Multiple Sklerose - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Krankheit Multiple Sklerose (MS) äußert sich durch verschiedene Symptome. Die Diagnostik ist umfangreich. Genaue Ursachen für die Entstehung der Krankheit Multiple Sklerose sind noch nicht erforscht. Wie die Erkrankung verläuft, ist individuell verschieden.

Die Entstehung der multiplen Sklerose und wie man MS erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die das Zentralnervensystem angreift und im weiteren Verlauf die Hüllen der Nervenfasern sowie die Nervenzellen selbst schädigt und zerstört. Die Autoimmunerkrankung kann eine Vielzahl an Beschwerden auslösen, die auch bei anderen Krankheitsbildern auftreten, wie bei einem Bandscheibenvorfall oder Durchblutungsstörungen. Dadurch wird die Diagnosestellung erschwert und macht aufwändige Untersuchungen erforderlich.

Ursachen

MS tritt in einigen Familien gehäuft auf. Die Veranlagung zur Erkrankung kann vererbt werden, so dass eine Ursache für die Multiple Sklerose der genetische Faktor ist.

Eine weitere Ursache der Erkrankung ist, dass der Körper des Betroffenen eigenes Nervengewebe angreift. Die Multiple Sklerose gehört somit zu den Autoimmunerkrankungen.

Ein Grund für diesen Prozess können Infektionen in der Kindheit sein, gegen die der Körper Antikörper gebildet hat und die nach Jahren gegen körpereigenes Gewebe rebellieren. Auch überstandene Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel eine Erkrankung mit Herpes-Viren oder Chlamydien, kann Jahre später eine Multiple Sklerose begünstigen.

Zudem können Faktoren wie

einen MS-Schub hervorrufen.

Verlauf

Der Verlauf der MS-Erkrankung ist individuell verschieden. Bei vielen Patienten verläuft die Erkrankung in so genannten Schüben. Die Beschwerden treten plötzlich auf und halten Wochen oder Monate an.

Ist der Schub vorbei, bilden sich die Beschwerden fast völlig zurück. Bei jedem Schub bleibt jedoch eine geringe Verschlechterung, so dass sich der Gesamtzustand mit jedem Schub geringfügig verschlechtert.

Bei einigen Patienten verschlechtert sich der Zustand zwar fortschreitend, es treten jedoch keine Schübe auf. Bei einer anderen Form der MS treten anfangs zwar Schübe auf, diese werden jedoch weniger und schließlich treten keine Schübe mehr auf. Die Symptome verschlechtern sich jedoch weiterhin.

Bei einem schweren Verlauf kann es in der Folge eines Schubs plötzlich zu Bewegungsunfähigkeit von Armen oder Beinen kommen. Bei einer dauerhaften Beeinträchtigung sind einige Patienten auf den Rollstuhl angewiesen.

Tritt die Erkrankung in Schüben auf, kann zwischen zwei Schüben eine mitunter beschwerdefreie Zeit von mehreren Jahren liegen. Im Gegensatz dazu gibt es auch einige Patienten mit einer sehr schnell fortschreitenden Erkrankung.

Diese Patienten versterben nach wenigen Jahren. Je besser sich die Symptome nach einem Schub zurückbilden, desto höher ist die Lebenserwartung.

Symptome

Bei jedem Betroffenen äußert sich die Multiple Sklerose anders. Anfangs haben die Betroffenen jedoch meist Gefühls- und Sehstörungen.

Sehstörungen

Die Sehstörungen äußern sich bei den meisten Patienten auf die Art und Weise, dass nur noch wie durch einen Nebelschleier gesehen wird; meist betrifft dies nur ein Auge. Viele Betroffenen sehen auch Blitze vor den Augen oder können die Farben nicht mehr richtig erkennen.

Einige Betroffene sehen die Bilder auch doppelt. Diese Sehstörungen halten wenige Monate an und bilden sich dann meist wieder zurück.

Gefühlsstörungen

Die Gefühlsstörungen treten bei den meisten MS-Patienten auf. Die Patienten haben in den Beinen oder Armen Taubheitsgefühle.

Teilweise empfinden die Betroffenen auch ein Kribbeln. Einige Patienten spüren auch ihre Finger und Zehen nicht mehr vollständig.

Auch Muskellähmungen sind ein Symptom der Multiplen Sklerose. Die Muskeln fühlen sich müde und erschlafft an. Manchmal sind Arme und Beine davon betroffen, manchmal auch nur eine Körperseite.

Fehlender Geschmackssinn und Inkontinez

Einige Betroffene können auch nicht mehr alle Geschmacksrichtungen schmecken oder haben auch Schmerzen im Gesicht. Viele MS-Patienten werden inkontinent und können die Urinausscheidung nicht mehr kontrollieren.

Auch Beeinträchtigungen beim Sprechen oder Gangstörungen können auftreten. Viele MS-Patienten neigen aufgrund der Verschlimmerung der Symptome zu Depressionen und Antriebslosigkeit.

Zu den weiteren möglichen Symptomen zählen

Diagnose

Wenn ein Patient diese Symptome schildert, führt der Arzt eine ausführliche neurologische Untersuchung durch, um den Diagnoseverdacht zu sichern. Dabei erfolgt

  • die Messung von visuell evozierten Potenzialen (VEP), um die Zeit anzuzeigen, die das Gehirn braucht, um die Informationen, die über das Auge aufgenommen werden, zu verarbeiten
  • die Messung von motorisch evozierten Potenzialen (MEP), um bestimmte Regionen im Hirn magentisch zu reizen sowie
  • die Messung von somatosensibel evozierten Potzenzialen (SEP), um bestimmte Nerven elektrisch zu reizen

Der Neurologe führt in jedem Fall ein EEG durch und misst während dieser Untersuchung die Hirnströme. Liegt eine Multiple Sklerose vor, zeigen sich im EEG für die Krankheit typische Veränderungen.

Auch eine Magnetresonanztomografie wird durchgeführt. Selbst wenn der Patient erst einige wenige Symptome bemerkt, kann hier eine MS bereits diagnostiziert werden.

Oftmals wird auch die Gehirnflüssigkeit untersucht. Ergeben sich aus dieser Untersuchung erhöhte Werte, kann dies jedoch auch für andere Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Hirnhautentzündung sprechen. Demzufolge wird die so genannte Liquoruntersuchung nie als alleinige Untersuchung beim Verdacht auf Multiple Sklerose durchgeführt.

Diagnosefindung kostet Zeit

Neue Untersuchungen der Bundesversicherungsamtes lassen vermuten, dass die Anzahl der Multiple Sklerose-Erkrankten in Deutschland auf mehr als 200.000 gestiegen ist. Eine Multiple Sklerose-Erkrankung kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Beschwerden auslösen, deshalb ist die Diagnosefindung sehr aufwändig. Viele andere Erkrankungen rufen die gleichen Anzeichen hervor oder nehmen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Multiple Sklerose nachzuweisen, ist nicht einfach und gleicht einem Puzzlespiel. So können auch psychische Erkrankungen Einfluss auf das Beschwerdebild nehmen und die Diagnosefindung verzögern. Um die "Krankheit der 1.000 Namen und Gesichter" zu erkennen, nutzen Mediziner festgelegte Diagnosekriterien.

Bei der MS treten Entzündungen an verschiedenen Stellen des Zentralnervensystems auf, etwa im Hirn oder im Rückenmark. Rund 50 Prozent der Betroffenen leiden unter Sehstörungen und Gefühlsstörungen, etwa 30 Prozent klagen über motorische Störungen.

Therapie

Ein Medikament zur Heilung von Multipler Sklerose ist noch nicht erhältlich, so dass nur die Symptome behandelt werden können. Je früher die Multiple Sklerose jedoch erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Krankheit in Griff zu bekommen.

Man unterscheidet zwischen

  • Schubtherapie zur Behandlung akuter Schübe
  • Basistherapie zur Dauerbehandlung und Hemmung der Fortschreitung und
  • symptomatischer Therapie zur Behandlung der Symptome.

Im Rahmen der Therapie werden nicht nur die Symptome während eines akuten Schubs behandelt, sondern auch eine Langzeittherapie durchgeführt. Auch in den Phasen zwischen zwei Schüben werden somit Medikamente verordnet.

Bei der Schubtherapie werden dosierte Glukokortikoide, wie etwa Kortison, verabreicht. Bei einem sehr schweren Schub greift man auf eine Blutwäsche zurück.

Im Rahmen der Schubprophylaxe wählt man Medikamente, die die Schwere und Häufigkeit der Schübe lindern. Zu diesen Mitteln zählen

  • Interferone
  • Azathioprin
  • Glatirameracetat sowie
  • intravenöse Immunglobuline.

Patienten, die ein gestörtes Gangbild aufweisen oder Lähmungserscheinungen haben, bekommen meist Krankengymnastik verordnet, um ein weiteres Fortschreiten dieser Symptome zu verhindern. Oft helfen auch Entspannungsübungen, wenn die Patienten sehr niedergeschlagen und depressiv sind oder ein Zittern und Schlafstörungen aufweisen.

Zur Behandlung der begleitenden Symptome kommen mitunter

zur Anwendung.

Ernährungstipps für MS-Patienten

Die Multiple Sklerose ist eine unheilbare Autoimmunerkrankung. Medikamente, die die Patienten heilen könnten, gibt es momentan noch keine.

Trotzdem muss kein Patient tatenlos zusehen, wie die Krankheit voranschreitet. Mit der richtigen Ernährung kann der Krankheitsverlauf durchaus positiv beeinflusst werden.

Normalgewicht durch gesunder Lebensmittel

MS-Patienten sollten darauf achten, dass sie weder über- noch untergewichtig sind. Normalgewicht ist für den Körper das Beste. Und darauf sollte auch die Ernährung ausgelegt sein.

Ballaststoffe sind der Hauptbestandteil des täglichen Speiseplanes. So sollten Betroffene also lieber zum Beispiel Vollkorn-, statt Weißmehlbrötchen essen.

Aber auch Obst und Gemüse sollten täglich gegessen werden, da diese viele wertvolle Vitamine enthalten. Fleisch hingegen sollte nur selten verzehrt werden.

Die Wahl der richtigen Fette

Außerdem sollte man darauf achten, möglichst wenig Fett zu sich zu nehmen. Aber: Fett ist nicht gleich Fett. Beim Kochen sollte auf Butter verzichtet und stattdessen beispielsweise lieber Rapsöl verwendet werden.

Dafür muss mit frischen Kräutern nicht gespart werden. Diese sollten MS-Patienten reichlich verwenden.

Im Rapsöl, aber auch in Fischsorten wie Makrele oder Hering, sind gesunde Omega-3-Fettsäuren enthalten, die neuesten Untersuchungen zufolge im Körper entzündungshemmend wirken. Genau dies macht man sich bei MS-Patienten zunutze.

Daher sollten Patienten, die unter einer Multiplen Sklerose leiden, mindestens zweimal pro Woche Fisch essen. Lebensmittel, die entzündungsfördernd wirken, sollten hingegen soweit möglich vom Speiseplan verbannt werden. Dazu gehören Fleisch, aber auch zum Beispiel das Eigelb.

Fazit

Eine gesunde ausgewogene Ernährung ist für MS-Patienten allemal besser als diverse Diäten, die eine angebliche Heilung der Krankheit versprechen. Das Letzte, was der Körper eines MS-Patienten aber braucht, ist eine Mangelernährung, zum Beispiel weil ausschließlich gluten-, milch- oder bakterienfrei gegessen wird.

Mit der richtigen Ernährung können Patienten aber durchaus erreichen, dass der nächste Schub hinausgezögert wird oder dass er schwächer abläuft als sonst.

Vorbeugung

Da nicht genau bekannt ist, wodurch die Multiple Sklerose entsteht, ist eine Vorbeugung nicht möglich. Je früher die Erkrankung jedoch erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Wer demnach entsprechende Symptome bemerkt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen und gegebenenfalls rechtzeitig mit der entsprechenden Medikamententherapie beginnen.

Im Folgenden geben wir Tipps zur Bewältigung des Alltags mit MS.

Den Alltag mit verschiedenen Hilfsmitteln erleichtern

Die meisten Menschen, die unter der Multiplen Sklerose (MS) leiden, benötigen nur selten spezielle Hilfsmittel, da sie trotz der Krankheit viele Jahre lang mobil bleiben. Andere Patienten sind jedoch auf Geräte, die ihnen den Alltag erleichtern, angewiesen.

Arten von Hilfsmitteln

Das Angebot an Hilfsmitteln zur Bewältigung von Multipler Sklerose ist groß. Als Hilfsmittel gelten allerdings nur Gegenstände, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Die speziellen Hilfsmittel sollen die MS-Patienten dabei unterstützen, ein möglichst selbstständiges Leben zu führen. Im weiteren Verlauf der Krankheit ist es möglich, dass die Beschwerden zunehmen, sodass eine Anpassung an die neuen Bedürfnisse des Patienten erforderlich sein kann.

Zu den wichtigsten Hilfsmitteln gehören der Rollator und der Rollstuhl, die den Patienten bei dessen Fortbewegung unterstützen. So kann ein Rollstuhl sehr wertvoll sein, um beispielsweise einen Ausflug in die Stadt oder ins Grüne zu unternehmen. In manchen Fällen lässt sich ein Rollstuhl auch mit einem Rollator kombinieren.

Des Weiteren zählen Hilfsmittel zum Ausgleich von Funktionsdefiziten (z.B. Bandagen und Orthesen), aber auch solche, die das alltägliche Leben erleichtern, wie zum Beispiel

  • zur Erleichterung der Pflege (Duschstuhl etc.)
  • technische Hilfsmittel (z.B. Funkfernbedienungen, sprachgesteuerte Geräte)
  • Schreibhilfen
  • spezielle Flaschenöffner
  • spezielles Besteck

und viele weitere zu den Angeboten.

Finanzen und Beratung

Ein Problem bei der Auswahl der Hilfsmittel ist, dass der Patient nicht über die volle Entscheidungsfreiheit verfügt, wenn die Kosten von der Krankenkasse oder Pflegeversicherung übernommen werden. So bestimmen die jeweiligen Träger einen bestimmten Maximalbeitrag pro Hilfsmittel.

Alles, was darüber hinaus geht, muss vom Patienten selbst finanziert werden. Damit dieser seinen Handlungsspielraum auch optimal nutzen kann, wird eine Beratung durch

empfohlen. Diese helfen bei der Wahl der passenden Mittel sowie beim Beantragen von Zuschüssen.

Anpassung

Ehe man ein bestimmtes Hilfsmittel verwendet, ist es ratsam, es erst einmal zu testen, damit es gegebenenfalls an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann. So sollte man zum Beispiel bei einem Rollstuhl darauf achten, dass man bequem darin sitzt, dass er wendig und stabil ist, und ob er sich auseinandernehmen oder zusammenklappen lässt.

Bei einem Rollator muss berücksichtigt werden, dass er über vier Räder verfügt, um genügend Stabilität zu gewährleisten. Außerdem sollte er über die passende Größe und sichere Bremsen verfügen und sich leicht in der Wohnung oder im Auto unterbringen lassen.

Kostenerstattung

Von den Krankenkassen werden die Kosten für Hilfsmittel wie Gehhilfen, Rollstühle und Wannenlifte übernommen, da sie Teil der Therapie sind oder die körperlichen Beeinträchtigungen des MS-Patienten ausgleichen. Normalerweise reicht dazu ein Rezept des behandelnden Arztes aus.

Pro Hilfsmittel muss ein erwachsener Patient 10 Prozent des Abgabepreises entrichten. Hilfreiche Informationen über die Erstattung von Hilfsmitteln bietet die BAG Selbsthilfe.

Diagnose MS - die Vereinigung von Krankheit und Beruf

Zu einer Multiplen Sklerose (MS) kommt es häufig im Alter von 20 bis 40 Jahren. Gerade in diesem Lebensabschnitt stehen die meisten MS-Patienten im Berufsleben oder absolvieren eine Ausbildung.

Auch Familie und Kinder spielen eine wichtige Rolle. So kann die Diagnose Multiple Sklerose erhebliche Änderungen bei der Zukunftsplanung zur Folge haben.

Die Arbeit an die Krankheit anpassen

Multiple Sklerose führt jedoch nicht zwangsläufig zu Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung. So sind zahlreiche MS-Patienten trotz der Krankheit durchaus in der Lage, ihre beruflichen Tätigkeiten ohne größere Einschränkungen auszuüben.

Außerdem lässt sich die Arbeit an die neue Situation anpassen, wenn Vorgesetzte und Kollegen verständnisvoll reagieren. Bei manchen Menschen kann sich die Erkrankung allerdings so stark auswirken, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihrem Beruf reibungslos nachzugehen.

Die Frage der Bekanntmachung

Viele MS-Patienten stehen nach der Diagnose vor der Frage, ob sie ihren Arbeitgeber über ihre Krankheit überhaupt informieren sollen. Verpflichtet ist man dazu nicht, es sei denn, man geht einem Beruf nach, in dem ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Dies kann zum Beispiel bei Dachdeckern oder Bauarbeitern der Fall sein.

Ob man sich den Kollegen anvertraut, hängt vom Arbeitsklima ab. Ist das kollegiale Verhältnis gut, kann es sogar von Vorteil sein, über die Erkrankung zu sprechen, weil dadurch mehr Verständnis und Rücksicht erreicht wird. Außerdem lässt sich die Arbeitsbelastung an die individuelle Situation anpassen.

Herrscht jedoch ein schlechtes Arbeitsklima, kann genau das Gegenteil eintreten und es zu Ausgrenzung und womöglich sogar zur Kündigung kommen. In diesem Fall ist es besser, über die Krankheit zu schweigen, wenn es sich um eine leichte Form handelt.

Die richtige Aufklärung

Entscheidet man sich dafür, offen mit der Krankheit umzugehen, ist Aufklärungsarbeit überaus wichtig. So wissen viele Menschen gar nicht, dass es bei Multipler Sklerose individuell unterschiedliche Verlaufsformen gibt, sodass ein Ende im Rollstuhl nicht vorprogrammiert ist. Je mehr das Umfeld über die persönliche Situation des MS-Patienten aufgeklärt wird, desto besser kann es ihm helfen.

Beratung zum geeigneten Beruf

Eine wichtige Unterstützung für berufstätige Menschen, die unter Multipler Sklerose leiden, sind Schulungen der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft). Dabei lernen die Betroffenen, wie sie Krankheit und Beruf unter einen Hut bringen können.

Bei der DMSG erfährt man auch, welche Berufe sich für MS-Patienten am besten eignen. Während künstlerischen Berufen oder ehrenamtlichen Tätigkeiten meist problemlos nachgegangen werden kann, gelten Berufe, in denen man starkem Stress ausgesetzt ist, oder in denen Maschinen und Fahrzeuge bedient werden müssen, eher als ungeeignet.

Was MS-Patienten in Sachen Reiseplanung beachten sollten

Auch für Menschen, die unter chronischen Erkrankungen leiden, sind Reisen sehr wichtig, damit sie wieder neue Energie für die Erfordernisse des Alltags tanken können. Eine Krankheit wie Multiple Sklerose bedeutet keinesfalls, dass man auf Urlaubsreisen verzichten muss.

Allerdings sollte sichergestellt werden, dass die Reise auch wirklich zur Erholung beiträgt und nicht zu einer Belastung wird. Da manche Dinge anstrengender sein können, als man dies im Vorfeld vermutet, empfiehlt es sich, die Reise gut zu planen.

Ein geeignetes Reiseziel finden

Zu den wichtigsten Kriterien bei einer Reise gehört die Auswahl des Reiseziels. Wer unter Multipler Sklerose leidet, muss sein Urlaubsziel überlegt auswählen. So ist es wichtig, dass man unnötige körperliche Belastungen oder extreme Klimaverhältnisse vermeidet.

Dazu gehören beispielsweise anstrengende Berg- und Wandertouren oder Reisen in heiße Regionen, denn bei einem heißen Klima besteht das Risiko, dass sich die Multiple Sklerose noch verschlimmert und es womöglich zu einem Schub kommt.

Als MS-Patient ist es sehr wichtig, regelmäßig für Abkühlung zu sorgen und sich nicht zu überanstrengen. Außerdem sollte man der Sonne in den Mittagsstunden aus dem Wege gehen.

Erkältungen vermeiden

Da es bei Multipler Sklerose auch durch eine simple Erkältung zu einem Schub kommen kann, ist es ratsam,

  • sich in klimatisierten Zimmern vorsichtig zu verhalten
  • Zugluft zu meiden und
  • an warme Kleidung sowie einen Regenschutz zu denken.

Notwendige Impfungen

Bei manchen Reisen ist es erforderlich, eine Schutzimpfung vornehmen zu lassen. War man sich früher darüber im Unklaren, ob man MS-Patienten risikolos impfen kann, gilt es heute als sicher, dass durch Impfungen mit Totimpfstoffen gegen

nicht die Gefahr eines Schubes besteht. Daher wird Menschen, die unter Multipler Sklerose leiden, empfohlen, ihren Impfschutz regelmäßig aufzufrischen.

Risikoreiche Impfungen

Bei Langzeitimpfungen mit Immunsuppressiva ist allerdings Vorsicht geboten, da es dabei zu erheblichen Nebenwirkungen kommen kann. Als riskant gelten Impfungen gegen

die mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden. Im Zweifelsfall sollte man sich bei einem Impfarzt oder Impfzentrum informieren.

Medizinische Versorgung am Reiseziel sowie Medikamente

Tritt man eine Auslandsreise über einen längeren Zeitraum an, wird empfohlen, sich darüber zu informieren, wie es mit der medizinischen Versorgung vor Ort aussieht. Dazu kann man sich entweder an das Auswärtige Amt oder an die nationale MS-Gesellschaft des Urlaubslandes wenden. Entsprechende Informationen sind unter anderem beim DMSG-Bundesverband erhältlich.

Die für die Behandlung der Krankheit erforderlichen Arzneimittel müssen auch während der Reise regelmäßig eingenommen werden. Daher sollte man ausreichend Medikamente mitnehmen und diese stets im Handgepäck aufbewahren.

Was MS-Patienten in Sachen Sport beachten sollten

Sportliche Betätigungen und regelmäßige Bewegung gelten grundsätzlich als gesund. Selbst Menschen, die unter einer Krankheit wie Multipler Sklerose (MS) leiden, können von Sport profitieren, da sie dabei ihre Muskelkraft und ihre allgemeine Fitness verbessern.

Regelmäßige Bewegung bei Multipler Sklerose wird von zahlreichen Medizinern sogar empfohlen, denn die maximale Muskelkraft eines MS-Patienten fällt geringer aus, als die eines gesunden Menschen. Vor allem die Gliedmaßen sind davon betroffen.

Positive Auswirkung von Sport bei MS

Durch wissenschaftliche Studien wurde festgestellt, dass es bei MS-Patienten durch die Krankheit zu einem Verlust an Muskelmasse kommt. Ursache für die Muskelschwäche sind Veränderungen in den Muskelzellen. Außerdem besteht eine Störung bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen.

Um dem allmählichen Abbau der Muskelkraft entgegenzuwirken, wird MS-Patienten geraten, sich regelmäßig zu bewegen oder sich einer Physiotherapie zu unterziehen. In früheren Zeiten empfahl man MS-Patienten eher das Gegenteil, da man der Ansicht war, dass sportliche Aktivitäten sich negativ auf die Krankheit auswirkten.

Außerdem sollten die Patienten durch den Sportverzicht Kraft für den Alltag sparen. Neuere Studien ergaben jedoch positive Effekte beim Ausüben von sportlichen Betätigungen.

Mögliche Gefühlsstörungen vergehen in der Regel schnell wieder

Ein Problem ist allerdings, dass es bei etwa 40 Prozent aller MS-Patienten nach dem Sport verstärkt zu Gefühlsstörungen kommt. Bei den meisten Betroffenen normalisieren sich diese Störungen jedoch nach einer halben Stunde wieder.

Worauf zu achten ist

Wer als MS-Patient Sport treiben möchte, sollte auf einige Punkte achten. So ist es wichtig, den Körper nicht zu stark zu strapazieren, damit es nicht zu einer Überlastung kommt. Sinnvoll ist eine Untersuchung durch einen erfahrenen Sportmediziner.

Dieser kann den Patienten beraten, welche Sportart für ihn am besten ist und wie groß der Trainingsumfang sein sollte. Damit sich der Sport auch wirklich positiv auf die Gesundheit auswirkt, muss das Trainingsprogramm individuell an den Gesundheitszustand, die Form und die Fitness des Patienten angepasst werden.

Übertreibt man es mit der körperlichen Belastung, besteht die Gefahr, dass sich die Beschwerden verschlimmern. Übt man zusammen mit anderen Menschen Sport aus, ist es ratsam, die Sportpartner und Trainer über seine Krankheit zu informieren.

Auf Training bei sehr warmen Temperaturen sollte lieber verzichtet werden, da diese zu einer Verschlimmerung der Krankheitsbeschwerden führen können. Darüber hinaus ist es wichtig, an eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit zu denken. Erholsam kann nach dem Sport eine kühle Dusche sein.

Geeignete Sportarten

Welche Sportarten bei Multipler Sklerose ausgeübt werden können, ist vom individuellen Leistungsvermögen des Patienten abhängig. Während die einen gerne

gehen andere Patienten lieber nur spazieren.

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