Sind Männer herzinfarktgefährdeter als Frauen? Kann man erst ab einem bestimmten Alter als Mann oder als Frau einen Herzinfarkt erleiden? Welche Vorkehrungen kann man erlernen und wie reagiert man, wenn man dabei ist, wenn ein anderer einen Herzinfarkt erleidet?

Eine gängige Faustregel lautet: Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten, beschreiben im Vorfeld Schmerzen in der Mitte der linken Brust. Der Schmerz wandert meistens von der Schulter zum Arm hinüber. Weitere Symptome sind: Übelkeit, Druck gegen den Brustkorb, Husten, Schmerzen am Kiefer sowie Nackenschmerzen und Rückenscherzen, Atemnot und Erbrechen. Wichtig ist jedoch, dass dies nicht immer so verlaufen muss.
Der Studie entsprechend bekommen Männer eher einen Herzinfarkt. Frauen unter 55 Jahren sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit an einem Herzinfarkt als Männer der gleichen Altersgruppe. Über 40% der Frauen wiesen laut der Studie keine Schmerzen in der Brust auf, genauswenig wie 30% der Männer.
In den Studien wurde herausgefunden, dass die Schmerzen in der Brust vor oder während Eintreten des Herzinfarktes nicht immer eingesetzt haben. Das Ziehen und Schmerzen in der linken Brust kann somit nicht mehr als maßgeblicher Indikator für die Diagnose eines Herzinfarktes dienen.
Des Weiteren wurde erkannt, dass das Wissem um Symptome hilfreich sein kann, um einen Herzinfarkt so früh wie möglich zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Andererseits gab es genügend Patienten, die keine Schmerzen in der Brust hatten, stattdessen über vermeintlich leichtere Symptome sprachen und dann erst durch den Herzinfarkt realisierten, dass ihr Körper seit längerem Signale von sich gegeben hat. Unter den Patienten waren auch solche, die keinerlei Schmerzen oder Veränderungen an ihrem Körper bemerkt hatten, bis sie dann der Herzinfarkt ereilte.
Immer mehr machte die Studie deutlich, dass es Symptome geben kann, aber nicht geben muss, und dass ein Herzinfarkt bei jedem individuell verläuft. Und dennoch hat es sich die Studie zur Aufgabe gemacht, die folgenden Ergebnisse so zu erheben, dass eine Einkreisung auf bestimmte Symptome möglich ist und damit als Hilfestellung für die frühzeitige Erkennung und Behandlung eines Herzinfarktes dienlich sein kann.
Viele Menschen starben, weil sie die Zeichen ihres Körpers ignorierten oder nicht richtig zuzuordnen verstanden. Patienten, die einen Herzinfarkt bekamen, riefen keinen Krankenwagen an, weil sie laut Faustregel keine Schmerzen in der Brust verspürten und demnach schätzten, der Körper würde sich von selbst wieder erholen können. Vor allem Frauen weisen häufig nicht die typischen Symptome eines Herzinfarktes auf.
Bei Patienten, die kein Gefühl für die Herkunft der Schmerzen hatten und die auch nicht die typischen Symptome aufwiesen, konnte keine der Situation entsprechende akute Behandlung vorgenommen werden, so dass den Patienten, in der Studie meist Frauen, in den meisten Fällen nicht rechtzeitig geholfen werden konnte. Daher ist es wichtig, Krankenhaus- und Arztpraxenpersonal so zu schulen, dass es nicht nur die typischen Symptome für einen Herzinfarkt kennt, sondern auch differenzierter diagnostiziert.
Wenn Sie sich einmal in der Situation befinden, in der es in Ihrem Umfeld zu einem Herzinfarkt kommt, dann handeln Sie schnell. So denn der Mensch ansprechbar ist, fragen Sie ihn präzise und mit klarer Stimme, welche Beschwerden er hat. Hält sich der Mensch an seiner linken Brust, dann ist ein Herzinfarkt sehr wahrscheinlich. Ebenfalls, wenn Sie sehen und hören, dass der Mensch unter Atemnot leidet. Beruhigen Sie den Menschen und strahlen Sie Ruhe aus.
Rufen Sie den Krankenwagen und geben Sie Ihren Verdacht auf Herzinfarkt weiter. Resultiert der Herzinfarkt aus einer stressigen Situation, weil die Person zu gehetzt gearbeitet hat oder sich in einer anstrengenden Diskussion befand, dann unterstützen Sie es, die Situation so schnell wie möglich zu beenden und sorgen Sie für Ruhe, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind.
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