27. August 2007
(pgk) Die Auswirkungen einer Neurodermitis sind vielfältig und belasten die betroffenen Familien zumeist sehr. Das ganzheitliche Konzept der Neurodermitis-Schulung bietet den Patienten Unterstützung in ihrer Krankheits- und Lebenssituation sowie individuelle Lösungsansätze.
Unerträglicher Juckreiz, rote, nässende Hautentzündungen, Juckanfälle in der Nacht, die die ganze Familie auf den Beinen halten. Die atopische Dermatitis, umgangssprachlich als Neurodermitis bezeichnet, geht "unter die Haut". Es handelt sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die die Lebensqualität der Betroffenen so stark einschränken kann wie Rheuma oder Diabetes. Auch die sozialen Folgen können beträchtlich sein. Besonders Kinder leiden häufig unter dem weithin sichtbaren Ausschlag und den Hänseleien von Mitschülern wie auch unter der daraus oft entstehenden Isolation. In Deutschland sind mittlerweile 10 bis 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen betroffen. Die Erkrankung stellt sowohl die jungen Patienten als auch ihre Familien vor große Herausforderungen und Unsicherheiten: Welches ist die richtige Behandlung? Gibt es Lebensmittel, die gemieden werden müssen? Wie kann die Familie mit der Belastung fertig werden? Die persönlichen Krankheitsauslöser müssen gefunden und in einer ganzheitlichen Therapie berücksichtigt werden. Die vielen Fragen und Bedürfnisse der Betroffenen können in der ärztlichen Sprechstunde oftmals nicht aufgefangen werden.
Um diesem Engpass zu begegnen, hat das Bundesministerium für Gesundheit Ende der 1990er Jahre eine Konsensuskonferenz zur Neurodermitisschulung ins Leben gerufen. Die daraus hervorgegangene "Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung" (AGNES) hat ein Konzept zur Schulung von Eltern, Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis entwickelt. Mittlerweile wird das AGNES-Schulungsprogramm fast flächendeckend in Deutschland angeboten.
Ziel der Schulung ist es, die Betroffenen umfassend zu informieren, Lösungsansätze aufzuzeigen und den eigenverantwortlichen Umgang mit der Krankheit zu stärken. Konkrete Hilfen für den Alltag werden vorgestellt, neue Verhaltensweisen eingeübt. Die Schulungsteilnehmer erarbeiten sich ein Grundwissen in verschiedenen Themengebieten, zum Beispiel Allergien, Hautcremes, Ernährung, Selbsthilfegruppen bis hin zur Stressbewältigung. So soll die Neurodermitis für die Betroffenen "beherrschbar" werden und die Lebensqualität wieder steigen.
Die Patientenschulung ist ein wesentlicher Baustein einer wohnortnahen Rehabilitation. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Das Schulungsteam setzt sich zusammen aus einem Arzt/einer Ärztin, einem Psychologen/einer Psychologin sowie einer Ernährungsfachkraft. Die Qualifizierung des Teams erfolgt in einer Trainerausbildung durch die Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung.
Informationen zum Schulungskonzept, den Schulungsorten sowie zur Trainerausbildung sind im Internet unter www.neurodermitisschulung.de zu finden.
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