15. April 2010
Von Viola Reinhardt
Vielen Menschen geht es nach dem Essen gar nicht so gut. Während die einen mit einem Blähbauch oder Bauchschmerzen reagieren, zeigt sich bei anderen ein heftiger Durchfall, eine Übelkeit oder gar ein Hautausschlag. Tritt das nur ab und zu auf, dann sind diese Beschwerden recht harmlos, allerdings wendet sich hier das Blatt, wenn sie immer wieder auftreten. Ist das der Fall, dann kann man davon ausgehen unter einer Lebensmittelunverträglichkeit zu leiden, die auf bestimmten Ursachen basiert und sich nur doch ein konkretes verändertes Essverhalten wieder in den Griff bekommen lässt.
Spüren Sie eine Übelkeit, ein anhaltendes Aufstoßen, ein Völlegefühl und Blähungen oder auch Bauchkrämpfe und Durchfall nach dem Verzehr von Milch und deren Produkten, könnte es sich um eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) handeln. Bei dieser Unverträglichkeit liegt ein Mangel an dem Laktase-Enzym vor, was dazu führt, dass der Organismus den in Lebensmittel befindlichen Milchzucker nicht aufspalten und folglich verdauen kann. Hier hilft es folglich nur auf Nahrungsmittel mit Milchzucker weitestgehend zu verzichten, laktosefreie Produkte zu kaufen oder in der Apotheke ein Medikament zu besorgen, das das fehlende Enzym ersetzen kann.
Ähnliche Beschwerden wie bei der Milchzuckerunverträglichkeit treten auch bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) auf, wobei sich hier sehr häufig ergänzend eine Müdigkeit, eine Gewichtsabnahme oder auch ein Hautausschlag einstellt. Gluten ist ein Getreideeiweiß, das in vielen Brotsorten, Mehlprodukten oder auch Fertigwaren und Bindemitteln sowie Stabilisatoren und Emulgatoren vorkommt. Der Dünndarm reagiert auf diese Klebereiweiß mit Abwehrreaktionen, die die gerade genannten Beschwerden auslösen. Auch hier hilft nur eine gezielte und folglich glutenfreie Ernährung, wobei zahlreiche Hersteller inzwischen ihre Produkte auch als glutenfrei produzieren und dieses auch auf den Verpackungen gesondert deklarieren.
Liegt eine Histaminintoleranz vor, dann treten neben Hautrötungen, Migräneanfällen, einem schnellen Pulsschlag sowie Kopfschmerzen und Atemwegsprobleme auf. Histamin zählt zu den Hormonen, die sich besonders oft in Lebensmitteln mit einer langen Reifung befinden. Hierzu gehören unter anderem Käse, Salami oder auch Rotwein und führt bei Menschen mit einem Fehlen des Enzyms Diaminoxidas, auch kurz als DAO bezeichnet, zu den beschriebenen Symptomen. Der Verzehr von möglichst unbearbeiteten und frischen Nahrungsmitteln, sowie bestimmte Kapseln aus der Apotheke, die das fehlende Enzym ersetzen, lassen die Beschwerden sehr gut abklingen und auch präventiv eingrenzen.
Bleibt am Ende noch die Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker zu nennen. Auch diese beinhaltet ähnliche Symptome wie zum Beispiel bei einer Milchzuckerunverträglichkeit und basiert auf der Tatsache, dass der Zucker im Dünndarm nicht verwertet werden kann und ungehindert in den Dickdarm gelangt. Dort beginnt ein Gärungsprozess, der neben Durchfällen, einem Völlegefühl oder auch Bauchweh durchaus heftige Krämpfe im Unterleib auslösen kann. Die Einschränkung der Verzehrmenge von Obst, und hier besonders beispielsweise fruchtzuckerreiche Sorten wie Birnen, Trauben, Pflaumen oder Äpfel, hilft bereits sehr gut, diese körperliche Reaktion in Schach zu halten und somit auch zu einer Beschwerdefreiheit zu gelangen.
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