29. März 2011
Als Varikozelen bezeichnet man die Bildung von Krampfadern im männlichen Hodensack. Sie werden durch eine Blutstauung in den Venen verursacht.
Unter einer Varikozele versteht man eine Schwellung im Hodensack des Mannes. In den meisten Fällen zeigt sie sich auf der linken Seite des Geschlechtsorgans. Besonders betroffen sind junge Männer, die zwischen 15 und 25 Jahre alt sind.
Die Varikozele ist die am häufigsten auftretende Blutgefäßerkrankung des Hodensacks. So kommt es bei etwa 15 Prozent aller erwachsenen Männer zur Bildung einer Krampfaderaussackung. Bei Jugendlichen beträgt der Anteil rund 5 Prozent. Kinder unter zehn Jahren sind dagegen nur sehr selten von dieser Erkrankung betroffen.
In den meisten Fällen wird eine Varikozele durch einen anatomisch bedingten erschwerten Abfluss des Blutes in die linke Nierenvene verursacht. Durch diese Blutstauung besteht die Gefahr einer Schwächung der Venenklappen. Im weiteren Verlauf erhöht sich der Druck, was schließlich zu einer krampfaderartigen Aussackung der Venen im Hodensack führt. Die Gründe für einen erschwerten Blutabfluss sind verschieden. So kann es zum Beispiel zu einer Verengung der Nierenvene durch die Hauptschlagader kommen. Es ist aber auch möglich, dass die linke Samenstrangvene einen ungünstig verlaufenden Knick bei der Einmündung in die Nierenvene aufweist. Varikozelen, die anlagebedingt sind, bezeichnet man in der Medizin als primäre Varikozelen. Von sekundären oder symptomatischen Varikozelen spricht man bei der Bildung von gut- oder bösartigen Tumoren in der Niere oder der Nierengegend oder Blutgefäßeinreißungen und Blutgerinnsel im Venenkomplex des Samenstrangs, wodurch es zu einer Erschwerung des Blutabflusses kommt. In diesem Fall können Varikozelen auf beiden Seiten des Hodensacks auftreten.
Mögliche Symptome bei der Entstehung einer Varikozele sind dumpfe Spannungsgefühle an der betroffenen Hodenseite beim Laufen oder Stehen sowie unterschiedlich große Schwellungen an den Hoden. Häufig kommt es jedoch nicht zu Beschwerden, sodass die Varikozele eher zufällig bei einer ärztlichen Routineuntersuchung entdeckt wird. Im weiteren Verlauf besteht die Gefahr, dass durch die Erhöhung des Drucks und die krampfaderartige Aussackung das umliegende Gewebe geschädigt wird. Häufig sind unbehandelte Varikozelen der Grund für Unfruchtbarkeit beim Mann.
Um das Ausmaß einer Varikozele festzustellen, tastet der behandelnde Arzt die Aussackung ab. Je nach Schweregrad wird dann entschieden, ob eine Behandlung erforderlich ist. Damit Tumore als Ursache für die Varikozele ausgeschlossen werden können, wird eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) durchgeführt. Zur besseren Beurteilung des Samenstrangs erfolgt zudem eine Phlebographie, bei der die Venen mithilfe von Röntgenkontrastmitteln bildlich dargestellt werden. Meist wird auch eine Untersuchung der Spermien vorgenommen.
Eine medizinische Behandlung der Varikozele ist nicht immer notwendig und hängt von ihrem Ausmaß und möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen ab. Gründe für eine Therapie sind u.a. Schmerzen, eine Beeinträchtigung des Hormonhaushalts, verminderte Samenqualität oder wenn die Varikozele beidseitig auftritt. Ist eine Behandlung erforderlich, injiziert man in der Regel dem Patienten durch einen Katheter ein Mittel zur Krampfaderverödung, was man als Transkathetersklerosierung bezeichnet. In schweren Fällen muss mitunter ein operativer Eingriff durchgeführt werden, bei dem man das zu behandelnde Gefäß entweder verödet, abbindet oder gegebenenfalls entfernt.
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