23. März 2011
Als Alopecia diffusa bezeichnet man eine Form von Haarausfall. Ein diffuser Ausfall der Haare kann unterschiedliche Ursachen haben.
Bei Alopecia diffusa sind nicht nur die Kopfhaare vom Ausfall betroffen. So können sämtliche Haare des Körpers ausdünnen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. In den meisten Fällen ist der Haarausfall nur von vorübergehender Dauer.
Bei einem diffusen Haarausfall werden die Haarwurzeln derart geschädigt, dass ein Ausfall der Haare die Folge ist. Als mögliche Gründe kommen u.a. bestimmte Medikamente infrage. So kann eine Chemotherapie, bei der ein Patient Zytostatika einnehmen muss, um einen bösartigen Tumor zu behandeln, zu einem diffusen Haarausfall führen. Das Gleiche gilt für eine Strahlentherapie. Aber auch hormonelle Faktoren können eine Rolle spielen. Kommt es zum Beispiel zu Störungen von Geschlechtshormonen oder Funktionsstörungen der Schilddrüse, hat dies mitunter den Ausfall von Haaren zur Folge. Bei Frauen tritt hormonbedingter Haarausfall allerdings nur selten auf. Außerdem ist seine Ausprägung deutlich geringer als bei Männern. Verdacht auf eine Hormonstörung besteht vor allem dann, wenn neben dem Haarausfall an anderen Körperstellen übermäßig Haare wachsen oder die Stimme tiefer wird. In diesem Fall liegt meist eine Störung der weiblichen Östrogenherstellung vor, die von einem Tumor an den Eierstöcken ausgelöst werden kann. Weitere Ursachen für Alopecia diffusa sind Schwermetallvergiftungen, beispielsweise mit Thallium oder Arsen, Infektionskrankheiten wie eine schwere Grippe oder Typhus, eine länger anhaltende Mangelernährung aufgrund einer Fastenkur oder Crash-Diät, Störungen bei der Nahrungsverwertung, Stress, entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder hormonelle Umstellungen während der Schwangerschaft, nach der Geburt, in den Wechseljahren oder nach dem Absetzen der Antibaby-Pille. Es ist aber auch möglich, dass es sich bei diffusem Haarausfall lediglich um eine Alterserscheinung handelt.
Ein typisches Merkmal von Alopecia diffusa ist der Verlust von Haaren am ganzen Kopf. So kommt es zur Bildung von lichten Stellen. Außerdem fällt das Wachstum der nachkommenden Haare schwächer und langsamer aus. Ob der Haarausfall rasch oder eher langsam vonstatten geht, ist vom Schweregrad des schädigenden Auslösers abhängig. Bei einer intensiven Chemotherapie werden die Haarwurzeln derart stark geschädigt, dass es bereits nach zwei bis vier Wochen zu einem Ausfall der Haare kommen kann. Ist dagegen ein Mangel an Nährstoffen für den diffusen Haarausfall verantwortlich, beginnt der Verlust der Haare meist erst nach ca. drei Monaten. Selbst wenn die Ursache für den Haarausfall beseitigt wurde, kann der Haarverlust noch ein paar Wochen anhalten.
Um eine Diagnose zu erstellen, nimmt der behandelnde Arzt eine körperliche Untersuchung vor. Durch eine Blutuntersuchung lässt sich zudem feststellen, ob der Haarausfall durch einen Mangel an Nährstoffen oder eine Stoffwechselstörung verursacht wird. Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit ist ein Trichogramm. Dazu entnimmt man dem Patienten ca. zwanzig bis fünfzig Haare, um die Haarwurzeln unter einem Mikroskop genauer zu untersuchen. Auf diese Weise kann das Wachstumsverhalten der Haare ermittelt werden.
Um Alopecia diffusa wirkungsvoll behandeln zu können, muss die Ursache für den Haarausfall beseitigt werden. Wird der Verlust der Haare durch bestimmte Medikamente hervorgerufen, versucht man andere Präparate zu verwenden. Bei einem ernährungsbedingten Mangelzustand besteht die Möglichkeit, die Ernährung entsprechend umzustellen. Zu diesem Zweck führt man dem Patienten die fehlenden Nährstoffe, wie z.B. Eiweiß, Vitamine oder Zink, zu.
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