22. April 2009
Eine Kaufsucht äußert sich durch ständiges Einkaufen unnützer Dinge. Die Diagnose stellt meist ein Psychologe.
Patienten, die an Kaufsucht leiden, kaufen regelmäßig Dinge ein, die sie gar nicht benötigen. Teilweise gehen die Betroffenen so weit, dass sie Kleidungsstücke ungewaschen und noch mit Preiszettel versehen in den Schrank hängen. Nur die wenigsten Kleidungsstücke, die die Betroffenen kaufen, werden auch getragen. Auch andere Gegenstände wie zum Beispiel Elektronikartikel werden oftmals nicht einmal aus der Verpackung genommen.
Es geht den Patienten nur darum, ihren Zwang zu befriedigen. Dabei ist es meist unerheblich, was eingekauft wird. Kaufsüchtige kaufen ein, um kurzzeitig ihre Probleme zu vergessen. Während des Einkaufes bekommen die Patienten einen richtigen Kick, der jedoch sofort verfliegt, wenn die Patienten wieder zu Hause sind. Viele plagt dann das schlechte Gewissen, doch sie können nichts gegen ihren Zwang unternehmen. Brauchen die Patienten das Einkaufen anfangs möglicherweise einmal wöchentlich, so steigert sich dies im Rahmen der Krankheit und die Patienten benötigen es täglich oder sogar mehrmals täglich.
Sowohl Frauen als auch Männer sind von der Krankheit betroffen, häufiger jedoch Frauen als Männer. Frauen kaufen oft Kleidungsstücke und Schuhe während Männer eher Elektronikartikel kaufen, um so ein Glücksgefühl auszulösen.
Können die Patienten aus irgendeinem Grund nicht einkaufen, leiden sie unter Entzugserscheinungen. Die Patienten zittern dann, schwitzen stark und sind äußerst unruhig.
Meist dauert es lange Zeit, bis sich die Betroffenen ihre Sucht eingestehen und einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufsuchen.
Dieser befragt die Patienten, wann und wie oft sie einkaufen und welche Artikel gekauft werden.
Danach kann er das Krankheitsstadium einteilen. Zu Beginn der Kaufsucht befinden sich die Betroffenen in der so genannten Gewinnphase, in der sie sich über den gekauften Artikel freuen. Dieses Stadium geht dann in eine weitere Phase der Krankheit über, in der sich der Patient immer weniger über den Artikel freuen kann und viel mehr der Kaufakt an sich den Kick bringt. Für die Patienten tritt ein Glücksgefühl auf, wenn sie einen Artikel suchen, finden, an die Kasse gehen und diesen bezahlen. In der so genannten Verlustphase leiden die Patienten unter hohen Geldausgaben und können ihre Kaufsucht nicht mehr im Griff behalten. In der darauf folgenden Verzweiflungsphase sind die Patienten –wie der Name der Phase bereits sagt- sehr unglücklich mit ihrer Situation und ihrer finanziellen Krise. Die Patienten gestehen sich ihre Suchterkrankung jedoch noch immer nicht ein.
Der Therapeut beurteilt die Krankheit auch danach, ob Begleiterkrankungen wie Depressionen, Schlafstörungen oder Selbstmordgedanken auftreten. Ferner befragt er den Patienten, inwieweit er noch Kontrolle über den Kaufvorgang hat, welche Entzugssymptome auftreten, ob neben dem Kaufzwang noch Hobbys ausgeübt werden und ob sich der Patient seiner finanziellen Situation bewusst ist.
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