20. Juli 2006
Von Andreas Neubert
Herpes ist eine ansteckende Virus-Erkrankung, die als Lippen-Herpes oder Herpes simplex labialis weit verbreitet ist und sich durch Lippenbläschen bemerkbar macht. Verursacht wird sie von den Herpes-Simplex-Viren (HSV) des Typs I. Diese können zu 20 bis 30 Prozent auch die unangenehmere Variante Herpes genitalis hervorrufen, eine vor allem sexuell übertragbare Krankheit.
Herpes simplex labialis, besser bekannt unter Lippen-Herpes, ist eine Viruserkrankung, die sich durch kleine nässende Bläschen an den Lippen, im und um den Mund bemerkbar macht. Die infizierten Stellen sind sehr schmerzempfindlich und jucken. Sie verheilen, ohne Narben zu hinterlassen.
Gegen den Verursacher von Lippen-Herpes, das HSV Typ 1, haben über 80 Prozent der Bevölkerung Antikörper im Blut – so eine repräsentative Untersuchung des Robert-Koch-Instituts. Die Viren befallen Haut, Schleimhäute und das Nervensystem.
Übertragungswege sind Tröpfcheninfektion zum Beispiel durch Küssen oder Schmierinfektion durch Berühren infizierter Stellen. Einmal in die Nervenwurzeln gelangt, wird das schlafende Virus wieder aktiv, wenn das Immunsystem des Betroffenen geschwächt ist. Dann macht es sich in Form der Bläschen bemerkbar. UV-Strahlung, fieberhafte Infektionen, Menstruation, aber auch Stress können das Virus reaktivieren.
Gegen Lippen-Herpes helfen desinfizierende Mittel oder antivirale Salben, die die Viren in Schach halten. Vorbeugen gegen die Krankheit können Sie, indem Sie bei starker Sonneneinstrahlung auf Lippen und um die Mundregion Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen, abwechslungsreiche Kost zu sich nehmen, Sport treiben und natürlich vermeiden, mit infizierten Stellen in Berührung zu kommen.
Herpes genitalis wird von HSV Typ II verursacht. Es ist ständig im Körper, doch die meisten Menschen mit dem schlafenden Virus haben keine oder nur wenig Ausbrüche der Krankheit. Auch bei Herpes genitalis wie beim Lippen-Herpes bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, allerdings im Genitalbereich. Die Viren gelangen von der Oberhaut über die Nervenbahnen zu den Nervenwurzeln, wo sie sich einnisten. Sie können Fieber, Muskelbeschwerden und Kopfschmerzen hervorrufen in Begleitung von brennenden Schmerzen an den Geschlechtsteilen und am After sowie von Beschwerden beim Harnlassen. Herpes genitalis kann schmerzhafter verlaufen als Lippen-Herpes, kann aber auch gar keine Beschwerden verursachen.
Sie können sich vor Herpes genitalis selbst schützen, indem sie beim Sex Kondome verwenden und während des Krankheitsausbruches sexuellen Kontakt komplett vermeiden. Berühren Sie keine Körperstellen mit Herpes-Viren. Gefährlich kann Herpes bei Immungeschwächten und Schwangeren werden. Im Alter nehmen die Ausbrüche ab, dennoch gibt es keine endgültige Heilung.
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