Inkontinenz Artikel

Die Analplastik zur Rekonstruktion des Schließmuskels bei Stuhlinkontinenz

Menschen, die unter Stuhlinkontinenz leiden, sind nicht mehr in der Lage ihren Stuhlgang zurückzuhalten. Eine operative Behandlungsmöglichkeit ist die Analplastik.

Ärztin lächelt in die Kamera, im Hintergrund Ärzte bei der Operation

Bei einer Stuhlinkontinenz lässt sich der Stuhlgang nicht mehr steuern oder zurückhalten. Das bedeutet, dass Kot abgeht, ohne dass der Patient dies verhindern kann.

Ursachen von Stuhlinkontinenz

In den meisten Fällen wird eine Stuhlinkontinenz durch einen Defekt des Schließmuskels hervorgerufen. Der Schließmuskel umgibt die Öffnung des Afters wie eine Art Ring, der aus Haut, Schleimhaut und Muskeln besteht.

Beeinträchtigt werden kann der Schließmuskel aus unterschiedlichen Gründen. So besteht oftmals eine Schädigung des Ringmuskels durch Fisteln, Abszesse, Verletzungen oder operative Eingriffe. Bestehen Nervenschäden, ist der Schließmuskel nicht in der Lage, genügend Druck aufzubauen oder den Stuhl zu registrieren.

Symptome einer Stuhlinkontinenz

Ein typisches Symptom für eine Stuhlinkontinenz ist der unwillkürliche Abgang von Stuhl, der mehr oder weniger stark sein kann.

Feststellen lässt sich der Grund für eine Stuhlinkontinenz zumeist schon durch die Krankengeschichte des Patienten. Darüber hinaus wird der Analbereich mit einem Rektoskop, einem röhrenförmigen Instrument, untersucht. Auf diese Weise lassen sich meistens mögliche Defekte des Schließmuskels oder der Schleimhaut diagnostizieren.

Um Nervenschäden festzustellen, bestimmt man entweder die Leitgeschwindigkeit der Nervenbahnen oder die elektrische Aktivität der Muskeln.

Behandlung einer Stuhlinkontinenz

Für die Behandlung einer Stuhlinkontinenz kommen sowohl konservative als auch operative Maßnahmen zur Anwendung. So versucht man zunächst, den unwillkürlichen Abgang von Stuhl durch bestimmte Ernährungsbestandteile, die bewirken, dass der Kot weniger weich ist, zu verhindern. Darüber hinaus kann auch der Schließmuskel trainiert werden.

Analplastik

Zeigen die konservativen Behandlungsmethoden jedoch keinen Erfolg, ist eine Operation zur Rekonstruktion des Schließmuskels sinnvoll. Vor der Durchführung einer Analplastik erhält der Patient entweder eine Leitungsanästhesie, bei der Betäubungsmittel in die Umgebung von bestimmten Nervensträngen injiziert werden, oder eine Vollnarkose.

Zur Rekonstruktion des Schließmuskels können verschiedene Methoden angewandt werden. In der Regel deckt man bei einer Analplastik den Defekt von Schleimhaut oder Gewebe mit Hautanteilen, die Nerven besitzen, ab, wodurch der Patient wieder in der Lage ist, Stuhlgang zu verspüren.

Damit der Schließmuskel rekonstruiert werden kann, nimmt der behandelnde Chirurg zunächst einen Schnitt vor, um die Haut oder die Schleimhaut zu eröffnen. Danach vernäht er die Ränder des Schließmuskeldefekts so, dass sie sich überlagern.

Ist ein Schließmuskel dünner als normal, kann er durch eine Naht zusammengezogen werden.

In den meisten Fällen kann die Stuhlinkontinenz durch eine Analplastik wirksam behandelt werden. Es lässt sich jedoch nicht immer ausschließen, dass erneut ein ungewollter Abgang von Stuhl auftritt.

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Caring profession © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

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