Japanische Enzephalitis - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Japanische Enzephalitis wird durch ein Virus verursacht. Treten Symptome auf, so handelt es sich um eine sehr schwere Erkrankung. Besonders bei kleinen Kindern und älteren Erwachsenen verursacht die Japanische Enzephalitis ein schweres Krankheitsgefühl. Die Diagnose kann aufgrund einer Blutuntersuchung gestellt werden. Lesen Sie alles Wissenswerte über die Ursachen, Symptome und Behandlung der Japanischen Enzephalitis.

Die Entstehung der Japanischen Enzephalitis und wie man sie erkennen und behandeln kann

Bei der Japanischen Enzephalitis handelt es sich um eine Tropenkrankheit, die durch Viren verursacht wird und hauptsächlich in Ost- und Südostasien auftritt. Besonders Kinder sind von dieser Erkrankung betroffen.

Als Überträger des Virus gelten Mücken. Dabei dienen vor allem wild lebende Vögel und Schweine als Erregerreservoir.

Ursachen

Während eine normale Enzephalitis auch durch Krankheitserreger wie Bakterien verursacht werden kann, so ist die Ursache der Japanischen Enzephalitis das so genannte Japanische-Enzephalitis-Virus. Dieses Virus gehört zur Gruppe der so genannten Flaviviren.

Die Krankheit tritt, wie der Name sagt, in Japan und zusätzlich auch in Ost- und Südostasien und Australien auf (hier jedoch ausschließlich in ländlichen Regionen). Die Krankheit wird von speziellen Stechmücken übertragen, die sich besonders in Feuchtgebieten aufhalten.

Auch am Ende der Regenzeit besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit der Japanischen Enzephalitis zu infizieren. Die Krankheit kommt sowohl immer an bestimmten Orten (wie z.B. Thailand) vor, als auch zeitlich begrenzt in einem Gebiet.

Verlauf

Wird der Mensch von einer dieser Mücken gestochen, vergehen zwischen 5 und 15 Tagen so genannter Inkubationszeit, bis die Symptome ausbrechen. Nicht jede Mücke in diesem Gebiet überträgt mit ihrem Stich jedoch auch das Virus.

Es handelt sich bei der Japanischen Enzephalitis um eine schwere Erkrankung. Fast die Hälfte aller Patienten (40%) erleiden Komplikationen und dadurch häufig Spätschäden der Krankheit.

Bleibende Schäden können zum Beispiel Lähmungen oder geistige Beeinträchtigungen sein. Junge erwachsene Patienten haben in der Regel recht gute Heilungschancen.

Kleine Kinder und ältere Erwachsene hingegen versterben sehr häufig an der schweren Krankheit. Die meisten Patienten versterben in der ersten Krankheitswoche an dem hohen Fieber.

Symptome

Die Japanische Enzephalitis ist eine schwere Viruserkrankung, die überwiegend in Südostasien vorkommt. Nicht immer leiden die Patienten jedoch unter Symptomen.

Junge Erwachsene ohne nennenswerte Grunderkrankungen bemerken von der Krankheit häufig nichts. Andere junge Patienten leiden lediglich unter leichtem Fieber und Kopfschmerzen.

Besonders kritisch ist die Japanische Enzephalitis jedoch bei kleinen Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen. Zu Beginn der Erkrankung leiden die Patienten unter starken Kopfschmerzen und plötzlich auftretendem Fieber.

Den Patienten ist übel und sie müssen sich erbrechen. Typisch für eine Enzephalitis ist auch die Nackensteife.

Während der ersten drei Krankheitstage verschlechtern sich diese Symptome und das Fieber steigt weiter. Die Patienten leiden dann auch aufgrund des hohen Fiebers unter Schüttelfrost.

Durch die hohe Körpertemperatur sind die Patienten benommen und kaum ansprechbar. Auch Krampfanfälle können auftreten. Zusätzlich leiden viele Patienten während dieser Krankheitsphase auch unter Lähmungen.

Viele Patienten versterben in den ersten Tagen der Krankheit an ihrem hohen Fieber. Sieben bis zehn Tage, nachdem die Krankheit ausgebrochen ist, bilden sich die Symptome langsam zurück und das Fieber sinkt. Bis der Patient jedoch wieder völlig gesund ist, vergehen weitere ein bis zwei Monate.

Diagnose

Da diese Krankheit überwiegend in Südostasien und Ostasien vorkommt, ist dies bereits ein wichtiger Anhaltspunkt für den behandelnden Arzt. Zusammen mit den vorliegenden Symptomen wird dann oftmals bereits die Krankheit "Japanische Enzephalitis" vermutet.

Zur Sicherung des Diagnosenverdachtes nimmt der Arzt dem Patienten Blut ab und lässt dieses im Labor auf spezielle Antiköper untersuchen. Diese sind jedoch erst nach einigen Tagen der Krankheit nachweisbar.

Patienten mit einer Japanischen Enzephalitis haben zudem eine zu hohe Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut. Oftmals wird daher auch die Hirnflüssigkeit des Patienten untersucht, in dem eine so genannte Liquorpunktion vorgenommen wird.

Hier kann das Virus direkt nachgewiesen werden. Für die Untersuchung muss sich der Patient mit rundem Rücken hinsetzen oder hinlegen. Während der Untersuchung entnimmt der Arzt durch eine Spritze, die in einen bestimmten Punkt des Rückens (untere Wirbelsäule) gestochen wird, das Hirnwasser.

Die Untersuchung empfinden viele Patienten als schmerzhaft, sie kann jedoch lebensnotwendig sein, um möglichst früh das Virus diagnostizieren zu können. Weisen alle Untersuchungsergebnisse auf die Japanische Enzephalitis hin, kann der Arzt eine Therapie einleiten.

Behandlung

Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden, können mit einem Antibiotikum behandelt werden. Bei einer viralen Erkrankung wie der Japanischen Enzephalitis helfen Antibiotika jedoch nicht.

Virale Krankheiten können von den Ärzten daher nur symptomatisch behandelt werden. Das bedeutet, der Arzt verordnet

Wichtig ist auch, dass die Patienten viel trinken. Zusätzlich werden Wadenwickel gemacht, um das Fieber möglichst niedrig zu halten.

Patienten, deren Körper durch das Fieber stark ausgetrocknet ist, erhalten Flüssigkeit in Form von Infusionen zugeführt. Im Rahmen der Therapie achten die behandelnden Ärzte auch darauf, dass der Patient nicht zusätzlich an weiteren Krankheiten (so genannten Sekundärinfektionen) erkrankt.

Schwer kranke Patienten benötigen oftmals auch eine künstliche Beatmung. Die Behandlung von Patienten mit einer Japanischen Enzephalitis findet aufgrund der Schwere der Krankheit in der Regel in einem Krankenhaus statt.

Vorbeugung

Da die Krankheit nur schlecht behandelt werden und viele Folgeschäden nach sich ziehen kann, ist es wichtig, sich vor der Japanischen Enzephalitis zu schützen. Menschen, die einen Aufenthalt in den gefährdeten Gebieten planen, sollten sich von einem Facharzt für Reise- und/oder Tropenmedizin diesbezüglich beraten lassen.

Um sich vor der Japanischen Enzephalitis zu schützen, kann man zum einen Maßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen ergreifen, zum anderen gibt es eine Schutzimpfung.

Schutzmaßnahmen

In der Apotheke gibt es Insektenschutzmittel, die auf die Haut gesprüht werden können und dann für eine gewisse Zeit Insekten wie Mücken abhalten.

Um sich vor der Japanischen Enzephalitis zu schützen, sollte auch die Kleidung eingesprüht werden, so dass die Mücken nicht durch die Kleidung hindurch stechen. Am besten ist es, die entsprechenden Risikogebiete zu meiden.

Ist dies nicht möglich, so sollte nachts über dem Bett ein Moskitonetz angebracht werden. Vor den Fenstern gibt es in vielen Hotels zudem auch Insektenschutzgitter. Für Risikogebiete gibt es auch spezielle Schutzkleidung zur Vermeidung von Mückenstichen.

Impfung

Zusätzlich zu den Vorsichtsmaßnahmen sollte man sich impfen lassen, um eine Japanische Enzephalitis wirksam zu verhindern. Für wen die Impfung empfohlen wird, erfährt man von einem Facharzt für Reisemedizin. Um einen vollständigen Schutz vor der Japanischen Enzephalitis zu erreichen, muss die Schutzimpfung zweimal im Abstand von vier Wochen verabreicht werden.

Nach der zweiten Impfung dauert es weitere vier Wochen, bis der Körper ausreichend Antikörper gegen das Virus gebildet hat und sich nicht mehr mit der Krankheit infizieren kann. Dann hält der Impfschutz etwa vier Jahre lang an und muss nach dieser Zeit wieder aufgefrischt werden.

Als Nebenwirkung der Schutzimpfung können nach den Impfungen Muskel- und/oder Kopfschmerzen auftreten. Im Vergleich zu einem schweren Krankheitsverlauf der Japanischen Enzephalitis sind diese Nebenwirkungen jedoch harmlos und in Kauf zu nehmen.

Die Schutzimpfung ist in Deutschland jedoch erst für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen, Kinder dürfen demnach noch nicht geimpft werden.

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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