Ursachen und Ablauf einer Quarantäne sowie quarantänepflichtige Krankheiten

Als Quarantäne bezeichnet man die zeitweilige Isolierung eines Patienten. Auf diese Weise soll die Ausbreitung von gefährlichen Infektionskrankheiten verhindert werden. Dabei gibt es einige Erkrankungen, die quarantänepflichtig sind. Hierzulande erfolgt die Regelung der Quarantänebestimmungen durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG), Paragraph 30. Informieren Sie sich über Ursachen und Ablauf einer Quarantäne und verschaffen Sie sich einen Überblick über quarantänepflichtige Krankheiten.

Zu den quarantänepflichtigen Erkrankungen gehören mitunter Pest, Cholera und Gelbfieber

Bei einer Quarantäne handelt es sich um eine isolierte Behandlung von Patienten, die unter hochansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten leiden. Häufig gilt auch eine Quarantäne für Haustiere. So ist es in vielen Ländern üblich, Tiere, die aus anderen Staaten eingeführt werden, präventiv unter Quarantäne zu stellen. Wie lange eine Quarantäne dauert, hängt von der Inkubationszeit der jeweiligen vermuteten Krankheit ab.

Geschichte der Quarantäne

Eingeführt wurde die Quarantäne erstmals im 14. Jahrhundert. Da zu dieser Zeit in Europa immer wieder die Pest wütete und unzählige Opfer forderte, fasste die Republik Dubrovnik im Jahr 1377 den Entschluss, Menschen, die in die Stadt einreisen wollten, aus Sicherheitsgründen erst einmal vierzig Tage lang zur Beobachtung in einem Lazarett unterzubringen.

Auf diese Weise ließ sich die weitere Verbreitung der tödlichen Krankheit verhindern. Die 40-Tage-Regelung führte schließlich zum Begriff "Quarantäne". Im Laufe der Jahre machten immer mehr Städte von dieser Maßnahme Gebrauch, um sich damit besser vor der Pest zu schützen.

Die Quarantäne erwies sich mit der Zeit zwar als aufwendige, aber durchaus wirksame seuchenhygienische Maßnahme. So konnte sich zum Beispiel Australien 1918 durch konsequente Quarantänemaßnahmen vor dem Einschleppen der Spanischen Grippe schützen, der seinerzeit Millionen von Menschen zum Opfer fielen.

In Deutschland erfolgten größere Isolierungen zuletzt in den 60er Jahren zum Schutz vor den Pocken. Die Menschen, die zu diesem Zweck in Schullandheimen untergebracht wurden, blieben zum Teil ohne medizinische Betreuung und waren dazu gezwungen, sich selbst zu versorgen.

Quarantänepflichtige Krankheiten

Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten derzeit vier Infektionskrankheiten als quarantänepflichtig. Dies sind

In Deutschland kommen diese Krankheiten nur sehr selten vor und werden zumeist aus dem Ausland eingeschleppt. Ebenfalls unter die Quarantäneregelung fallen MRE-Keime (multiresistente Erreger). Sie treten vorwiegend in Krankenhäusern auf und müssen dort isoliert behandelt werden, damit sie sich nicht weiter verbreiten.

Quarantäneregelungen in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland erfolgt die Regelung von gefahrenabwehrrechtlichen Quarantänebestimmungen durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG), Paragraph 30. So sind laut Bestimmungen im Krankheitsfall besondere Isoliermaßnahmen zu ergreifen, was auch gegen den Willen der betroffenen Personen geschehen kann.

Derzeit unterliegen in Deutschland nur die Pest sowie hämorrhagisches Fieber der Quarantänepflicht. Aber auch bei Cholera oder dem Auftreten vom MSE-Keimen sind hierzulande Isoliermaßnahmen rechtlich möglich.

Zutritt zu den erkrankten Personen wird nur den behandelnden Ärzten und Seelsorgern gestattet. Alle anderen Personen dürfen den Patienten nur mit ärztlicher Genehmigung besuchen.

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