Ärzte erlangen neues Wissen über die Entstehung von Leukämie und Krebs allgemein

Von Cornelia Scherpe
7. August 2014

Deutsche Forscher haben sich eingehend mit Leukämie beschäftigt und wollten die biologischen Auslöser des Krebsleidens besser verstehen. Dabei ist ihnen eine entscheidende Entdeckung gelungen, durch die man die Onkologie vielleicht revolutionieren könnte.

Die Wissenschaftler wurden auf einen Strang in der DNS aufmerksam, der bei Leukämie-Patienten falsch zusammengesetzt ist. Dieser Fehler bewirkt, dass ein Eiweiß mit dem Namen "PML-RAR-alpha" falsch gebildet wird. Dieses Protein jedoch ist sehr wichtig.

Rolle der Seneszenz

Funktioniert es korrekt, steuert es die Seneszenz. Dabei handelt es sich um einen Schutzmechanismus innerhalb der Zellen. Seneszenz sorgt dafür, dass eine Zelle in ihrem aktuellen Zustand bleibt und dabei ihre Funktionen erfüllt. Die Zelle wird aber daran gehindert, sich zu teilen und damit zu vermehren. Diese Funktion ist wichtig, um Mutationen zu kontrollieren.

Kommt es in einer gesunden Zelle zu bedenklichen Veränderungen, setzt normalerweise sofort die Seneszenz ein und die potenziell gefährliche Zelle kann sich nicht vermehren. Ist nun jedoch der DNS-Strang so beschädigt, dass das für die Seneszenz notwendige Eiweiß PML-RAR-alpha nicht richtig gebildet wird, versagt diese Schutzfunktion. Eine mutierte Zelle kann demnach heranwachsen und sich vermehren. So verbreiten sich bösartige Zellen und es kommt zu Krebs.

Neue Therapie durch Übertragung möglich?

Die Forscher haben diese Erkenntnis zwar bei der Analyse von Leukämie gewonnen, sie glauben jedoch, dass man das Wissen auch auf andere Krebsarten anwenden kann. Eventuell hat man hier einen grundlegenden Mechanismus hinter Tumoren entdeckt und könnte alle Krebsformen auf neue Art bekämpfen.

Nun gilt es, den Vorgang von außen mit einer Therapie zu beeinflussen. Auf diese Weise könnten ganz neue Behandlungskonzepte gegen Krebs entstehen und eventuelle bisher kaum therapierbare Formen doch behandelbar werden.