind auf ihr Fachgebiet geschult und geben das weiter, was sie gelesen und evtl.an Erfahrungen gesammelt haben. Im Endeffekt können sie nicht vorhersehen, wies weitergeht. Zumal bei jungen Menschen Ostoeporose eher selten ist.
3. Die Medikamente, die den Knochenabbau stoppen haben Nebenwirkungen, sind nicht alle für junge Menschen zu empfehlen und geben keine Garantie, dass sich die Knochen wieder aufbauen.
4.Das einzige, was wir tun können, ist positiv denken, unser Leben geniessen, Sport treiben, aktiv bleiben, auf unsere Ernährung achten und abwarten, was die Ärzte sagen.
Im Endeffekt weiss doch kein Mensch, wie esmit ihm weitergeht. Man könnte morgen schon einen Unfall haben oder einen geliebten Menschen verlieren und das Leben wär auf einen Schlag anders. Niemand weiss, wie lange er lebt und wie lange er gesund bleibt. Was uns von diesen Menschen unterscheidet, ist, dass wir wissen, dass mit uns was nicht stimmt und Angst haben. Manchmal ist es nicht gut, zu viel zu wissen.
Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass deine nächste Messung besser ausfällt und du weiter beschwerdefrei bleibst. Wie wurde bei dir eigentlich gemessen?
Würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben könnten.
LG, stern
sternBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Achso, wegen Job: doch, ich bin angestellt, aber erstmal nur für ein Jahr. Und ich bin sowieso auf dünnem Eis, weil ich Alleinerziehend bin und durch die Kids mal öfters ausfallen könnte. Was mir rechtlich zusteht spielt dabei keine Rolle. Die brauchen keinen Grund nennen, um meinen Vertrag nicht zu verlängern. Der läuft einfach aus... Ist mir schonmal passiert, als ich wegen einem Bruch drei Monate nicht arbeiten konnte. Die Zeit vorher waren meine Kids ständig krank. Da war ich dann öfter "kindkrank". Ging einfach nicht anders. Und der Bruch hat mir dann vollends sozusagen das Genick gebrochen. In meiner neuen Stelle war ich jetzt auch schon ein paar mal krank u.a. eine Woche, wegen einem Bruch. Sind keine guten Prognosen. Ich steh ziemlich unter Druck und darf mir echt nix mehr erlauben.
LG, stern
Mal gleich als erstes Angemerkt, das ich unabhängig vom Alter sicher nicht der "Normalfall" des Osteoporosekranken bin. Bei mir wurde Osteoporose 1995
festgestellt, da war ich 19. Hatte in der Folgezeit jede Menge Brüche (Wirbel, Hüfte, Oberschenkel, Schulter, etc.) teils nach Stürzen, teilweise aber
auch nach geringfügigeren Belastungen. Mein Problem war insofern, das man die ganze Sache in den ersten Jahren nicht zum Stoppen gebracht hat und ich
infolge der vielen Immobilität sehr Sturzgefährdet war. Sofern ich irgendwie eine Sache halbwegs überstanden hatte kam das nächste. Seit 2006
glücklicherweise nichts mehr gebrochen, seit dem viiieel Sport und seit dem geht es gesundheitlich auch wieder Bergauf. War über 12 Jahre mehr oder
weniger immer mit Gehstützen unterwegs, auf die kann ich jetzt Gottseindank wieder verzichten. Medikamentös hab ich einiges durch, zuerst Calcitonin,
dann jahrelang Bisphosphonate, zwischendurch mal nur ein hochdosiertes VitaminD-Metabolit, Parathormon, dazu natürlich immer Kalzium und Vitamin D.
Aktuell wieder Bisphosphonat, hochdosiertes Vitamin D und (wenig) Kalzium.
Es stimmt im Grunde, das die meisten Osteo-Medis für Frauen in/nach den Wechseljahren zugelassen sind, aber es gibt auch Ausnahmen. Und wie schon in
einem früheren Beitrag geschrieben, gerade wenn schon Brüche waren, sollte auch die Möglichkeit bestehen, ein Bisphosphonat zu verschreiben, was nach
Studienlage immer noch die beste Medikation ist, den Knochenabbau zu verhindern. Wahrscheinlich wird man aber erst einmal das Ergebnis des
Endokrinologen abwarten. Das Problem ist eben auch, das die ganze Knochenaufbaugeschichte eine ziemlich langwierige Sache ist, Kontrolldichtemessungen
lohnen sich frühestens nach einem halben Jahr. Dadurch kann es mitunter eine Weile dauern, bis das gewünschte Ergebnis zustatten kommt. Natürlich sollte man auch auf die Ernährung achten und ein ganz wichtiger Aspekt ist wie schon gesagt die sportliche Betätigung. Aber in manchen Fällen kommt man zumindest zum Anfang eben um eine medikamentöse Behandlung nicht herum, denn die erste Devise ist nun mal, weitere Brüche zu verhindern.
MinjaswolkeBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Hallo Stern,
ich hatte die ganze Woche so viel zu tun...
Versuche aber auch, dem Thema Osteoporose ein bisschen aus dem Weg zu gehen, denn wann immer ich mich damit beschäftige, recherchiere usw. mache ich mich doch nur verrückt. Es ist genauso wie du schreibst, man weiß sowieso nicht, was passiert und muss nur hoffen, dass man gut weg kommt und die Ärzte gute Ideen haben. Da bei mir ja wie gesagt noch keinerlei Beschwerden da sind, kann ich das eh noch nicht so richtig glauben. Ich werde in den nächsten Monaten einfach leben wie zuvor, dann wieder die Messung machen, und erst dann wirklich weiter sehen.
Mit den Messverfahren kenne ich mich überhaupt nicht aus! Wäre ich nicht ganz zufällig zur Messung gegangen, hätte ich mich damit auch in den nächsten Jahren nicht beschäftigt. Ich lag jedenfalls auf einer Liege und über mir war ein Gerät installiert, die Messung erfolgte auf jeden Fall mit Laser. Gemessen wurde an 3 Stellen: Hüfte rechts, Hüfte links, Lendenwirbelsäule. Ich hab dann insgesamt 3 Ergebnisblätter bekommen, wo mein t-score Wert jeweils in einem Diagramm eingezeichnet war. Da kann man dann sehen, ob der Wert im grünen, gelben oder roten Bereich liegt. Bei mir einmal im roten Bereich, zweimal genau auf der Grenze zwischen gelb und rot.
Kannst du mit meiner Beschreibung was anfangen?
Ich hoffe, ansonsten ist alles gut bei dir was die Arbeit betrifft. Das ist wirklich ne blöde Situation. Hatte mein Freund auch so ähnlich letztes Jahr, da hatte er irgendeine Immunschwäche und war ständig mehrere Wochen krank, und das bei nem befristeten Vertrag. Er hat sich große Sorgen gemacht! Zum Glück war der Arbeitgeber verständnisvoll, mittlerweile hat er einen unbefristeten Vertrag! Vielleicht hast du Glück, und bei dir läuft es ähnlich. Wünsch dir alles Gute...
Liebe Grüße!
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