6. Februar 2009
Von K. Schumann
Als Virushepatitiden bezeichnet man meist eine Hepatitis A-G, da durch diese Erreger die meisten Virushepatitiden verursacht werden. Die Virushepatitis ist die zweithäufigste meldepflichtige Infektionskrankheit in Deutschland.
Der häufigste Erreger für eine Hepatitis ist das Hepatitis-A-Virus (HAV). Weitere Erreger sind das Hepatitis B-,C-,D-,E-,F- und -G-Virus (HBV, HCV, HDV, HEV, HFV, HGV). Die Ansteckung verläuft je nach Virus unterschiedlich.
Hepatitis A und E werden vor allem über Stuhl und Blut übertragen. Eine Ansteckung kann daher z.B. durch verunreinigtes Wasser und verunreinigte Nahrungsmittel, rohe Meeresfrüchte, mit Fäkalien gedüngte Lebensmittel und natürlich durch direkten Blutkontakt erfolgen.
Die Hepatitis-Viren B, C und D sind überwiegend in Sexualsekreten und natürlich im Blut, aber auch teilweise im Speichel und in der Tränenflüssigkeit enthalten. Die Ansteckung erfolgt meist sexuell oder über den Blutweg, z.B. durch Transfusionen oder gemeinsam benutzte Nadeln bei Drogenabhängigen.
Besonders gefährdet für eine Infektion mit Hepatitis sind Krankenpfleger/-innen, Drogenabhängige und Prostituierte.
Die Inkubationszeit kann eine Woche (Hepatitis A) bis hin zu einem halben Jahr (Hepatitis B) betragen. Nur ein Drittel aller Infizierten erkrankt jedoch an einer Hepatitis.
Erste Anzeichen für eine Erkrankung sind Müdigkeit und Leistungsabfall. Zudem kann es zu Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, wie beispielsweise Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen. Durch die von der Entzündung verursachte Leberschwellung kann es zu Schmerzen oder einem Druckgefühl im rechten Oberbauch kommen. Auch grippeähnliche Symptome wie Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten oder Fieber können auftreten.
Nach diesem Vorstadium (präikterische Phase), welches wenige Tage bis hin zu zwei Wochen dauern kann, kommt es zur so genannten hepatischen oder ikterischen Phase. In 2/3 der Fälle bleiben die für eine Hepatitis typische Gelbfärbung der Haut (Ikterus), die Dunkelfärbung des Urins, die Graufärbung des Stuhls und der Hautjuckreiz jedoch aus. Gelegentlich treten Hautveränderungen z.B. Rötungen der Handteller und Fußsohlen oder Gefäßzeichnungen auf. Die Genesungsphase (Rekonvaleszenzphase / postikterische Phase) kann mehrere Wochen dauern.
Die Hauptkomplikation der akuten Virushepatitis (vor allem A, C und D) ist eine Chronifizierung, welche häufig in einer Leberzirrhose oder einem Leberkarzinom endet.
Die Therapie der Hepatitis erfolgt mit antiviralen Mitteln (vor allem Interferone). Zudem ist Bettruhe einzuhalten und alle lebertoxischen Stoffe wie beispielsweise Alkohol sind streng zu meiden.
Nach einer Infektion mit Hepatitis A besteht im Gegensatz zu Hepatitis B, wo eine Zweitinfektion möglich ist, eine lebenslange Immunität. Eine Hepatitis B Impfung schützt auch gleichzeitig vor Hepatitis D, denn eine Hepatitis D kann sich nur entwickeln, wenn früher oder gleichzeitig eine Infektion mit Hepatitis B stattgefunden hat. Der Grund dafür ist, dass das Hepatitis D-Virus keine eigene Hülle hat. Es benötigt zur Vermehrung die Hülle des B-Virus. Für beide Virusarten (A und B) sind Schutzimpfungen möglich. Die Schutzdauer beträgt bei der Hepatitis-A-Impfung 10 Jahre, bei der Hepatitis-B Impfung etwas weniger.
Um eine Ansteckung mit den leberschädigenden Viren zu vermeiden sollten Sie einige Dinge beachten:
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