Die Milz gehört zur körpereigenen Abwehr. In manchen Fällen, wie z.B. bei Morbus Hodgkin, kann es nötig sein, das Organ operativ zu entfernen.
Zu den Aufgaben der Milz gehört das Herausfiltern von nicht mehr intakten oder veralteten Blutzellen, was man als Blutzellmauserung bezeichnet. Zu finden ist die Milz im hinteren linken Oberbauch. Zu ihren Nachbarorganen gehören die Bauchspeicheldrüse, das Zwerchfell, der Dickdarm und der Magen. Durch bestimmte Umstände, wie zum Beispiel einen Tumor durch Morbus Hodgkin, kann eine operative Entfernung der Milz erforderlich sein. Das chirurgische Entfernen der Milz bezeichnet man als Splenektomie oder Milzextirpation.
Unter Morbus Hodgkin oder dem Hodgkin-Syndrom versteht man eine bösartige Tumorerkrankung des Lymphsystems, die sich durch die schmerzlose Schwellung von Lymphknoten bemerkbar macht. In manchen Fällen kann auch eine Vergrößerung der Milz, eine Splenomegalie, auftreten. Durch diese Zunahme an Volumen besteht jedoch die Gefahr, dass es zu einer Überfunktion der Milz kommt, was man als Hyperspleniesyndrom bezeichnet. In diesem Fall werden von dem Organ zu viele Blutplättchen sowie weiße und rote Blutkörperchen abgebaut. Schließlich sind mit der Zeit zu wenige davon im Blut. Mangelt es jedoch an weißen Blutkörperchen, wird der Patient anfällig für Infektionskrankheiten.
In der Regel versucht man zunächst die Grunderkrankung, die zur Splenomegalie führt, zu behandeln. Dabei kommt bei Morbus Hodgkin eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie zur Anwendung. Besteht die Splenomegalie jedoch weiterhin, muss eine Splenektomie durchgeführt werden, um die Milz zu entfernen.
Vor der Operation erhält der Patient eine Vollnarkose. Um die Milz freizulegen, nimmt der behandelnde Chirurg einen Bauchschnitt im oberen linken Bereich vor. Damit das Organ vollständig entfernt werden kann, trennt er sämtliche Verbindungen zu den benachbarten Organen und schneidet die Blutgefäße der Milz durch. Im Falle von Morbus Hodgkin ist es manchmal erforderlich, neben der Milz auch einige Lymphknoten zu entfernen. Darüber hinaus erfolgt eine Biopsie (Gewebeentnahme) der Leber, um zu untersuchen, ob dieses Organ möglicherweise von dem Tumor befallen wurde. Zum Ende der Operation legt man in der Regel Drainagesysteme im Bauchraum ein, die Blut und Wundflüssigkeit aufnehmen. Nach ein paar Tagen entfernt man die Drainageschläuche wieder.
Das komplette Entfernen der Milz bleibt nicht ohne Folgen. So kann es später zu einer Abwehrschwäche des Patienten kommen, wodurch häufig Infektionen auftreten, wovon vor allem Kinder betroffen sind. Langfristig kann auf die Milz jedoch mehr oder weniger verzichtet werden, da andere Organe wie z.B. die Leber die Milzfunktionen übernehmen.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
11.04.13 | |
![]() | MORBUS HODGKIN |
22.02.12 | |
![]() | MORBUS HODGKIN |
04.02.12 | |
![]() | MORBUS HODGKIN |
01.12.11 | |
![]() | MORBUS HODGKIN |
14.02.11 | |
![]() | MORBUS HODGKIN |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Morbus Hodgkin Forum


Der Ratgeber Die Therapie des Morbus Hodgkin. Gegenwärtiger Stand und Entwicklungstendenzen zu der Erkrankung Mo...

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann teilen und bewerten Sie ihn bitte: