Vorkommen und mögliche Vorsichtsmaßnahmen krebserregender Stoffe (Karzinogene)

Stoffe, die eine krebserregende Wirkung haben, bezeichnet man als Karzinogene. Dabei kann es sich um Organismen, chemische Stoffe oder Strahlung handeln.

Je nachdem, ob ein Karzinogen (Kanzerogen) Krebs verursacht oder fördert, bezeichnet man es als intiierend oder promovierend

Der Begriff "Karzinogen" bedeutet "Krebserreger" oder "Krebserzeuger". Zusammengesetzt wird er aus Karzinom ("Krebserkrankung") und Genese ("Entstehung").

Wirkungsgruppen

Karzinogene lassen sich in zwei Gruppen einteilen. So unterscheidet man zwischen intiierenden und promovierenden Karzinogenen.

Während intiierende Karzinogene Krebs verursachen, wird von promovierenden Karzinogenen der Krebs gefördert. Darüber hinaus gibt es so genannte Co-Karzinogene, die zwar selbst nicht krebserregend sind, allerdings zusammen mit anderen Substanzen eine krebserregende Wirkung haben.

Zahlreiche Karzinogene erreichen ihren krebserzeugenden Effekt erst nach der Metabolisierung im Organismus. Die Wirkung der Karzinogene besteht vor allem darin, dass sie gentoxische Veränderungen der DNA herbeiführen, wodurch es zur Entartung von Körperzellen kommt.

Verschiedene Arten von Karzinogenen

Karzinogene lassen sich in verschiedene Arten einteilen.

Natürlich vorkommende Karzinogene

So gibt es zum Beispiel natürlich vorkommende Karzinogene wie Aflatoxin B1, das von Schimmelpilzen gebildet wird und zu den stärksten Krebserregern gehört.

Chemische Karzinogene

Besonders verbreitet sind chemische Karzinogene, die man in die Risikokategorien 1, 2 und 3 einteilt. Zur Kategorie 1 gehören Substanzen, von denen bereits bekannt ist, dass sie eine krebserzeugende Wirkung haben. Dabei handelt es sich vor allem um

  • Arsensäure
  • Asbest
  • Benzol
  • Dimethylsulfat
  • 2-Naphtylamin
  • Dieselabgase und
  • lösliche Nickelsalze.

Unter Kategorie 2 fallen Substanzen, die als krebserregend eingestuft werden. So bestehen bei ihnen deutliche Hinweise darauf, dass sie beim Menschen Krebs erzeugen können. Zu diesen Stoffen gehören unter anderem

  • Acrylamid
  • Benzpyren
  • Cobaltchlorid
  • Ottokraftstoff und
  • Mineralöl.

In Kategorie 3 fallen Stoffe, die möglicherweise eine karzinogene Wirkung haben. Allerdings liegen bei ihnen noch nicht genügend Beweise vor, die eine abschließende Beurteilung zulassen. Unter dem Verdacht, krebserregend zu sein, stehen zum Beispiel

  • Bleichromat
  • Dieselkraftstoff
  • Nickel
  • Ozon und
  • Oxazepam.

Ebenfalls zu den krebserregenden Stoffen zählen

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Karzinogene ein.

Aflatoxin B1

Bei Aflatoxinen handelt es sich um Mykotoxine (Pilzgifte), die auf natürliche Weise entstehen. Den Namen "Aflatoxin" erhielten die Gifte, weil man sie zum ersten Mal bei der Schimmelpilzart Aspergillus flavus nachwies. Aber auch andere Aspergillus-Arten wie

  • Aspergillus normius
  • Aspergillus parasiticus und
  • Aspergillus tamarii

sind in der Lage, Mykotoxine zu bilden.

Insgesamt gibt es rund 20 verschiedene Aflatoxine. Besonders gefährlich für den Menschen ist das Aflatoxin B1. Ebenfalls als bedenklich gelten die Aflatoxine

  • B2
  • G1 und
  • G2.

Merkmale und Wirkung von Aflatoxinen

Zu den Merkmalen von Aflatoxinen gehört ihre lebertoxische Wirkung. So wirken sie bereits in kleinen Mengen und bei mehrmaliger Aufnahme karzinogen auf Menschen und Tiere.

Die letale Dosis bei erwachsenen Menschen liegt bei oraler Aufnahme bei 1-10 mg/kg Körpergewicht. Somit zählt Aflatoxin zu den stärksten Karzinogenen, die bekannt sind.

Nach ihrer Aufnahme in die Leberzellen (Hepatozyten) kommt es zur oxidativen Umwandlung der Aflatoxine in reaktionsfähiges Epoxid. Dieses kann zwar vom Körper wieder ausgeschieden werden, es besteht jedoch auch die Gefahr, dass es in den Nucleus vordringt, wo es mit der DNA Addukte bildet, wodurch es zu Mutationen und zur Entwicklung von Tumoren kommt.

Besonders betroffen von Tumorbildungen sind bei oraler Aufnahme von Aflatoxinen die Leber und der Magen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass es beim Verarbeiten von Produkten, die Aflatoxine enthalten, zum Einatmen von aflatoxinhaltigen Schimmelpilzsporen kommt, was wiederum zu Lungenkrebs führen kann.

Vorkommen

Besonders verbreitet sind Schimmelpilze, die Aflatoxine enthalten, in verrottender Vegetation, aber auch in Heu und Getreide, bei dem es zu mikrobiellen Verderb kommt. Unter günstigen Bedingungen können die Pilze sämtliche organischen Substrate befallen. Als begünstigende Faktoren gelten Feuchtigkeit und hohe Temperaturen.

Neben Aflatoxin B1 treten auch die Aflatoxine B2, G1 und G2 in Nahrungsmitteln auf. Besonders der Schimmelpilz Aspergillus flavus kommt in der Natur häufig vor. Unter bestimmten Bedingungen befällt er

Eine wichtige Rolle beim Pilzbefall spielen die äußeren Bedingungen sowie Ernte und Lagerung der Nahrungsmittel.

Vorsichtsmaßnahmen

Um nicht in Kontakt mit gesundheitsschädlichen Aflatoxinen zu geraten, ist es ratsam, einige Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen. So muss bedacht werden, dass Schimmelpilzgifte in der Regel hitzestabil sind. Das heißt, dass man sie auch durch Braten oder Kochen nicht zerstören kann.

  • Verschimmelte Lebensmittel sollten rasch entsorgt werden.
  • Das Gleiche gilt für Nüsse, die einen pelzigen oder bitteren Geschmack aufweisen, und Trockenobst, das sich schwärzlich verfärbt hat.
  • Auch Gewürze, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, sind besser zu entsorgen, da sie Schimmelpilzgifte enthalten können.
  • Lediglich bei Brot und Hartkäse genügt das großflächige Wegschneiden der verschimmelten Stellen.

Zur Vermeidung von Pilzbefall wird empfohlen, Lebensmittel immer trocken und kühl zu lagern, da Wärme und Feuchtigkeit den Schimmelpilzen ein geeignetes Milieu verschaffen. Weiterhin ist es wichtig, Kühlschrank und Brotkasten regelmäßig mit einer zehnprozentigen Essiglösung zu säubern.

Arsensäure (Kategorie I)

Arsensäure bezeichnet man auch als Arsen(V)-säure. Es handelt es sich bei ihr um eine mittelstarke, dreiprotonige Säure, die von Diarsenpentaoxid abgeleitet wird.

Vorkommen und Eigenschaften

Gewonnen wird Arsensäure synthetisch durch das Lösen von Arsenpentaoxid in Wasser. Die Balance dieser chemischen Reaktion lässt sich zur linken Seite verschieben. Durch das Entziehen von Wasser mithilfe von Phosphorpentoxid entsteht aus Arsensäure erneut Arsenpentaoxid.

Arsensäure verfügt über die Eigenschaft, der Luft rasch Wasser zu entziehen und Hydrate zu bilden. Außerdem ist die chemische Säure giftig und krebserregend.

Asbest (Kategorie I)

Bei Asbest handelt es sich um unterschiedliche faserförmige Silikat-Minerale. Da Asbest die Eigenschaft hat, hitze- und säurebeständig zu sein und zudem über eine hohe Festigkeit verfügt, galt es lange Zeit als Wunderfaser und fand in zahlreichen Industriebranchen wie der Bauindustrie, beim Schiffsbau, bei der Herstellung von Autoreifen oder in der Wärmedämmung Verwendung.

Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass der Stoff gesundheitsschädlich ist und Lungenkrebs hervorrufen kann. Aus diesem Grund kam es in zahlreichen Staaten und in der Europäischen Union zum Verbot von Asbest. In der heutigen Zeit ist Asbest vor allem ein Entsorgungsproblem.

Vorkommen und Merkmale

Enthalten sind Asbest-Minerale in zwei unterschiedlichen silikatischen Mineralgruppen. Dabei handelt es sich um die Serpentingruppe, die industriell am häufigsten verwendet wird, sowie die Amphibolgruppe.

Gewonnen werden Asbest-Minerale durch den Abbau in Erzminen. Anschließend erhält man Asbest, indem man in einem speziellen Verfahren nichtfaseriges Material abspaltet.

Die Hauptvorkommen von Asbest befinden sich in

Zu den Eigenschaften von Asbest gehört, dass es sehr widerstandsfähig gegen Hitze bis zu 1.000 Grad Celsius sowie gegen verschiedene Chemikalien und Säuren ist. Außerdem gilt es als verrottungsfest. In Gebäuden wurde es daher häufig als temperaturfester Dämmstoff verwendet.

Seit 1970 gelten Asbestfasern jedoch offiziell als krebserregend und seit 1993 darf in Deutschland kein Asbest mehr hergestellt und verwendet werden. 2005 wurde Asbest auch in der gesamten Europäischen Union verboten.

Gesundheitsgefahren

Bei der Arbeit mit Asbestfasern besteht die Gefahr, dass diese freigesetzt und in die Alveolen der Lungen gelangen, wo sie bereits in geringen Mengen eine Asbestose auslösen können. Außerdem erhöht sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Noch größer ist das Risiko bei Rauchern.

Ein Problem besteht darin, dass sich auch heute noch in zahlreichen Gebäuden Asbestzement befindet. Nach gegenwärtigem Wissensstand gilt dieser jedoch als verhältnismäßig ungefährlich, solange er nicht verwittert und unversehrt bleibt. Aber auch

  • in Zwischenanlagen
  • hinter Öfen
  • hinter alten Fußbodenbelägen oder
  • hinter älteren Elektrogeräten

kann noch Asbest enthalten sein. Darüber hinaus produzieren einige Länder wie China nach wie vor asbesthaltige Produkte, wie zum Beispiel

Erkennen lässt sich Asbest oft an seiner faserigen Struktur und der grauen Farbe. Auch der Herstellungszeitraum von Geräten, Bauteilen oder Gebäuden kann Hinweise liefern.

Benzol (Kategorie 1)

Als Benzol oder Benzen bezeichnet man eine flüssige organisch-chemische Verbindung, die einen typischen Geruch aufweist. Als Erdölbegleitstoff ist es in Benzin enthalten. Da Benzol als krebserregend gilt, kommt es heute nur noch als Rohstoff für die Herstellung einiger Industriechemikalien wie

  • Cumol
  • Nitrobenzol
  • Cyclohexan oder
  • Ethylbenzol

zur Anwendung.

Eigenschaften und Vorkommen von Benzol

Bei Benzol handelt es sich um eine klare, farblose und flüchtige Flüssigkeit, die leicht brennbar ist. Während es sich mit organischen Lösungsmitteln wie Ether unbegrenzt mischen lässt, ist dies mit Wasser schwieriger.

Größere Benzolmengen findet man in Erdöl und Steinkohlenteer. Auch beim Rauchen von Zigaretten kommt es zur Freisetzung von kleinen Mengen an Benzoldampf. Sogar bei Waldbränden oder Vulkanausbrüchen bilden sich Benzolspuren.

Freigesetzt wird Benzol in erster Linie durch Abgase von Benzinmotoren. So sind 75 Prozent aller Benzolemissionen auf Autos zurückzuführen.

Seit dem Jahr 2000 wurde der Anteil an Benzol in Benzin auf maximal ein Volumenprozent begrenzt. An bestimmten Stellen, wie beispielsweise Tankstellen oder Garagen, kann die Benzolbelastung höher ausfallen als gewöhnlich.

Gesundheitsgefahren

Benzoldämpfe gelten als giftig. Doch erst wenn relativ hohe Konzentrationen eingeatmet werden, kommt es zu akuten Vergiftungssymptomen wie

Darüber hinaus gehört Benzol zu den karzinogenen Stoffen. Der krebserregende Effekt wird durch die Entstehung eines karzinogenen Metaboliten hervorgerufen. So kommt es im Körper zur Oxidation des Benzols.

Durch das Epoxid, das sich dabei bildet, besteht die Gefahr, dass das Erbgut geschädigt wird. Werden kleinere Mengen an Benzol regelmäßig aufgenommen, schädigt dies die inneren Organe sowie das Knochenmark. So verringert sich die Anzahl der roten Blutkörperchen.

Die Betroffenen leiden dadurch unter Beschwerden wie

Außerdem kann sich das Benzol im Knochenmark, dem Fettgewebe und im Gehirn anlagern. Sein Ausscheiden aus dem Körper geht nur langsam voran.

Vorsichtsmaßnahmen

Da Benzol schädlich für die Gesundheit und krebserregend ist, muss entsprechend vorsichtig mit ihm umgegangen werden. So ist es wichtig, Benzol nur bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius zu lagern.

Außerdem sollte man mit dem Stoff nicht in direkten Kontakt kommen. Stellen, an denen Benzol austritt, müssen so schnell wie möglich verlassen werden.

Dimethylsulfat (Kategorie 1)

Ebenfalls zu den karzinogenen chemischen Stoffen gehört Dimethylsulfat. Diese farblose und hochgiftige Flüssigkeit weist einen süßlichen Geruch auf. In mäßiger Ausbeute ist es aus H2SO4 und Methanol erhältlich.

Synthese und Verwendung

Die Synthese von Dimethylsulfat findet durch die Umsetzung von Dimethylether mit Schwefeltrioxid statt. In Chemielaboren dient Dimethylsulfat dazu, Amine, Carbonsäure, Phenole und weitere chemische Verbindungen zu methylieren. Außerdem findet es als Rohstoff für die Produktion von Medikamenten, Kosmetikerzeugnissen, Agrarprodukten und Farben Verwendung.

Gesundheitsgefahren und Vorsichtsmaßnahmen

Beim Menschen ist Dimethylsulfat eindeutig krebserregend. Es verfügt über die Eigenschaft, rasch die menschliche Haut zu diffundieren. Außerdem ist Dimethylsulfat wegen seiner alkylierenden Wirkung ein starkes Lungen- und Schleimhautgift sowie stark ätzend.

Der krebserzeugende Effekt entsteht durch die Methylierung der DNA. Da diese nicht mehr richtig gelesen werden kann, kommt es zum Absterben oder Mutieren der vergifteten Zellen. Darüber hinaus werden das Nervensystem sowie Organe wie

in Mitleidenschaft gezogen.

Dimethylsulfat wurde als besonders gefährliche karzinogene Substanz eingestuft, sodass es ausschließlich in geschlossenen Anlagen zur Anwendung kommt. Beim Arbeiten mit dem hochgiftigen Stoff sind spezielle Schutzhandschuhe zu verwenden. Ebenso wichtig ist ein gut funktionierender Abzug. Bleiben Reste von Dimethylsulfat zurück, müssen diese mit zehnprozentigem Ammoniak vernichtet werden.

2-Naphthylamin (Kategorie 1)

Unter 2-Naphthylamin versteht man ein Derivat des Feststoffes Naphthalin, das zur Gruppe der aromatischen Aminoverbindungen zählt.

Gewinnung und Verwendung

Hergestellt wird 2-Naphthylamin durch das Umsetzen von 2-Naphthol mit Ammium-Zinkchlorid bei Temperaturen von 200 bis 210 Grad Celsius. Erhitzt man 2-Naphthol mit Ammoniumacetat auf Temperaturen zwischen 270 und 280 Grad Celsius, kommt es zur Bildung des Acetyl-Derivats von 2-Naphthylamin.

In früheren Jahren fand 2-Naphthylamin als Alterungsschutzmittel von Gummi sowie zur Herstellung von Azofarbstoffen Verwendung. Da jedoch nachgewiesen wurde, dass der Stoff eine krebserregende Wirkung hat, verzichtet man mittlerweile auf ihn und verwendet stattdessen ungefährlichere Substanzen. In Deutschland stellt man 2-Naphthylamin bereits seit 1943 nicht mehr her.

Gesundheitsgefahren

2-Naphthylamin ist erwiesenermaßen karzinogen und kann Tumore in der Harnblase verursachen. Diese entstehen zumeist erst Jahrzehnte nach einem Kontakt mit der krebserregenden Substanz.

Als typisch gelten gestielte oder breit aufsitzende Papillome. Mediziner vermuten, das 2-Naphthylamin auch andere Krebsarten verursachen kann.

Acrylamid (Kategorie 2)

Als Acrylamid bezeichnet man ein kristallines, weißes Pulver, welches in Ethanol, Ether und Wasser gelöst werden kann. Es zählt zur chemischen Gruppe der Amide.

Vorkommen

Acrylamid wird bei der intensiven Erhitzung von Lebensmitteln wie etwa beim

gebildet. So findet sich Acrylamid vor allem in stark erhitzten und stärkehaltigen Kartoffelprodukten wie Pommes Frites und Kartoffelchips, aber auch in

kommt es vor. Außerdem kann der Stoff über den Rauch von Zigaretten oder Kosmetikprodukte in den Organismus gelangen.

Mögliche Gesundheitsgefahren durch Acrylamid

Durch Versuche an Tieren kam vor einigen Jahren der Verdacht auf, dass Acrylamid das Risiko von Tumoren in der Schilddrüse und im Mundraum erhöht. Langzeitstudien konnten diesen Verdacht bislang jedoch nicht bestätigen. So ist nach wie vor unklar, ob Acrylamid negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es nicht genug Anhaltspunkte über den Gehalt von Acrylamid in Nahrungsmitteln, sodass eine allgemeine Empfehlung nicht möglich ist. Manche Experten raten jedoch dazu, möglichst wenig acrylamidhaltige Produkte zu konsumieren.

Vorsichtsmaßnahmen

Wer bei Acrylamid in Lebensmitteln auf Nummer sicher gehen will, kann einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. So sollten Lebensmittel beim Braten, Rösten, Backen oder Frittieren grundsätzlich nicht zu stark gebräunt werden, denn je brauner ein Nahrungsmittel wird, desto höher ist sein Acrylamidgehalt.

  • Die Ofentemperatur sollte beim Backen nicht höher als 180 bis 200 Grad Celsius sein.
  • Damit gebackene Lebensmittel auf der unteren Seite nicht zu braun werden, ist es ratsam, Backpapier zu verwenden.
  • Beim Backen vom Pommes Frites wird empfohlen, lieber auf dicke als auf dünne Exemplare zurückzugreifen.
  • Beim Frittieren sollten die Temperaturen nicht höher als 175 Grad Celsius sein.

Benzpyren (Kategorie 2)

Benzpyren bezeichnet man auch als Benzo(a)pyren oder 1,2 Benzpyren. Gemeint ist damit ein aromatischer polycyclischer Kohlenwasserstoff.

Vorkommen

Enthalten ist Benzpyren in Steinkohleteer. Außerdem bildet sich der Stoff beim unvollständigen Verbrennen von organischen Stoffen, wodurch er weit verbreitet ist. So kommt Benzpyren zum Beispiel in Industrieabgasen oder Autoabgasen vor.

Doch auch beim Rauchen von Zigaretten sowie beim Rösten von Kaffee bilden sich kleine Mengen. Nachweisen lässt sich die Substanz zudem in Grillprodukten, deren Zubereitung mit Holzkohle oder Kiefernzapfen erfolgt.

Durch Extraktionsverfahren kann Benzpyren auch durch Kohlenteer oder andere Teerarten gewonnen werden. Den polycyclischen Wasserstoff stuft man als umweltschädigend und giftig ein.

Gesundheitsgefahren

Benzpyren gilt als krebserregende Substanz. Vor allem das Lungenkrebsrisiko durch Zigarettenrauch führen Mediziner größtenteils auf diese Substanz zurück.

Überdies wird Benzo(a)pyren auch als Verursacher des Schornsteinfegerkarzinoms angesehen. Dabei handelt es sich um einen Tumor der Hodenhaut, der durch benzpyrenhaltigen Ruß entsteht.

Das Benzo(a)pyren ist dabei zunächst nicht giftig. Im Körper kommt es jedoch zu einer Umwandlung in Benzo(a)pyren-7,8-Dihydroxy-9,10-Epoxid. Das Epoxid führt zu einer chemischen Reaktion mit der DNA, wodurch deren Struktur beeinträchtigt wird. Dies kann wiederum Mutationen begünstigen.

Cobaltchlorid (Kategorie 2)

Bei Cobalt(II)-chlorid handelt es sich um eine chemische Verbindung von Chlor und Cobalt. Im wasserfreien Zustand ist es ein rosafarbenes oder blaues Salz.

Gewinnung und Eigenschaften

Cobaltchlorid kann durch das Erhitzen von Hexahydrat oder aus den Elementen gewonnen werden. Zu den Eigenschaften des Stoffes gehört, dass es hygroskopisch ist und problemlos Wasser aufnimmt.

Die Farbe der Substanz verändert sich dabei von blau in rosa. Aber auch ein umgekehrter Farbenwechsel ist durch die Erhitzung des Hexahydrates über 35 Grad Celsius möglich.

Verwendung

Verwendung findet Cobaltchlorid als Feuchtigkeitsindikator in Trockenmitteln. Dazu gehört zum Beispiel Silica-Gel. Aber auch in anderen Lösungen lässt sich Wasser durch den Einsatz von Cobaltchlorid nachweisen.

Darüber hinaus findet es als Geheimtinte Verwendung. So ist es auf Papier erst dann zu erkennen, wenn es über einer Flamme erhitzt wird. Außerdem lässt es sich zum Verbessern von Batterieleistungen benutzen.

Gesundheitsgefahren

Cobaltchlorid wird als karzinogen und fruchtschädigend eingestuft. Außerdem steht es im Verdacht, das Erbgut zu verändern. Seit 2008 gehört der Stoff daher zur Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen.

Ottokraftstoff (Kategorie 2)

Der Begriff "Ottokraftstoff" gilt als Sammelbezeichnung für sämtliche Kraftstoffe von Ottomotoren, die Fahrzeuge oder Flugzeuge antreiben.

Benzol

Zu den Ottokraftstoffen zählt auch das krebserregende Benzol. Bei Benzol handelt es sich um eine organisch-chemische Verbindung. Mit einem Anteil von bis zu einem Prozent ist es in Motorenbenzin enthalten.

Durch Benzoldämpfe bestehen jedoch erhebliche Gesundheitsgefahren. So hat der Stoff unter anderem eine karzinogene Wirkung, wenn er eingeatmet wird.

Im Körper entsteht aus dem Benzol Epoxid, welches das Erbgut schädigt. Aufgrund dieser erheblichen Gesundheitsgefahren sind Stoffe, die mehr als 0,1 Prozent Benzol enthalten, in Deutschland verboten.

Die einzige Ausnahme bildet Benzin. Hier liegt der erlaubte Grenzwert bei maximal einem Prozent. Um Gesundheitsgefahren durch Benzol zu vermeiden, sollte der Ottokraftstoff nicht eingeatmet werden.

Rohöl (Kategorie 2)

Erdöl ist unter der Erdoberfläche zu finden. Es ist ein Sauerstoffgemisch, das vorwiegend aus Kohlenwasserstoffen besteht.

Es bildet sich durch die Umwandlungsprozesse organischer Stoffe. Erdöl, das noch nicht behandelt und aus Speichersteinen gefördert wurde, bezeichnet man auch als Rohöl.

Verwendung von Erdöl

Erdöl gehört zu den bedeutendsten fossilen Energieträgern. Besonders wichtig ist es als Treibstoff für die meisten Transportmittel sowie für die Stromerzeugung. Die Chemieindustrie benötigt Erdöl dagegen, um Kunststoffe und andere chemische Produkte herzustellen.

Unter Mineralölen versteht man in erster Linie Treibstoffe. Dazu gehören

die aus Erdöl gewonnen werden.

Gesundheitsgefahren durch Mineralöl

Mineralöl wird als krebserregend für den Menschen eingestuft, wenn es in den Körper gelangt. Für Aufsehen sorgte 2012 eine Studie der Stiftung Warentest, bei der Spuren von aromatischen Mineralölen in Adventskalendern gefunden wurden. So können die schädlichen Kohlenwasserstoffe über den Verzehr von Lebensmitteln in den Organismus eindringen und dort ihre schädliche Wirkung entfalten.

Doch nicht nur in Adventskalendern wurden Mineralölrückstände entdeckt, sondern auch in anderen Lebensmitteln wie

In Berührung mit dem Mineralöl kommen die Nahrungsmittel durch die recycelte Pappverpackung. So stellt die Industrie die Kartonagen häufig aus Altpapier her, das zuvor mit mineralölhaltigen Farben bedruckt wurde. Trotz des Recyclingprozesses besteht die Gefahr, dass die Farbbestandteile im Recyclingkarton bleiben.

In höheren Konzentrationen haben sie eine gesundheitsschädliche Wirkung. Besonders problematisch ist, dass der Verbraucher die Belastungen nicht erkennen kann. Außerdem gibt es bislang noch keine gesetzlichen Grenzwerte für Schadstoffe aus Mineralöl.

Experten warnen davor, dass bereits jede Dosis bei karzinogenen Stoffen gefährlich ist. Allerdings wurde die Wirkung von Mineralölschadstoffen auf den menschlichen Organismus noch nicht vollständig untersucht. Es besteht zwar die Möglichkeit, mithilfe eines speziellen Verfahrens, das man als Deinking bezeichnet, die schädlichen Farben aus den Kartons zu lösen, doch kommt dieses aus Kostengründen häufig nicht zur Anwendung.

Vorsichtsmaßnahmen

Um Gesundheitsgefahren durch mineralölhaltige Schadstoffe vorzubeugen, empfiehlt es sich, möglichst wenig Lebensmittel, die in Kartons verpackt sind, zu konsumieren. Verringern lassen sich Mineralölrückstände - wie zum Beispiel in Reis - durch das Kochen vor dem Verzehr.

Bleichromat (Kategorie 3)

Bei Bleichromat oder Blei(II)-chromat handelt es sich um ein Bleisalz der Chromsäure. Es gehört zu den umweltschädlichen Giften und gilt als karzinogener Stoff.

Vorkommen und Verwendung

Bleichromat ist ein Pulver, das in Wasser nicht löslich ist und eine orangegelbe Farbe aufweist. Durch die Lösung einer wasserlöslichen Bleiverbindung, die man mit Ammoniumchromat oder Kaliumchromat versetzt, wird es abgeschieden. In der Natur findet man Bleichromat als Krokoit, ein Mineral mit einer monoklinen Kristallstruktur, vor.

In früheren Jahren wurde dieses Erz zur Gewinnung von Blei und Chrom verwendet. Künstler griffen häufig auf Bleichromat zurück, um es für Farben zu benutzen. Aufgrund seiner hohen Giftigkeit wurde der Stoff durch andere Substanzen ersetzt.

In Europa kommt Bleichromat mittlerweile nicht mehr zum Einsatz. In Staaten außerhalb der EU verwendet man es dagegen noch immer in größeren Mengen als Pigment für Dispersionsfarben und Lacke.

Dieselkraftstoff (Kategorie 3)

Dieselkraftstoff kennt man vor allem unter den Bezeichnungen Diesel oder Dieselöl. Gemeint ist damit ein Gemisch aus mehreren Kohlenwasserstoffen. Dieses kommt als Kraftstoff für Dieselmotoren zum Einsatz. Allein in Deutschland verbraucht man jährlich rund 29 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff.

Herstellung

Diesel setzt sich aus Kerosin sowie unterschiedlichen Mitteldestillatfraktionen und Additiven zusammen. Kerosin gewinnt man ebenso wie Gasöl durch die Fraktionierung von Erdöl als Mitteldestillatfraktion. Außerdem werden Kerosin und Gasöl für die Herstellung des Diesels entschwefelt.

Weiterhin verwendet man Mitteldestillatfraktionen aus Crackanlagen. Zu den Hauptbestandteilen von Dieselkraftstoff gehören vor allem

  • aromatische Kohlenwasserstoffe
  • Alkane und
  • Cycloalkane.

Gesundheitsgefahren durch Dieselabgase

Lange Zeit wurden Dieselabgase lediglich als potenziell krebserregend eingestuft. Seit 2012 bewertet die Weltgesundheitsorganisation Dieselkraftstoff jedoch als krebserregend und zählt dessen Abgase nun zur Gruppe 1 der Gefahrenstoffe.

So ergaben Studien der WHO, dass die Dämpfe von Dieselkraftstoff in Verbindung mit zahlreichen Lungenkrebsfällen stehen. Das Gefahrenpotential von eingeatmeten Dieselabgasen lässt sich mit Passivrauchen vergleichen.

Als besonders gefährdet gelten Menschen, die mit den Dieselabgasen häufig in Kontakt kommen. Dazu zählen vor allem Berufsgruppen wie

  • Minenarbeiter
  • LKW-Fahrer und
  • Schiffspersonal.

Aber für

  • Autofahrer und
  • Fußgänger sowie
  • Radfahrer

besteht ein gewisses Risiko. Als Gegenmaßnahme fordert die WHO die Industrie zur Verringerung der Diesel-Emissionen auf.

Nickel (Kategorie 3)

Nickel gehört zu den chemischen Elementen und ist ein Übergangsmetall. Es kann gesundheitliche Probleme hervorrufen.

Vorkommen und Verwendung

Da man Nickel weltweit bisher lediglich an 24 Fundorten nachweisen konnte, stellt es ein seltenes Metall dar. Gewonnen wird Nickel größtenteils aus nickelhaltigen Erzen wie zum Beispiel

  • Garnierit
  • Pentlandit und
  • Willemseit.

Insgesamt gibt es etwa 200 verschiedene Nickelminerale. Die größten Nickelvorkommen liegen in

Pro Jahr fördern diese Länder über eine Million Tonnen Nickel. Als Metall benötigt man Nickel in geringen Mengen.

So kommt es als Reinmetall als Katalysator für die Hydrierung von ungesättigten Fettsäuren zum Einsatz. Da Nickel sehr beständig ist, verwendet man es häufig für Apparaturen in der chemischen Industrie und Chemielaboren.

Auch Nickellegierungen für Münzen werden aus Nickelmetall hergestellt. Als Legierungsmetall kommt es zur Veredelung von Stahl zum Einsatz. So wird die Härte des Stahls durch Nickel erhöht.

Gesundheitliche Gefahren durch Nickel

Durch Nickel werden auch Gesundheitsprobleme hervorgerufen. Dazu gehört vor allem die Nickeldermatitis, eine häufig vorkommende Kontaktallergie der Haut. Allein in Deutschland liegt bei ungefähr 2 bis 4 Millionen Menschen eine Sensibilisierung gegen Nickel vor.

Darüber hinaus besteht ein Krebsrisiko, wenn anorganische Nickelverbindungen eingeatmet werden. So können sich daraus Plattenepithelkarzinome der oberen Atemwege und der Lunge entwickeln. In Deutschland zählen berufsbedingte Krebserkrankungen durch Nickelexposition zu den anerkannten Berufskrankheiten.

Ozon (Kategorie 3)

Als Ozon (O3) bezeichnet man ein Molekül, das aus drei Sauerstoffatomen besteht. Da es ein starkes Oxidationsmittel ist, kann es bei Menschen die Atemwege reizen. Bei normalem Luftdruck und Zimmertemperatur ist es gasförmig.

Vorkommen

Ozon bildet sich aus gewöhnlichem Sauerstoff. Die höchste Ozon-Konzentration besteht in der Stratosphäre. Verantwortlich für die Entstehung des Moleküls in der Stratosphäre ist der Ozon-Sauerstoff-Zyklus.

Innerhalb der Stratosphäre ist das Ozon nicht schädlich. Es hat die Eigenschaft, zum Teil die UV-Strahlung der Sonne zu absorbieren. Innerhalb der Atemluft ist es jedoch schon in geringen Mengen gesundheitsschädlich.

Gesundheitsgefahren durch Ozon

Obwohl Ozon in der Stratosphäre sehr nützlich ist, stellt es in Bodennähe ein Gesundheitsrisiko dar, da es sich bei ihm um ein starkes Atemgift handelt. So können Ozonwerte von mehr als 100 Mikrogramm je Kubikmeter Luft bei empfindlichen Menschen Beschwerden auslösen. Dazu gehören vor allem

Seit 1995 zählt Ozon auch zu den karzinogenen Stoffen, da der Verdacht besteht, dass es Krebs verursachen kann, wenn es über längere Zeit in höherer Konzentration eingeatmet wird.

Ein anderes Problem ist die Verminderung der Ozonkonzentration in den höheren Schichten der Atmosphäre aufgrund von Schadstoffen wie FCKW. Durch das auf diese Weise entstandene so genannte Ozonloch kam es vor allem auf der Südhalbkugel der Erde zu einem deutlichen Anstieg von Hautkrebsfällen.

Vorsichtsmaßnahmen

Kommt es zu erhöhten Ozonwerten, was vor allem im Sommer bei tagelangem Sonnenschein und erheblicher Hitze der Fall sein kann, wird empfohlen,

  • sich langsam zu bewegen
  • sich nicht den ganzen Tag im Freien aufzuhalten
  • reichlich zu trinken und
  • viel Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

Vor allem Tomaten enthalten den Stoff Lycopin, der freie Radikale wie Ozon unschädlich macht. Wer ältere Kopiergeräte oder Laserdrucker benutzt, die Ozonbildung verursachen, sollte diese nicht in unbelüfteten Räumen einsetzen.

Oxazepam (Kategorie 3)

Bei Oxazepam handelt es sich um einen medizinischen Wirkstoff, der zur chemischen Gruppe der Benzodiazepine gehört. Das Präparat kann psychisch und physisch abhängig machen.

Einsatzgebiete von Oxazepam

Zur Anwendung kommt Oxazepam gegen

Da der Arzneistoff eine mittlere Wirkungsdauer von ungefähr acht Stunden hat, eignet er sich besonders gut gegen Durchschlafstörungen. Bei ausreichendem Schlaf sind am folgenden Tag normalerweise keinerlei Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit zu befürchten. Allerdings eignet sich das Mittel nicht für eine dauerhafte Therapie, sodass es nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden sollte.

Gesundheitsgefahren

Wird Oxazepam über einen längeren Zeitraum eingenommen, besteht die Gefahr einer Abhängigkeit. So lässt die Wirkung des Mittels im Laufe der Zeit nach, weil sich der Organismus an den Stoff gewöhnt. Darüber hinaus können Nebenwirkungen wie

auftreten.

Kontraindikation

Nicht zur Anwendung kommen sollte Oxazepam während der Schwangerschaft, sofern es nicht unbedingt erforderlich ist, denn es besteht das Risiko, dass es beim Baby zu

kommt. Für den Verdacht, dass Oxazepam möglicherweise eine karzinogene Wirkung hat, liegen bislang nicht genügend Beweise vor.

Karzinogene Strahlung

Spricht man von Strahlung, ist damit eine Energieform gemeint, deren Ausbreitung entweder als Teilchenstrom oder als elektromagnetische Welle erfolgt. Zu den elektromagnetischen Strahlen werden

gezählt. Bei Alpha-Strahlen und Beta-Strahlen handelt es sich dagegen um Teilchenstrahlung.

Bestimmte Strahlungen sind erwiesenermaßen karzinogen. Vor allem ionisierende Strahlen wie Röntgenstrahlen oder die Strahlung von radioaktiven Stoffen können Krebserkrankungen verursachen. Darüber hinaus bestehen Zusammenhänge zwischen der UV-Strahlung der Sonne und Hautkrebs.

Radioaktive Strahlung

Vor allem radioaktive Strahlen sind hinlänglich als karzinogen bekannt. Denkt man an Radioaktivität, kommen einem unwillkürlich Hiroshima, Tschernobyl, Atomkraftwerke und Atombomben in den Sinn. Allerdings gibt es auch eine permanente radioaktive Strahlung in der natürlichen Umwelt durch Radionuklide, wenngleich nur in geringfügigem Umfang.

Dosen von radioaktiver Strahlung werden in Sievert angegeben. Ab etwa fünf Sievert steigt die Wahrscheinlichkeit an, dass das Erbgut durch die ionisierenden Strahlen geschädigt wird und es zu einer Krebserkrankung kommt.

Röntgenstrahlen

Ebenfalls als karzinogene Strahlung gilt Röntgenstrahlung. Röntgenstrahlen kommen oftmals im Rahmen von medizinischen Untersuchungen zum Einsatz. In Deutschland schätzt man die durchschnittliche Strahlenexposition durch ärztliche Untersuchungen auf rund 2 Millisievert, was über den Durchschnittswerten anderer europäischer Länder liegt.

Allerdings hängt die Höhe der effektiven Strahlendosis auch von der Art der Untersuchungen ab. Zum Beispiel fällt die Strahlenbelastung bei einer zahnärztlichen Röntgenuntersuchung deutlich niedriger aus als bei einer Mammographie der Brust. Am höchsten ist das Erkrankungsrisiko durch Röntgenstrahlen bei älteren Menschen.

Übermäßiger Strahlung vorbeugen

Um sich weniger Röntgenstrahlung auszusetzen, wird empfohlen, es vor einer Röntgenuntersuchung dem zuständigen Arzt mitzuteilen, wenn bestimmte Röntgenaufnahmen schon einmal gemacht wurden. Hilfreich dazu kann ein spezieller Röntgenpass sein, den man bei der Krankenkasse erhält.

Wenn möglich, sollte man frühere Röntgenaufnahmen mitbringen oder anfordern. Wichtig ist auch, dass Körperstellen, die nicht untersucht werden, genügend Strahlenschutz erhalten.

UV-Strahlen

Auch UV-Strahlen wie UVA- und UVB-Strahlen zählen zur krebserregenden Strahlung. So verursachen sie verschiedene Arten von Hautkrebs.

Damit es nicht zu einer Hautkrebserkrankung kommt, ist es ratsam, sich nicht übermäßiger Sonnenstrahlung auszusetzen und Sonnenbrände zu vermeiden. Vor allem Kinder müssen vor der Sonne geschützt werden.

Einteilung nach IARC

Karzinogene lassen sich zudem nach Angaben der IARC, der Internationalen Agentur für Krebsforschung einstufen. Dabei werden regelmäßig umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, sodass die Einteilung stets akutalisiert wird. In der folgenden Tabelle erhalten Sie einen Überblick über beispielhafte Karzinogene nach Einteilung durch die IARC.

Karzinogen-Einstufung nach IARC
Gruppe 1Gruppe 2AGruppe 2BGruppe 3Gruppe 4
Karzinogen für MenschenWahrscheinlich karzinogenMöglicherweise karzinogenNicht eingestuftWahrscheinlich nicht karzinogen
Alkoholische Getränke, Benzol, Holzstaub, LederstaubAcrylamid, Rotes Fleisch, Offene Kamine, MateAcetaldehyd, Blei, Furan, CarbazolAmaranth, Koffein, Tee, MelaminCaprolactam

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Hannes Leischner: BASICS Onkologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2016, ISBN 3437423290
  • Christa Pleyer: Onkologie: Verstehen - Wissen - Pflegen, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437273469
  • Christoph Wagener, Oliver Müller: Molekulare Onkologie: Entstehung, Progression, klinische Aspekte, Thieme Verlagsgruppe, 2009, ISBN 3131035137
  • Kurt Possinger, Anne Constanze Regierer, Jan Eucker: Klinikleitfaden Hämatologie Onkologie: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2018, ISBN 3437242962

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