19. April 2011
Als Darmmilzbrand bezeichnet man eine seltene Form von Anthrax. Dabei werden die Milzbranderreger durch infizierte Nahrung übertragen.
Bei Anthrax oder Milzbrand handelt es sich um eine gefährliche Infektionskrankheit. Normalerweise kommt die Erkrankung vorwiegend bei Pflanzen fressenden Huftieren wie Pferden, Kühen, Schweinen, Ziegen und Schafen vor. In manchen Fällen kann sie jedoch auch auf den Menschen übertragen werden.
Verursacht wird Milzbrand von sporenbildenen Bakterien, die man als Bacillus anthracis bezeichnet. Besonders gefährlich sind die Sporen der Erreger, die die Eigenschaft besitzen, resistent gegenüber Desinfektionsmitteln, Chemikalien, Strahlung, Austrocknung sowie Wärme und Kälte zu sein. So können Anthraxsporen bis zu 40 Jahre lang vital bleiben. Da sich die Milz bei Anthrax schwarz verfärbt, bezeichnet man die Krankheit in Deutschland auch als Milzbrand.
Milzbrand kommt vor allem in heißen Regionen mit unzureichenden Hygienebedingungen vor. Bei der Erkrankung wird zwischen drei Verlaufsformen unterschieden. Dabei handelt es sich um Lungenmilzbrand, bei dem die Anthrax-Erreger inhaliert werden, Hautmilzbrand, bei dem die Erreger über kleine Hautwunden in den Organismus gelangen sowie Darmmilzbrand, der die seltenste Milzbrandform ist.
Übertragen wird Darmmilzbrand durch den Genuss von infiziertem rohem oder unzureichend gegartem Fleisch oder ungekochter Milch. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist dagegen nicht möglich, wodurch sich die Krankheit nicht epidemieartig ausbreiten kann. Der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit liegt in der Regel bei ein bis sieben Tagen. Zunächst kommt es zu Beschwerden wie Blähungen und starken Bauchschmerzen. Im weiteren Krankheitsverlauf leiden die Patienten unter blutigem Durchfall, Erbrechen und einer schweren Entzündung des Darms. Darüber hinaus besteht die Gefahr einer Bauchfellentzündung (Peritonitis). Da sich die Erreger über den ganzen Organismus verbreiten, drohen eine Sepsis (Blutvergiftung) sowie Herz- und Nierenversagen. Bei mehr als 50 Prozent aller Erkrankten tritt schließlich der Tod ein.
Um Darmmilzbrand festzustellen, erfolgt eine mikroskopische Untersuchung von Körpersekreten oder Stuhl, wodurch sich der Erreger nachweisen lässt. Mitunter wird auch eine Bakterienkultur angelegt.
Im Falle von Darmmilzbrand muss die Behandlung so schnell wie möglich begonnen werden. Die Therapie läuft ähnlich ab wie bei Lungenmilzband. So erhält der Patient intravenös Breitbandantibiotika wie Doxycyclin oder Ciprofloxacin. Darüber hinaus erfolgt eine Behandlung der Beschwerden, indem zum Beispiel Schmerzmittel oder Durchfallpräparate verabreicht werden. Die Prognose bei Darmmilzbrand ist jedoch ähnlich ungünstig wie bei Lungenmilzbrand. So verstirbt ein Großteil der Patienten nach zwei bis fünf Tagen.
Als bester Schutz vor Darmmilzbrand gilt das ausreichende Abkochen oder Durchgaren von Nahrungsmitteln. Eine Impfung gegen Milzbrand ist zwar grundsätzlich möglich, der entsprechende Impfstoff ist in Deutschland jedoch nicht zugelassen.
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