19. November 2008
Von Elke Imle
Circa 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Herzinfarkt. Er ist einer der Hauptgründe für eine Bypass-Operation.

Bypass kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Umleitung. Die Umleitung besteht darin, dass zu enge oder verstopfte Herzkranzgefäße ausgetauscht werden. Durch die Umleitung wird die Herzdurchblutung verbessert.
Für die Überbrückung der verstopften Gefäße am Herzen werden kleine Venenstücke aus dem Ober- oder Unterschenkel entnommen und am Herzen eingesetzt. Das Blut fließt von nun an durch diese eingesetzten Stücke, sodass die verstopften Venen entlastet werden. Sehr schnell nach der Bypass-Operation werden die neu eingesetzten Stücke zu einer Arterie umgebildet.
Bei den jährlich circa 50.000 stattfindenden Bypass-Operationen in Deutschland werden die meisten Menschen am offenen Herzen operiert. Der Chirurg öffnet also das Brustbein der Länge nach, um einen freien Zugang zum Herzen zu haben. Eine Herz-Lungen-Maschine wird an das Herz angeschlossen. Sie übernimmt die Aufgaben der beiden Organe, die während der Operation stillgelegt sein müssen.
Nachdem der Chirurg die Venenstücke aus den Beinen in das Gefäßsystem des Herzens eingepflanzt hat, werden alle Herzkranzgefäße mit einer Kühllösung durchspült. Dadurch wird kontrolliert, wie sehr sie noch verstopft sind.
Nach diesem Vorgang wird das Blut wieder durch das Herz geleitet und die Herz-Lungen-Maschine abgeschlossen. Das Herz wärmt sich durch den Blutfluss auf und fängt meist von selbst an, wieder zu schlagen, wenn es seine normale Temperatur erreicht hat. Sollte es dies nicht automatisch tun, wird ein kleiner Stromschlag gesetzt.
Der Chirurg überprüft, ob alle Nähte fest sind und beendet die Operation, in dem er den Brustkorb wieder zusammen näht.
Nach der Bypass-Operation muss der Patient täglich krankengymnastische Übungen machen, um die Muskulatur zu stärken. Bewegung ist zwar anstrengend, aber nötig, um den Blutkreislauf anzuregen. Nach etwa fünf Wochen ist der Patient in der Regel schmerzfrei. Der vollständige Heilprozess des Brustbeins, das ja am Anfang der Operation aufgesägt wurde, benötigt etwa drei Monate.
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