7. Dezember 2010
Als Colitis ulcerosa bezeichnet man eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit. Lässt sich die Entzündung nicht durch eine medikamentöse Therapie eindämmen, muss eine Operation durchgeführt werden.
Ebenso wie Morbus Crohn gehört Colitis ulcerosa, die auch als ulzeröse Colitis bezeichnet wird, zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Ihren Anfang nimmt sie zunächst am Mastdarm. Danach breitet sie sich über den Dickdarm nach und nach aus. Dabei beschränkt sie sich auf die Darmschleimhaut.
Ähnlich wie bei Morbus Crohn, ist auch die genaue Ursache von Colitis ulcerosa nicht bekannt. Es wird angenommen, dass sie eine autoimmune Krankheit ist und ein Zusammenhang mit viralen oder bakteriellen Infektionen besteht. Darüber hinaus kann es zu einer Begünstigung der Erkrankung durch psychische Probleme oder Stress kommen. Vor allem jüngere Menschen vom 20. bis zum 40. Lebensjahr erkranken häufig an Colitis ulcerosa. Die Symptome der Krankheit sind ähnlich wie bei Morbus Crohn. So kommt es zu Durchfall, der auch blutig sein kann, Bauchschmerzen und Fieber. Im schlimmsten Fall kann es zu einer starken Darmausdehnung (Megakolon) sowie zur Perforation des Darms kommen. Tritt dabei Kot in die Bauchhöhle aus, besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis).
In der Regel wird bei Colitis ulcerosa zunächst eine konservative Behandlung angewandt, bei der bestimmte Medikamente verabreicht werden, um die Entzündung zurückzudrängen. Zeigen die Arzneimittel jedoch nicht die gewünschte Wirkung oder treten Komplikationen wie Blutungen, Kotstau, Megakolon oder gar ein Darmdurchbruch auf, lässt sich ein operativer Eingriff nicht vermeiden.
Vor der Operation erhält der Patient eine Vollnarkose. Danach schneidet der behandelnde Chirurg die Bauchdecke auf, damit er einen Zugang zum Bauchraum erhält. In schweren Fällen kann es sogar nötig sein, den Dickdarm und den Mastdarm komplett zu entfernen, was man als Proktokolektomie bezeichnet. In diesem Fall näht man den Anus zu und legt einen künstlichen Darmausgang an der Bauchwand an, der dauerhaft verbleiben muss. Durch neuartige Techniken ist jedoch zunehmend möglich, eine Verbindung zwischen After und Dünndarm herzustellen, wodurch die normale Ausscheidungsfunktion erhalten bleibt. Ebenso ist es möglich, nur den Dickdarm zu entfernen und den Mastdarm zu erhalten, was Kolektomie genannt wird. Dabei vernäht man das Ende des Dünndarms mit dem Mastdarm. Wird neben dem Dickdarm auch ein Teil des Mastdarms entfernt, vernäht man den Stumpf des Mastdarms mit dem Dünndarmende.
In den meisten Fällen wird durch die Entfernung des Dickdarms und des Mastdarms die Colitis ulcerosa vollständig und auf Dauer geheilt.
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