Ab einem bestimmten Alter können Männer ihren eigenen Bauch besser tolerieren. Meist setzt diese Toleranz bei Männern ab 45 ein. Leider hat die Toleranz einen erheblichen negativen gesundheitlichen Effekt zur Folge: Das Herzinfarktrisiko ist bei Männern erhöht, die einen Bauch haben.

Ein Arzt sagte über das aktuell stark verbreitete Problem der Übergewichtigkeit: "Wenn ich nach dem Anklopfen herein bitte und der Bauch des Patienten zuerst durch die Tür kommt, dann brauche ich mit meiner Diagnose am Patienten selbst kaum anfangen, weil ich bereits um viele seiner gesundheitlichen Probleme weiß."
Durchschnittlich jeder vierte Deutsche leidet unter Übergewicht. Bei Männern wurde nun nachgewiesen, dass das Herzinfarktrisiko mit der Größe des Bauches einhergeht.
Das Ansetzen eines Bauches ist genetisch und biologisch eher bei Männern als bei Frau zu finden. Bezeichnet wird das Bauchfett als viszerales Fett. Je Höher der Anteil an viszeralem Fett im Körper ist, desto stärker steigt das Risiko chronischer Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und vor allem die Entwicklung eines Herzinfarkts zu unterstützen.
Durch Übergewicht wird die Verstopfung und Verkalkung von Arterien herbeigeführt, wodurch der Blutfluss nicht mehr ungehindert erfolgen kann. Dementsprechend werden die Organe und Zellen im Körper nicht mehr mit ausreichend Blut und frischem Sauerstoff versorgt.
Der Versuch, das schädliche Bauchfett durch einen ärztlichen Eingriff dem Körper zu entnehmen, stellt hierbei keine Situationsverbesserung dar: da das viszerale Fett sich nicht nur oberflächlich ansetzt, werden lediglich die oberen Fettschichten entfernt. Das viszerale Fett ist weiterhin rund um die Organe im Körper vorhanden.
Eine Ernährungsumstellung und ein leichtes Bewegungsprogramm mit einer Stunde am Tag kann ein gutes Mittel für den Abbau von viszeralem Fett sein. Das Bauchfett fördert Entzündungen in den Blutgefäßen und führt zur Insulinresistenz. Beide Symptome sind maßgebliche Auslöser für einen Schlaganfall oder ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.
Im Gegensatz zu Männern speichern Frauen überschüssiges Fett in den Armen, den Oberschenkeln und dem Gesäß. Daher stehen Frauen vor anderen gesundheitlichen Risiken als Männer.
Der Blick der Gesellschaft lässt es zu, dass Frauen mitunter viel eher auf ihr Gewicht achten als Männer. Ein Mann im Alter von 45 Jahren kann sich beim Betrachten im Spiegel mitunter einen kleinen Bauch noch schön reden und sich sagen, dass er für sein Alter noch einen attraktiven Körper hat. Eine Frau dagegen achtet in jedem Alter kritisch auf ihren Körper und versucht ihr Möglichstes, an der Verbesserung ihres Aussehens zu arbeiten. Frauen gelingt es daher frühzeitiger eine Gewichtszunahme zu bemerken und diese zeitnah zu bearbeiten.
Neben dem Herzinfarktrisiko stellt Übergewicht bei Männern auch ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von chronischer Diabetes und Demenz dar. Die große Menge an Bauchfett führt zur Begünstigung von Diabetes. Diese wiederum schädigt im Laufe der Zeit die Blutgefäße und somit den Blutfluss im Gehirn.
Es lohnt sich daher, sich als Mann seinen noch so kleinen Bauchansatz nicht länger schön zu reden und ihn auch nicht als Bierbauch zu alibilisieren. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Gesundheit und setzen Sie sich aktiv dafür ein, dass Sie Ihren Körper vor Herzinfarktrisiken, Demenz und Diabetes weitestgehend schützen.
Reduzieren Sie vor allem im ersten Schritt die Zuckeraufnahme soweit es geht. Entwöhnen Sie sich von der bisherigen Zuckermenge und essen Sie stattdessen süße Früchte, Obst und schmackhaftes Gemüse. Suchen Sie sich eine Sportart oder beginnen Sie täglich eine Stunde zu spazieren.
Bewegen Sie sich mehr als bisher, und wenn es sich für den Anfang um das Steigen von Treppen anstelle der Benutzung des Fahrstuhles handelt. Nehmen Sie Ihren Körper bewusster wahr, gehen Sie bewusster mit ihm um und verbessern Sie Ihre Gesundheit im Jetzt und im Alter.
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Der Ratgeber Herzinfarkt von Otto Traindl und Gert Baumgart.

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