Beinahe jeder achten Krebserkrankung liegt eine Infektion zugrunde

Chronische Entzündungen nicht selten die Ursache für Krebs

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  • von Paradisi-Redaktion
3D Grafik dunkelrote Krebszelle mit Antikörpern

Krebs gilt als eine der großen Gesundheitsgefahren der modernen Menschheit. Forscher weltweit sind daher nicht nur mit der Suche nach Therapien beschäftigt, sondern erweitern auch unser Verständnis über Krebs. Je besser die bösartigen Zellmutationen verstanden werden, desto eher können Erkrankungen vermieden werden. Bislang werden chronische Entzündungen als Krebs-Trigger wenig beachtet. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, bei wie vielen Krebspatienten eine chronische Infektion der Auslöser war.

13 Prozent aller Krebserkrankungen sind Folge einer Infektion

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat sich Millionen von Daten angesehen und aufgeschlüsselt, wann eine Infektion wie Hepatitis oder HPV zu Krebs geführt hat. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: 2018 gingen 2,2 Millionen Krebsdiagnosen auf chronische Infektionen durch Krankheitserreger zurück. Das entspricht 13 Prozent aller Krebsfälle. Anders ausgedrückt, ist jede achte Diagnose die Folge einer schweren Infektion.

Helicobacter pylori und HPV für besonders viele Krebsfälle verantwortlich

Damit wird einmal mehr deutlich, dass Infektionen wie Hepatitis B oder Hepatitis C eine unterschätzte Gefahr im Bezug auf Krebs sind. Die Studie zeigt auch, dass die größte Risikorate bei einer Ansteckung mit Helicobacter pylori besteht. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das im Magen siedeln kann. 810.000 Krebsfälle gehen 2018 auf diesen Erreger zurück. Auf Platz 2 steht HPV. Die aggressive Variante der humanen Papillomaviren ist für 690.000 Krebsdiagnosen verantwortlich. Hepatitis B lag bei 360.​​000 und Hepatitis C bei 160.000 neuen Krebserkrankungen. Weitere 210.000 infektionsbedingte Fälle verteilten sich auf andere Infektionen, darunter Herpes Typ 8 und Epstein-Barr.

Die Studie stellte zudem Ungleichgewichte auf der Welt fest. Demnach sind Hepatitis B und der Magenkeim Helicobacter pylori vor allem in Ostasien als Auslöser für Krebs aktiv. HPV ist in afrikanischen Ländern südlich der Sahara am stärksten und Hepatitis C in Nordafrika. In westlichen Ländern haben veränderte Sexualgewohnheiten dazu geführt, dass im Vergleich zu früheren Jahrzehnten mehr HPV auftritt, was global gesehen jedoch weiterhin einen geringen Prozentsatz ausmacht.

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  • Bildnachweis: krebszelle mit antikörpern © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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