5. Juni 2008
Von Annett Biermann
Immer mehr Menschen erkranken an Hepatitis C. Die Anzahl der weltweit erkranken Menschen ist erschreckend. Zwar kennt man den Virus bereits zwanzig Jahre lang, trotzdem ist es den Ärzten noch nicht gelungen, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln.
Hepatitis C ist wohl der jüngste Virus aus der Gruppe der Hepatitisviren. Die Hepatitis A und B Viren waren längst bekannt, trotzdem traten immer mehr Hepatitis Viruserkrankungen auf, die weder Typ A noch Typ B zugeordnet werden konnten.
Erst im Jahr 1988 konnte durch gentechnische Methoden der Hepatitis-C-Virus nachgewiesen werden. Im Laufe der Jahre entdeckte man sodann bis zu 30 verschiedene Hepatitis C Typen. Die Anzahl der an Hepatitis C erkrankten Menschen steigt stetig und ist zu einem weltweit unkontrollierbaren Problem geworden. Weltweit sind Schätzungen zur Folge zwischen 150 Millionen und 200 Millionen Menschen infiziert, davon in Europa sind knapp 10 Millionen. Auch die Anzahl der in Deutschland infizierten ist erschreckend hoch, sie liegt zwischen 500.000 und einer Million Menschen mit einer jährlich ständig steigenden Tendenz.
Die Übertragung des Virus erfolgt ausschließlich durch direkten Blutkontakt. Besonders gefährdet sind daher Drogenkonsumenten auf Grund verunreinigter Nadeln und Kanülen. Jedoch werden auch Blutkonserven erst seit 1991 auf Hepatitis C getestet, da der Virus erst kurz vorher entdeckt wurde. Auch Tätowierungen und Piercings können einen erheblichen Risikofaktor darstellen, falls die verwendeten Instrumente keine Sterilität aufweisen. Hepatitis C ist außerdem auch sexuell übertragbar, auch wenn das Risiko dabei eher gering ist. Bei Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern konnte man das Virus häufiger nachweisen.
Die Symptome bei einer Hepatitis-C-Erkrankung sind nicht immer gleich. Viele Infizierte sind völlig beschwerdefrei und wissen daher nicht von ihrer Erkrankung. Bei anderen Erkrankten wurden grippeähnliche Symptome festgestellt, d.h. Kopf- und Gliederschmerzen, Schlappheit, gelegentlich auch Fieber und Schweißausbrüche.
Starke Symptome in Form von Bauchschmerzen oder Gelbfärbung der Haut und Augen werden nur in seltenen Fällen beobachtet. Welche Symptome auch immer auftreten, die Krankheit verursacht bei jedem Erkrankten starke Leberschäden. Sind die Symptome so schwach, dass die Erkrankung nicht erkannt wird, so kann es nach einer Dauer von zwanzig bis dreißig Jahren zu einer Leberzirrhose oder zu Leberkrebs führen.
Maßnahmen zur Prävention gibt es leider nur wenige. Bis heute gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen die Erkrankung. Viel mehr liegt es an einem selbst, vor allem bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern darauf Acht zu geben. Bei Benutzung von Kondomen ist eine Übertragungsmöglichkeit nahezu ausgeschlossen.
Wird eine Erkrankung frühzeitig erkannt, so liegen die Heilungschancen derzeit zwischen 50 und 80 Prozent. Die Behandlung erfolgt durch Therapien, die bis zu einem Jahr dauern können. Allerdings sind diese Therapien nicht grundsätzlich nebenwirkungsfrei, denn häufig wurden dabei Angstzustände, Depressionen und leichter Haarausfall beobachtet.
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