Hepatitis-Patienten könnten durch ASS ihr Risiko für Leberkrebs senken

Schwedische Studie untersuchte den Nutzen von Acetylsalicylsäure zur Leberkrebs-Prophylaxe

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  • von Paradisi-Redaktion
Rote Collage aus einer infizierten Leber, Hepatitis-Viren und Pillen (Kapseln)

In Schweden hat eine Studie untersucht, ob die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure, unter dem Kürzel ASS bekannt, dazu beitragen könnte, dass Risiko für Leberkrebs zu senken. Das Ergebnis wurde kürzlich veröffentlicht und zeigt einen messbaren Nutzen.

Ein Leberkarzinom wird in der großen Mehrheit der Fälle durch eine Leberzirrhose ausgelöst. Diese wiederum geht entweder auf starken Alkoholmissbrauch zurück oder hat ihre Ursache in einer Hepatitis-Infektion. Hepatitis-Patienten gelten daher als Risikogruppe für Leberkrebs. Bislang gibt es keine Untersuchung, ob langfristig eingenommenes ASS dieser Gruppe nützt. Eine aktuelle Studie hat dies geändert und 50.275 Daten analysiert. Die Männer und Frauen litten nachweislich an Hepatitis und ein Teil nahm aus anderen Gesundheitsgründen regelmäßig und langjährig ASS. Über die schwedische Identifikationsnummer aller Personen konnten die Forscher nachvollziehen, wie es den Betroffenen gesundheitlich über den Beobachtungszeitraum von sieben Jahren erging.

Von den Hepatitis-Patienten mit regelmäßiger ASS-Einnahme in niedriger Dosierung (weniger als 163 Milligramm am Tag) erkrankten vier Prozent an Leberkrebs. Ohne ASS lag die Quote bereits bei 8,3 Prozent. Insgesamt sank zudem unter ASS das Risiko für das Versterben aufgrund aller Lebererkrankungen. Ohne ASS lag es bei 17,9 Prozent und mit bei nur noch elf Prozent.

ASS-Einnahme nicht ohne Risiko

Die Forscher geben jedoch auch zu bedenken, dass ASS nicht leichtfertig auf Dauer genommen werden sollte. Da das Mittel im Körper das Blutungsrisiko erhöht, kann es ohne ärztliche Anordnung und Kontrolle selbst zum Gesundheitsrisiko werden. In der Studie fiel das Risiko für innere Blutungen allerdings relativ niedrig aus und lag bei 7,8 Prozent. Nicht-ASS-Nutzer lagen mit 6,9 Prozent nur unwesentlich darunter.

Die Wissenschaftler regen nun die Forschungswelt an, klinische Studien zum Thema durchzuführen. Ohne diese kann keine klare Empfehlung für die Anwendung bei Hepatitis-Patienten zur Krebsvermeidung ausgesprochen werden.

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