11. April 2009
Von Andreas Hadel
Krebs gehört zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen, denen die Menschen in westlichen Kulturen ausgesetzt sind. Daher verwundert es wenig, dass sich die Wissenschaft vornehmlich mit diesem Thema auseinandersetzt. Seit mehreren Jahren wird das Risiko, an Krebs zu erkranken, neben Umweltfaktoren und genetischer Veranlagung auch an die individuelle Ernährung geknüpft. Doch welche Rolle spielt der Faktor Ernährung wirklich hinsichtlich des Krebsrisikos?
Angesichts einiger übertrieben formulierter Schlagzeilen, die in letzter Zeit in den Medien auftauchten, möchte ich eines vorwegzunehmen: mit einer Ernährungsumstellung lässt sich eine Krebserkrankung nicht komplett ausschließen, noch können bestimmte Lebensmittel Krebs heilen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich das Erkrankungsrisiko durch eine angepasste Diät deutlich senken lassen kann. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung kann signifikant verringert werden, wenn man sich an gewisse diätische Richtlinien hält.
Die renommierte Cornell-Universität konnte in mehr als einer Studie nachweisen, dass es einen Zusammenhang hinsichtlich der Sterbefälle und der Überlebensdauer bei Krebspatienten und ihrer Ernährung gibt. Im Rahmen einer Studie wurden mehrere Tausend Brustkrebs-Patienten über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren beobachtet. Mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen litt an Krebs, der bereits auf andere Organe streute. Von den Betroffenen überlebte nur einer von fünf die ersten fünf Jahre der Studie. Patienten, bei denen keine Metastasen gefunden wurden, überlebten in acht von zehn Fällen den kompletten Studienzeitraum.
In dieser Studie wurden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die Ernährung das entscheidende Kriterium war. Die erste Gruppe aß vermehrt Speisen, die reich an Omega-3-Fettsäuren und Protein waren. Die andere Probanden in der anderen Gruppe führten eine durchschnittliche Ernährung nach westlichen Standards ohne ein besonderes Augenmerk auf die zugeführte Proteinmenge oder gesunde Fette zu legen. Wie die Auswertung der Studienergebnisse zeigte, bestand in der ersten Gruppe eine höhere Überlebensrate. Das bedeutet nicht, dass Fisch Krebs verhindert, aber es weist eine klare Beziehung zwischen der Überlebenschance und einer proteinreichen Ernährung hin.
Eine andere Studie, die vom US-amerikanischen Krebs-Institut mit 2400 Probanden über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass eine fettarme Ernährung offenbar die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung bei Brustkrebs-Patienten reduzieren kann.
Obwohl Studien wie diese sehr aufschlussreich sind, ist der konkrete Zusammenhang zwischen Ernährung und einer potentiellen Krebserkrankung alles andere als klar. Wissenschaftlich betrachtet sind die meisten dieser Untersuchungen korrekt durchgeführt worden, weshalb man jene Stimmen ignorieren darf, die die Studienergebnisse anzweifeln und keine Beziehung zwischen Diät und Krebsrisiko sehen wollen.
Auf der anderen Seite darf man sich von diesen Studien nicht zu falschen Schlüssen verleiten lassen. Nur weil eine fettreduzierte Diät zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes bei Krebspatienten geführt hat, muss das nicht bedeuten, dass eine fettreiche Ernährung die Entstehung der Krankheit begünstigt.
Wir können jedoch davon ausgehen, dass eine insgesamt gesunde Ernährungsweise die Überlebenschancen von Krebspatienten deutlich erhöhen kann sowie auch das Risiko einer Erkrankung reduzieren kann.
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