Knochenkrebs - Ursachen, Symptome und Behandlung

Welche Ursachen verantwortlich für die Entstehung eines Knochenkrebses sind, ist noch nicht genau geklärt. Der Krankheitsverlauf ist individuell verschieden. Welche Symptome Knochenkrebs verursacht, hängt davon ab, wo genau sich der Tumor befindet. Die Diagnostik ist umfangreich.

Die Entstehung von Knochenkrebs und wie man bösartige Knochentumore erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Von Knochenkrebs ist die Rede, wenn sich im Bereich der Knochen eine bösartige Geschwulst gebildet hat. Man unterscheidet primäre Knochentumoren, die vom Knochengewebe ausgehen und sekundäre Knochentumoren, die sich als Metastasen von Tumoren in anderen Körperregionen bilden.

Ferner gibt es folgende Knochenkrebsformen:

  • das Osteosarkom zählt zu den ossären Tumoren und gilt als häufigste bösartigste Form; der Tumor wächst sehr schnell und bildet bildet früh Metastasen
  • das Chondrosarkom zählt zu den knorpligen Tumoren; es geht von den Knorpelflächen aus
  • das Knochenfibrosarkom zählt zu den bindegewebigen Tumoren
  • das maligne fibröse Histiozytom zählt zu den histiozytären Knochentumoren
  • das Plasmozytom (Morbus Kahler) zählt zu den osteomyelogenen Tumoren und geht von einer die Plasmazellen betreffende Krankheit aus
  • das Ewing-Sarkom, ebenfalls aus dieser Kategorie, geht vom Knochenmarksraum aus

Ursachen

Ärzte vermuten, dass der Knochenkrebs erblich bedingt ist. Er tritt überwiegend im Kindes- oder Jugendalter auf.

Betroffene, die im Kindesalter eine Krebserkrankung hatten und deshalb eine Behandlung mit Chemo- oder Strahlentherapie erhalten haben, erkranken in späteren Jahren gehäuft an Knochenkrebs, so dass hier möglicherweise ein Zusammenhang besteht. Auch Erkrankungen wie Morbus Paget und das multiple Osteochondrom gelten als mögliche Risikofaktoren.

Verlauf

Die Heilungschancen bei Knochenkrebs sind unterschiedlich hoch. Von den Patienten, die ein Ewing-Sarkom haben, überleben etwa die Hälfte die ersten fünf Jahre nach Beginn der Erkrankung. Patienten mit einem Osteosarkom haben eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit; hier leben bis zu 80% der Patienten auch nach der wichtigen Fünf-Jahres-Frist noch. Jedoch sinken die Überlebenschancen rapide, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben.

Symptome

Unter dem Begriff "Knochenkrebs" werden verschiedene Krebsformen zusammengefasst.

Allgemeine Symptome

Allgemein kann gesagt werden, dass der Krebs an den Knochen Schmerzen verursacht. Der Patient spürt diese in der Regel auch an der Stelle, an der sich der bösartige Tumor befindet.

Häufig ist diese Stelle auch geschwollen. Befindet sich der Tumor an einer Extremität, kann diese nur noch unzureichend bewegt werden.

Ewing-Syndrom

Patienten mit einem so genannten Ewing-Sarkom haben gleichzeitig Fieber sowie Schmerzen und eine Schwellung im Bereich des Tumors. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, fühlen sich die Patienten müde und verlieren stark an Gewicht. Diese Krebsform ist hauptsächlich in den Beinen, aber auch im Becken oder unteren Wirbelsäulenbereich zu finden.

Osteosarkom

Eine weitere Knochenkrebsform ist das Osteosarkom. Hier bildet sich der Tumor meist an den Extremitäten, selten jedoch am Kiefer. Auch hier ist die Stelle des Tumors geschwollen und kann nur noch unzureichend bewegt werden.

Fieber besteht jedoch nicht. Die Haut im Bereich des Tumors ist auffallend dünn und die kleinste Verletzung kann in diesem Bereich zu einem Knochenbruch führen.

Diagnose

Allgemeine Untersuchungen

Wenn ein Patient derartige Symptome schildert, führt der Arzt in jedem Fall eine allgemeine Untersuchung durch. Er

Oft kann der Knochenkrebs durch die Blutuntersuchung bestätigt werden. Auffallend ist, dass Patienten mit einem Ewing-Sarkom zu viele weiße Blutkörperchen, jedoch zu wenige rote Blutkörperchen im Blut haben.

Zusätzlich werden bei dem Diagnosenverdacht weitere Blutwerte bestimmt, um andere Krebsformen abgrenzen zu und eine Aussage über den Verlauf der Krankheit treffen zu können. Beim Osteosarkom hingegen ist ein spezielles Enzym erhöht.

Bildgebende Untersuchungen

Auch eine Ultraschalluntersuchung wird durchgeführt. Um seinen Diagnosenverdacht zu sichern, lässt der Arzt eine

anfertigen. Werden bereits Metastasen vermutet, wird häufig auch eine Szintigrafie des Skelettes gemacht. Abschließend wird eine Gewebeprobe aus dem Tumor entnommen und im Labor unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht.

Therapie

Bei einem Ewing-Sarkom

Patienten mit einem Ewing-Sarkom erhalten zu Beginn der Behandlung eine Chemotherapie, damit der Tumor anschließend im Rahmen der Operation besser zu entfernen ist. Nach der Operation erhält der Patient eine Strahlentherapie, um den restlichen Tumor zerstören zu können. Meist kann der Tumor während der Operation nicht vollständig entfernt werden, so dass die Nachbehandlung in Form der Strahlentherapie erfolgen muss.

Bei einem Osteosarkom

Patienten mit einem Osteosarkom, das noch keine Metastasen gebildet hat, erhalten ebenfalls vor der Operation eine Chemotherapie. Auch hier soll die Chemotherapie den bösartigen Tumor verkleinern, so dass er besser entfernt werden kann.

Je nachdem, wo sich der Knochenkrebs befindet, kann es auch notwendig werden, eine Extremität zu amputieren. Die Ärzte versuchen jedoch alles, um den Tumor vollständig zu entfernen und die Extremität trotzdem erhalten zu können. Nach der Operation folgt erneut eine Chemotherapie.

Hat das Osteosarkom bereits Metastasen gebildet, erhält der Patient ebenfalls im ersten Schritt eine Chemotherapie. Schlägt diese gut an und der Tumor sowie die Metastasen bilden sich gut zurück, erfolgt vorerst keine Operation.

Schlägt die Chemotherapie jedoch nicht oder nur unzureichend an, entfernen die Ärzte den Tumor sowie die Metastasen im Rahmen einer Operation. Anschließend erhält der Patient erneut eine Chemotherapie.

Vorbeugung

Da die genauen Ursachen für den Knochenkrebs noch nicht bekannt sind, kann der schweren Erkrankung auch nicht vorgebeugt werden. Sollten jedoch entsprechende Schmerzen beobachtet werden, sollte man diese umgehend ärztlich abklären lassen.

In den meisten Fällen steckt eine harmlose Ursache dahinter. Anderenfalls kann sofort eine Behandlung beginnen und ist dann noch möglicherweise noch erfolgreich.

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