Bei einem Nagelpilz handelt es sich um eine Pilzinfektion der Zehennägel oder Fingernägel. Verursacht wird die Infektion durch Dermatophyten.
In der Medizin bezeichnet man einen Nagelpilz auch als Tinea unguium, Onychomykose oder Nagelmykose. Bei dieser Hautpilzerkrankung kommt es zu einem Befall der Fingernägel oder Fußnägel mit Dermatophyten (Faden- oder Sprosspilze). Die Erkrankung tritt jedoch an den Fußnägeln deutlich häufiger auf als an den Fingernägeln.
Bei einem Finger- oder Fußnagel handelt es sich um totes Material, das sich ursprünglich aus den aktiven Zellen des Nagelbettes bildet. Zusammengesetzt werden die Nägel aus verschiedenen Eiweißschichten. Jede Woche wachsen sie ca. einen Millimeter. Durch Störfaktoren, wie einen Nagelpilz, kann es jedoch zu einer Beeinträchtigung des Wachstums kommen. Ohne eine Behandlung des Pilzes drohen im Verlauf der Erkrankung Abschilferungen oder ein bröckliger Zerfall des betroffenen Nagels.
Zu den Risikogruppen für einen Nagelpilz gehören vor allem Menschen, die schon von Fußpilz (Tinea pedis) betroffen sind. Das liegt daran, dass sich Fußpilz rasch ausbreitet und somit die Fußnägel in Mitleidenschaft ziehen kann. Weitere Risikofaktoren für eine Nagelpilzerkrankung sind Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus, Nagelpsoriasis, Nagelekzeme, genetische Faktoren sowie das Tragen von unpassenden Schuhen. Zehennägel werden deshalb häufiger von einem Nagelpilz befallen, da die Entstehung der Pilze durch ein feuchtes und warmes Milieu begünstigt wird. Mit einem Anteil von über 80 Prozent ist die große Zehe besonders häufig betroffen. Als Auslöser für einen Nagelpilz kommen vor allem Dermatophyten wie Trychophyton rubrum oder Epidermophyton floccosum in Betracht. Dagegen führen Schimmelpilze oder Hefepilze nur selten zu einer Nagelpilzinfektion. Nagelpilze kommen relativ häufig vor. So weisen 5–12 Prozent aller Europäer Dermatophyten an ihren Nägeln auf. In Deutschland sind es ca. 13 Prozent der Bevölkerung. Das Krankheitsrisiko nimmt mit dem Lebensalter zu.
Zu einem Nagelpilz kommt es in den meisten Fällen durch eine Infektion mit Fußpilz, der vor allem an den Zwischenräumen der Zehen auftritt. Wird der Fußpilz nicht rasch mit einem Antipilzmittel behandelt, besteht die Gefahr, dass er zu den Nägeln weiterwandert und in sie eindringt. An gesunden Nägeln kommt es meist nicht zu einer Infektion. Bestehen jedoch kleinere Verletzungen an den Zehen, ist die Haut feucht und aufgeweicht oder leidet der Betroffene unter schlechter Durchblutung, steigt das Risiko für einen Pilzbefall.
Bei einem Nagelpilz kommt es zu typischen Symptomen. So ist der Nagel glanzlos, die Nagelplatte verdickt und beim Schneiden der Nägel bröckelt der befallene Nagel ab. Außerdem treten an den betroffenen Nägeln gelblich-braune Flecken und gelb-weiße Verfärbungen auf. Sind Fadenpilze für die Infektion verantwortlich, zeigt sich die Verfärbung am freien Nagelrand. Bei einer Hefeinfektion treten die Verfärbungen dagegen am Nagelwall auf.
Diagnostizieren lässt sich ein Nagelpilz vom untersuchenden Arzt meist mit bloßem Auge. Für weitere Untersuchungen kann ein Teil des befallenen Nagels abgeschabt und unter dem Mikroskop untersucht werden. Durch das Züchten einer Pilzkultur lässt sich der Erreger feststellen, was für die anschließende Therapie sehr wichtig ist.
Bei der Behandlung eines Nagelpilzes weicht man den befallenen Nagel zunächst mit einem Keratolytikum auf, was ca. ein bis drei Wochen in Anspruch nimmt. Danach wird eine lokale Behandlung mit einem antimykotischen Nagellack oder einer antimykotischen Creme vorgenommen. Befindet sich der Pilz bereits im Nagelbett, muss der Patient orale Antimykotika einnehmen.
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