19. April 2011
Osteoporose tritt vor allem bei Frauen auf. Doch auch Männer können an Knochenschwund erkranken.
Osteoporose oder Knochenschwund ist eine im Alter auftretende Erkrankung der Knochen. Dabei verlieren die Knochen ihre Festigkeit, wodurch es leichter zu Brüchen kommt.
Allein in Deutschland sind knapp 5 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Besonders groß ist die Anzahl der erkrankten Frauen. In erster Linie leiden Frauen nach den Wechseljahren unter Knochenschwund. Doch auch bei Männern tritt die Erkrankung immer häufiger auf.
Mit steigendem Lebensalter nimmt die Dichte der Knochen ab, was ganz natürlich ist. Bei Osteoporose ist der Knochenabbau jedoch unnormal. Dadurch werden die Knochen so instabil, dass sie sich verformen und leichter brechen. Am häufigsten von Frakturen oder Verformungen betroffen sind die Knochen der Arme, der Wirbelsäule und des Oberschenkelhalses. Darüber hinaus besteht die Gefahr von spontanen Knochenbrüchen ohne einen erkennbaren Grund. Unterschieden wird bei Knochenschwund zwischen einer primären Osteoporose und einer sekundären Osteoporose.
Obwohl auch zahlreiche ältere Männer unter Osteoporose leiden, tritt die Erkrankung bei Frauen wesentlich häufiger auf. Das liegt vor allem daran, dass die männlichen Knochen größer und dadurch stärker belastbar sind. Außerdem kommt es bei Frauen durch die Menopause zu einem größeren Abbau der Knochenmasse. In jüngeren Jahren treten Knochenbrüche bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Dies ändert sich jedoch ab einem Alter von 50 Jahren. So kommen Knochenfrakturen bei älteren Menschen eher bei Frauen als bei Männern vor. Mit zunehmendem Alter steigt allerdings auch das Risiko bei Männern, sich Knochenbrüche am Oberschenkelhals, Radius oder an den Wirbelkörpern zuzuziehen. Die Folgen eines osteoporotischen Knochenbruchs sind für Männer meist schlimmer als für Frauen. So liegt das Sterberisiko bei Männern nach einem Hüftbruch bei 10–14 Prozent.
Die Ursachen für eine Osteoporose beim Mann sind sehr unterschiedlich. Bei etwa 60 Prozent der Krankheitsfälle handelt es sich um eine sekundäre Osteoporose. Das heißt, dass der Knochenschwund durch eine andere Grunderkrankung hervorgerufen wird. Gründe können ein Überschuss an Glucokortikoiden, eine verminderte Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron (Hypogonadismus), Erkrankungen des Verdauungstrakts oder der Leber sowie übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sein. Bei 30–40 Prozent der männlichen Osteoporose-Patienten kann jedoch überhaupt keine erkennbare Ursache festgestellt werden.
Für die Behandlung von Osteoporose gibt es verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört vor allem die Zufuhr von Kalzium und Vitamin D, um das Risiko von Knochenfrakturen bei altersbedingtem Knochenschwund zu senken. Vor allem bei älteren Menschen besteht häufig eine Unterversorgung mit Kalzium. Daher verabreicht man Kalzium und Vitamin D als Basistherapie. Außerdem werden so genannte Bisphosphonate gegeben, die dem Abbau der Knochen entgegenwirken und gleichzeitig die Knochendichte erhöhen. Um einem osteoporotischen Bruch des Oberschenkelhalses zu verhindern, empfiehlt sich der Einsatz eines Hüftprotektors. Wird der Knochenschwund durch eine andere Erkrankung verursacht, muss auch diese behandelt werden.
Zur Vorbeugung von Osteoporose gelten bei Männern ähnliche Prinzipien wie bei Frauen. So sollten die Risikofaktoren, die zu Knochenschwund führen, minimiert werden. Empfohlen wird dazu, auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium zu achten, indem man regelmäßig Fisch, Milch und Milchprodukte zu sich nimmt. Auch ausreichend Bewegung und der Verzicht auf den übermäßigen Konsum von Alkohol und Nikotin sind wichtig.
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