25. Februar 2009
Wie die Therapie der Magersucht abläuft, ist individuell verschieden. Vorbeugen kann man einer Magersucht nur bedingt.
Magersüchtige sind meist so extrem untergewichtig, dass sie künstlich ernährt werden müssen, um das Überleben zu sichern. Die Infusionen werden im Rahmen einer stationären Behandlung im Krankenhaus verabreicht. Die Betroffenen sehen die Gewichtszunahme als unnötig an, weshalb im Krankenhaus auch gleichzeitig eine psychologische Behandlung erfolgen muss. Ferner achtet das Pflegepersonal bei diesen Betroffenen auch verstärkt darauf, dass die Infusionskanüle nicht eigenmächtig entfernt wird.
Besteht keine akute Lebensgefahr mehr, erfolgt meist die Verlegung in eine spezielle Fachklinik. Dort erlernen die Betroffenen wieder das richtige Essverhalten. Hier wird auch der Ursache für den Ausbruch der Erkrankung auf den Grund gegangen. Außerdem wird ihnen hier wieder ein positives Körpergefühl vermittelt. Zusätzlich erfolgt in diesen Fachkliniken eine regelmäßige Gewichtskontrolle. Die Betroffenen müssen sich meist ein bis zweimal in der Woche auf die Waage stellen, um feststellen zu können, ob sie wieder abgenommen haben. Die Behandlung dauert meist mehrere Wochen oder sogar Monate an, bis die Entlassung erfolgt.
Oft werden die Betroffenen dann in betreuten Wohngemeinschaften aufgenommen. Dort wohnen Gleichgesinnte unter einem Dach und sollen sich so gegenseitig helfen, wieder zu einem normalen Essverhalten zurückzukommen. Gleichzeitig erfolgt auch eine ambulante Weiterbehandlung bei einem Psychotherapeuten. Bis die Behandlung abgeschlossen ist, können mehrere Jahre vergehen.
Da es viele verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Magersucht gibt, kann der Erkrankung meist nicht vorgebeugt werden.
In jedem Fall ist es jedoch hilfreich, Kinder nicht zum Essen oder Aufessen zu zwingen. Dies beginnt schon im Kleinkindalter. Kinder, die zu essen bekommen, verhungern nicht. Besonders bei Kindern, die schwierige Esser sind, sollte man sich das immer wieder vorsagen. Essen soll mit positiven Gefühlen verbunden werden und nicht zu einem Zwang ausarten.
Werden erste Anzeichen einer Essstörung oder übertriebenen Diät bemerkt, sollte man dies offen gegenüber dem Betroffenen ansprechen.
Eltern sollten ihre Kinder auch nicht wegen ihres Gewichtes aufziehen, wenn die Kinder ein paar Kilo zuviel auf die Waage bringen. Besser ist es in diesem Fall, die Ernährung umzustellen und auf kalorienarme Lebensmittel zu achten.
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