Nagelbettentzündung - Stechender Schmerz rund um den Nagel: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Entstehung einer Nagelbettentzündung und wie man sie erkennen und behandeln kann

Ob Fingernägel oder Fußnägel, wenn eine Nagelbettentzündung auftritt, bedarf es einer sorgfältigen Behandlung, denn auch das umliegende Gewebe kann durch die Bakterien infiziert werden und uf diese Weise kann sich die Entzündung rund um den Nagel ausbreiten.

Frau beim Pflegen der Zehennägel mit einem Wattepad

Krankheitsbild

Gerötetes Nagelbett, Schwellungen des Nagelbetts und klopfende bis stechende Schmerzen sind Anzeichen für eine Nagelbettentzündung (auch (Par)Onychie oder Umlauf genannt). Nach kurzer Zeit entwickelt sich eine eitrige Entzündung und der Schmerz wird immer stärker.

Formen

Doch Nagelbettentzündung ist nicht gleich Nagelbettentzündung und so unterscheiden Mediziner zwischen der so genannten Panaritium parunguale und der Panaritium subunguale. Während die Panaritium paranguale sich durch eine schnell ausbreitende Entzündung der seitlichen und hinteren Haut am Nagel zeigt, zeigt sich die Panaritium subunguale durch Eiter unter dem Nagel und begrenzt auf das Nagelbett.

Häufig wird trotz der Schmerzen und der eindeutigen Entzündungsmerkmale eine Nagelbettentzündung unterschätzt und abgewartet, bis die Nagelentzündung von alleine wieder abheilt. Doch eine nicht oder zu spät behandelte Nagelbettentzündung kann zu Nagelwachstumsstörungen führen.

In Extremfällen kommt es sogar zu einer völligen Abstoßung des Nagels. Doch die Entzündung kann sich sogar in die umliegenden Weichteile sowie auf die Sehnenscheide erstrecken und selbst die Handknochen können durch die bakterielle Entzündung angegriffen werden.

Chronische Nagelbettentzündung

Während für die meisten Menschen eine Nagelbettentzündung eine einmalige Angelegenheit ist, gibt es auch Fälle, in denen die Nagelentzündung chronisch vorhanden ist. Von der chronischen Nagelbettentzündung sind vor Diabetiker betroffen, die vorwiegend an den Fußzehen mit der Nagelentzündung dauerhaft zu kämpfen haben. Doch auch Menschen, die häufig mit Wasser und Reinigungsmitteln in Berührung kommen, leiden immer häufiger an chronischer Nagelbettentzündung. Bei der chronischen Nagelbettentzündung sind oft mehrere Nägel betroffen und so wird die Nagelbettentzündung zum Dauerproblem.

Die gängige Praxis, eine Nagelbettentzündung von selbst abheilen zu lassen, ist nur ungefährlich, wenn die Hautinfektion innerhalb von drei Tagen selbstständig abheilt. Sollte am dritten Tag immer noch eines oder mehrere Entzündungsmerkmale vorhanden sein, ist der Gang zum Arzt unbedingt notwendig. Besonders

  • Menschen mit geschwächten Immunsystem
  • Diabetiker
  • Menschen mit Wundheilungsstörungen und
  • Menschen, die mit Glukokortikoiden behandelt werden,

sollten bei den ersten Entzündungsanzeichen umgehend einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

Wenn an einem Finger oder einem Zeh eine minimale Verletzung besteht, können dadurch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze eindringen und so eine Nagelbettentzündung auslösen. In den meisten Fällen sind Bakterien, so genannte Staphylokokken, in der Wunde zu finden.

Risikofaktoren

Diese minimalen Verletzungen entstehen zum Beispiel, wenn die Finger- oder Zehennägel zu kurz geschnitten werden. Besonders wenn die Zehennägel rund anstatt gerade geschnitten werden, können die Ecken in die Nagelhaut einwachsen, was ebenfalls zu einer Nagelbettentzündung führen kann.

Zu enge Schuhe sind ebenfalls häufig der Grund für eine Nagelbettentzündung an den Zehen. Diabetiker leiden häufig unter einer Nagelbettentzündung an den Zehen, da die Zehen aufgrund der Zuckerkrankheit schlechter durchblutet werden.

Zudem neigen Diabetiker allgemein auch zu Wundheilungsstörungen, was das Eindringen von Krankheitserregern erleichtert. Betroffene, die beruflich oder privat viel mit Wasser oder chemischen Mitteln zu tun haben und bei ihrer Tätigkeit die Hände bzw. Füße nicht schützen (können), neigen ebenfalls zur Bildung einer Nagelbettentzündung.

Verlauf

Normalerweise heilt die Nagelbettentzündung folgenlos aus. Lediglich wenn sie zu spät oder gar nicht behandelt wird, kann eine chirurgische Entfernung des betroffenen Hautbereiches notwendig werden, da sich die Entzündung sonst auf den Körper ausbreiten kann.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung rötet sich die Haut in dem Bereich um den betroffenen Finger- oder Zehennagel herum. Die Stelle wird dick und fühlt sich wärmer an als der übrige Finger bzw. Zeh, was dem Patienten auch Schmerzen bereitet.

Auch ein Juckreiz kann an dieser Stelle auftreten und häufig kommt Eiter aus dem Bereich mit der Nagelbettentzündung. Im Verlauf der Erkrankung wächst der Nagel nicht mehr richtig und kann aufgrund der Entzündung sogar ausfallen.

Die Nagelbettentzündung kann sich auch ausdehnen und dann zu schweren Folgeerkrankungen wie zum Beispiel einer Knochenentzündung führen. Diese Symptome treffen auf die akute Nagelbettentzündung zu.

Chronische Form

Eine Nagelbettentzündung kann auch chronisch sein. Dies kommt zum Beispiel bei Diabetikern vor. Der Unterschied zur akuten Form besteht darin, dass die Patienten kaum Schmerzen verspüren, die Nagelbettentzündung in der Regel an den Zehen vorkommt und meist auch mehrere Zehen gleichzeitig davon betroffen sind.

Diagnose

Wenn ein Patient diese Beschwerden verspürt, sucht er meist seinen Hausarzt oder einen Hautarzt auf. Der Arzt untersucht den betroffenen Finger bzw. Zeh eingehend und kann dann meist bereits die Diagnose Paronychie, Nagelbettentzündung, stellen.

Wenn sich die betroffene Stelle bereits entzündet hat, entnimmt der Arzt in einigen Fällen einen Abstrich davon, um herauszufinden, welche Krankheitserreger in die Wunde gelangt sind. Der Abstrich wird dann unter dem Mikroskop näher untersucht.

Ist die akute Nagelbettentzündung bereits weit fortgeschritten, wird meist noch eine Röntgenaufnahme der Hand bzw. des Fußes angefertigt, um feststellen zu können, ob sich die Entzündung bereits auf die umliegenden Knochen ausgebreitet hat.

Behandlung

Wird die Nagelbettentzündung gleich zu Beginn der Erkrankung erkannt, genügt es, wenn der Arzt eine antiseptische Salbe auf den Nagel und die Haut am Finger bzw. Zeh aufträgt. Der Finger bzw. Zeh wird dann mit einer sterilen Kompresse und einem Verband verbunden.

Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten und es befinden sich Bakterien in der Wunde, so verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Das Antibiotikum bekämpft die Bakterien, so dass sich die Entzündung nicht weiter ausbreiten kann.

Wurde die Entzündung durch Pilze verursacht, verordnet der Arzt ein Pilzmedikament, ein so genanntes Antimykotikum. Helfen diese Maßnahmen nicht, erhält der Patient eine Betäubung und der Arzt muss den Eiter aus der Wunde im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffes entfernen.

Die betroffene Hand bzw. der Fuß müssen nach dem Eingriff mit einer Schiene ruhig gestellt werden. Die Wunde wird einige Zeit lang täglich vom Arzt gereinigt und neu verbunden. Die Patienten müssen den Arm bzw. Fuß schonen, kühlen und am besten hochlagern.

Chronische Form

Hat der Patient eine chronische Nagelbettentzündung, wird diese regelmäßig vom Arzt begutachtet. Der Patient sollte zusätzlich zu einer Fußpflegerin gehen, die Spezialistin für die Pflege der Füße ist. Besonders bei Diabetikern ist dies überlebenswichtig.

Vorbeugung

Um einer Nagelbettentzündung vorzubeugen, sollte man die Nagelhaut nie völlig zurückschieben und wegschneiden, da durch diese Maßnahme leicht Krankheitskeime eindringen können. Beim Kontakt mit Reinigungsmitteln sollte man Handschuhe tragen, die innen möglichst mit Baumwolle ausgekleidet sind, um seine Hände zu schützen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Junge Frau macht Pediküre © Philip Lange - www.fotolia.de

Autor:

Tanja Tasci - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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