Mundkrebs - Ursachen, Symptome und Behandlung

Mundkrebs kann sich an verschiedenen Stellen bilden. Die Diagnose stellt meist der Zahn- oder Hausarzt. Nikotin und Alkohol sind Risikofaktoren für die Entstehung eines Mundkrebses. Wie bei allen anderen Krebserkrankungen auch, bestehen die besten Heilungschancen bei einer frühzeitigen Diagnose.

Die Entstehung von Mundkrebs und wie man ein Mundhöhlenkarzinom erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Mundhöhlenkarzinome sind bösartige Krebsgeschwüre und rangieren unter den ersten zehn Plätzen der Tumorerkrankungen. Etwa 50 Prozent der Tumore entstehen am Mundboden, die Rate für Zungenkrebs oder Lippenkrebs liegt bei rund 20 Prozent.

Waren in früheren Zeiten hauptsächlich Männer ab dem 50. Lebensjahr von bösartigen Mundhöhlentumoren betroffen, erkranken mittlerweile immer mehr Frauen und jüngere Leute. Die Anzahl der Mundkrebserkrankungen nimmt weltweit zu, Gesundheitsexperten sehen den gestiegenen Nikotin- und Alkoholkonsum als vorrangige Ursache.

Ursachen

Mindestens acht von zehn Patienten mit Mundkrebs sind Raucher. Auch die Verwendung von Schnupftabak erhöht das Erkrankungsrisiko um ein Vielfaches.

Trinken Raucher zusätzlich regelmäßig Alkohol, erhöht dies das Risiko für Mundkrebs nochmals. Ein weiterer Risikofaktor für Mundkrebs ist eine schlechte Mundhygiene.

Auch schlechte vitaminarme Ernährung kann dazu beitragen, dass sich ein Mundkrebs entwickelt. Besonders ein Mangel an den Vitaminen A und C kann sich schädlich auswirken.

Prothesenträger, deren Prothese nur schlecht auf dem Zahnfleisch sitzt, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an Mundkrebs zu erkranken. Männer sind von der Krankheit etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen.

Doch noch weitere Faktoren können bösartige Tumore in der Mundhöhle verursachen. Reizungen durch spitze Zahnkanten sowie Entzündungen in der Mundschleimhaut und erhöhen die Tumorwahrscheinlichkeit. Ebenso kommen Pilzinfektionen als Veruracher für ein Mundkarzinom infrage.

Verlauf

Wird der Mundkrebs frühzeitig erkannt und behandelt, bestehen meist gute Heilungschancen. Da die Frühsymptome jedoch von vielen Betroffenen nicht beachtet werden, wird der Mundkrebs häufig erst in einem späteren Stadium diagnostiziert.

Allgemein überleben etwa die Hälfte der Patienten die ersten fünf Jahre nach Diagnosenstellung. Viele Patienten haben bereits Metastasen, wenn die Diagnose Mundkrebs gestellt wird. Dies verschlechtert die Heilungschancen zusehends.

Symptome

Von Mundkrebs spricht man, wenn ein bösartiger Tumor im Bereich

wächst. Die Symptome dieser Krebserkrankung sind vielfältig und unterscheiden sich danach, wo genau der Tumor sitzt. Mundkrebs kann eine Veränderung der Stimme verursachen oder zu einer Kieferschwellung oder einem Taubheitsgefühl im Bereich des Mundes führen. Auch beim Schlucken oder Kauen können die Patienten Beschwerden haben.

Im Bereich des Mundes kann sich der Mundkrebs durch rötliche oder weißliche Flecken äußern. Einige Patienten spüren auch einen Knoten an der Innenseite der Wange. Auch kleine schlecht verheilende Wunden im Bereich des Mundes, die immer wieder bluten, können auf Mundkrebs hindeuten.

Zu den weiteren Anzeichen, die auf Mundhöhlenkrebs hinweisen können, zählen

Auch

  • höheres Fieber
  • Mattigkeit
  • übermäßiger Gewichtsverlust
  • Schwächegefühl und
  • plötzlicher Leistungsabfall

können auf Mundkrebs hindeuten. Allerdings treffen diese Anzeichen auch auf andere Erkrankungen zu. Bei allgemeinen oder spezifischen Krankheitsanzeichen sollte grundsätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden, am besten bei einem Hals-Nasen-Ohren-Facharzt.

Diagnose

Die Diagnose stellt meist der Zahnarzt. Dies geschieht entweder im Rahmen der Routinevorsorgeuntersuchung oder aufgrund konkreter Beschwerden des Patienten. Die weitere Diagnostik findet dann meist bei Fachärzten (unter anderem Mund-Kiefer-Gesichtschirurg) oder in einem Krankenhaus statt.

In jedem Fall wird der Tumor geröntgt und davon eine Gewebeprobe entnommen. Der Patient erhält dazu eine örtliche Betäubung.

Die Gewebeprobe wird anschließend im Labor unter einem Mikroskop untersucht. Können hier Krebszellen in der Tumorprobe gefunden werden, steht die Diagnose Mundkrebs fest.

Um den genauen Umfang des Tumors beurteilen zu können und feststellen zu können, ob dieser bereits Metastasen in anderen Bereichen des menschlichen Körpers gebildet hat, erfolgt eine umfassende weitere Untersuchung. Dazu gehören eine

Im Blut werden die allgemeinen Werte sowie die Tumormarker bestimmt. Diese Tumormarker sind erhöht, wenn der Patient eine Krebserkrankung hat. Jedoch lässt sich daraus alleine nicht ableiten, wo sich der bösartige Tumor befindet.

Behandlung

Wird der Tumor frühzeitig erkannt, entfernen die Ärzte diesen im Rahmen einer Operation. Je kleiner der Tumor noch ist, desto besser kann er operiert werden und das optische Endergebnis ist für den Patienten weitaus besser. Sind bereits Lymphknoten, zum Beispiel im Bereich des Halses, befallen, müssen diese im Rahmen der Operation ebenfalls mit entfernt werden.

Je nachdem, wie groß der Tumor war, erfolgt anschließend eine Strahlentherapie oder auch eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie. Besonders Chemo- und Strahlentherapie haben viele Nebenwirkungen, die jedoch aufgrund des aggressiven Tumors in Kauf genommen werden müssen.

Die Strahlentherapie hat zum Beispiel zur Folge, dass die Zähne leicht kariös werden. Nach der akuten Therapie erfolgt eine umfassende Nachsorgebehandlung, um ein erneutes Krebswachstum zu verhindern.

Vorbeugung

Um einem Mundkrebs vorzubeugen, sollte man auf Nikotin und Alkohol verzichten. Und auch eine regelmäßige Zahn- und Mundpflege gehört zur Vorbeugung des Mundkrebses dazu. Dazu gehört auch die regelmäßige Verwendung von Zahnseide.

Die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sollte man zweimal jährlich durchführen lassen, da der Arzt bereits die Frühsymptome eines Mundkrebses erkennen kann. Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung rundet die vorbeugenden Maßnahmen zur Vermeidung des Mundkrebses ab.

Bürstenbiopsie

Viele Dentisten bieten die Bürstenbiopsie an, ein computergesteuertes Verfahren, dass auch harmlos aussehende Veränderungen erkennt. Sollten sich verborgene Läsionen zeigen, kann der Zahnarzt umgehend Maßnahmen einleiten.

Die Bürstenbiopsie ist nicht schmerzhaft, erfolgt minimalinvasiv und erfordert keine Narkose. Mit dem Verfahren lassen sich auch frühe Entwicklungen eines Mundhöhlenkarzinoms erkennen.

Quellen:

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  • Christoph Wagener, Oliver Müller: Molekulare Onkologie: Entstehung, Progression, klinische Aspekte, Thieme Verlagsgruppe, 2009, ISBN 3131035137
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