20. August 2006
Haarausfall kann Frauen und Männer ereilen. In der Vergangenheit mussten sich die Betroffenen mit dem diffusen Haar arrangieren und beim Frisieren ihren Erfindungsreichtum unter Beweis stellen. Heutzutage stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, mit denen die individuellen Ursachen gelindert werden können.
Ein paar Haare im Abfluss oder der Bürste sind ganz normal. Bis zu hundert Haare verliert ein Mensch täglich. Erst wenn mehr Haare ausfallen, als nachwachsen oder das Haar sogar büschelweise ausgekämmt werden kann, spricht man von Haarausfall.
Während noch vor wenigen Jahren keine wirksamen Behandlungsmethoden gegen den Haarausfall existierten, gibt es heute unterschiedliche Therapiemöglichkeiten, die Erfolg versprechen. Welche für Sie geeignet ist, richtet sich in erster Linie nach der Art des Haarausfalls und den zugrunde liegenden Ursachen.
Die unterschiedlichen Typen von Haarausfall lassen sich grob in den hormonell-bedingten, den kreisrunden und den diffusen Haarausfall. Die hormonell-bedingte Form des Haarausfalls wird in den meisten Fällen vererbt. Vor allem Männer sind davon betroffen, denn die Ursachen liegen bei einer übermäßigen Sensibilität der Haarwurzeln auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Auch bei Frauen kann diese Problematik auftreten. Bei ihnen kommt es jedoch seltener zu Haarausfall sondern vielmehr zu einem Ausdünnen der Haare. Die Behandlungsmöglichkeiten dieser Überempfindlichkeit umfassen unterschiedliche Medikamente, die den Haarausfall verzögern und das Haar aufbauen. Die entsprechenden Präparate gibt es in Tablettenform und als Haartinktur. Sie verhindern in der Regel die Umwandlung des Testosteron in seine aktive Form oder enthalten Gegenspieler des Testosterons.
Der kreisrunde Haarausfall kommt sehr viel seltener vor als der hormonell-bedingte. Er zeigt sich durch kreisrunde kahle Stellen auf dem Kopf und ist womöglich auf einen Defekt des Immunsystems zurückzuführen. Da man hier in der Ursachenforschung jedoch noch ziemlich im Dunkeln tappt, gibt es keine effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Kortison kann die Immunantwort, die sich gegen die Haarwurzeln richtet, abdämpfen- diese Therapieform greift jedoch nicht bei jedem Betroffenen.
Die besten Heilungschancen bestehen bei diffusem Haarausfall. Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten ist, entsprechend der Vielzahl möglicher Ursachen, sehr groß. Wenn das Haar zerstreut ausfällt, dann kann eine gesunde Ernährung und mehr Entspannung im Alltag Abhilfe schaffen. Denn häufig stecken Stress und Mangelerscheinungen hinter dem Haarausfall. Auch Krankheiten und Störungen der Schilddrüsenfunktion sind mögliche Ursachen, die sich in einem Blutbild dokumentieren lassen. In diesen Fällen behandelt man die zugrunde liegende Krankheit; das Haarwachstum stellt sich nach der Genesung wieder ein.
Wenn Sie nicht gleich auf Medikamente zurückgreifen wollen, dann können Sie zunächst versuchen, ob eine zink,- und biotinreiche Kost oder Hirse-Extrakte eine Linderung des Haarausfalls herbeiführen. Von vielumworbenen Mitteln aus den Medien sollten Sie jedoch Abstand halten. Das einzige, was diese Präparate häufig zum Wachsen bekommen, ist eine lange Rechnung.
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