10. März 2011
Unter einem sekundären Glaukom versteht man ein Glaukom, das infolge von anderen Erkrankungen entsteht. Dabei kann es sich um Augengefäßerkrankungen, Diabetes mellitus oder Verletzungen handeln.
Der Begriff Grüner Star oder Glaukom dient als Sammelbegriff für verschiedene Augenerkrankungen, bei denen es zu einer Schädigung des Sehnervs (Nervus opticus) und der Nervenzellen der Netzhaut (Retina) kommt. Eine besondere Form des Grünen Stars ist das sekundäre Glaukom, das durch andere Krankheiten hervorgerufen wird.
Ein typisches Merkmal des Glaukoms ist die Erhöhung des Innendrucks in der Augenkammer. Diese hat ihren Sitz im Vorderbereich des Auges. Außerdem wird die Kammer vom Kammerwasser umgeben. Den Abschnitt von Abfluss und Zufluss des Kammerwassers nennt man Kammerwinkel.
Das Glaukom ist nach wie vor einer der häufigsten Gründe für eine Erblindung. Allein in Deutschland sind rund 800.000 Menschen an einem Glaukom erkrankt. Oftmals bleibt die tückische Krankheit lange Zeit unbemerkt. Mit zunehmendem Lebensalter erhöht sich auch das Risiko an Grünem Star zu erkranken. Besonders betroffen sind Menschen über 75 Jahren.
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Glaukomen. Dazu gehören das Offenwinkelglaukom, das Normaldruckglaukom, das Engwinkelglaukom sowie das sekundäre Glaukom.
Bei einem sekundären Glaukom wird die Erhöhung des Augeninnendrucks durch eine andere Augenerkrankung oder systemische Krankheit hervorgerufen. Dazu gehört u.a. die diabetische Retinopathie. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Netzhaut, von der Diabetiker betroffen sind. In manchen Fällen kann auch eine Behandlung mit Kortison zu einem Anstieg des Augeninnendrucks führen, da die Betroffenen sehr empfindlich auf das Arzneimittel reagieren. Weitere Gründe können eine Verletzung des Kammerwinkelgewebes, die Neubildung von pathologischen Blutgefäßen (Neovaskularisation), Augenentzündungen, Verstopfung der Abflusswege des Kammerwassers durch Pigment oder Stoffwechselprodukte sowie Augentumore sein.
Die ersten Symptome bei einem sekundären Glaukom sind dieselben wie bei einem primären Offenwinkelglaukom. So verspüren die Betroffenen zunächst keine Beschwerden. Im weiteren Verlauf treten Sehstörungen auf, bei denen die Patienten Ringe oder Höfe um Lichtquellen sehen. Wird der Sehnerv weiter geschädigt, drohen Gesichtsfeldausfälle und schlimmstenfalls Erblindung.
Feststellen lässt sich ein sekundäres Glaukom durch diverse Augenuntersuchungen wie Tonometrie (Augeninnendruck-Messung), Perimetrie (Gesichtsfeldmessung), Gonioskopie (Untersuchung des Kammerwinkels), Ophthalmoskopie (Augenspiegelung) oder eine Spaltlampen-Untersuchung.
Bei der Therapie eines sekundären Glaukoms muss vor allem die Ursache der Erkrankung behandelt werden. Darüber hinaus kommen die gleichen Behandlungsmaßnahmen wie bei einem primären Offenwinkelglaukom zur Anwendung. Dabei soll der Augeninnendruck gesenkt werden. Zu diesem Zweck verabreicht man den Patienten Betarezeptorenblocker, die die Herstellung von Kammerwasser senken, Clonidin, Carboanhydrasehemmer, Miotika, die die Pupillen verengen, Sympathomimetika sowie Prostaglandin F2a. Meistens werden Augentropfen verwendet, die der Patient regelmäßig einnehmen muss. Sollten die Arzneimittel nicht zum gewünschten Erfolg führen, wird eine operative Laserbehandlung vorgenommen. So versucht man bei der Lasertrabekuloplastik das Kammerwasser leichter abfließen zu lassen. Eine weitere Möglichkeit ist die Trabekulotomie, bei der man das Kammerwasser durch einen Einschnitt in die Bindehaut ableitet.
Damit ein Verlust der Sehkraft rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann, ist es wichtig, dass der Patient regelmäßig einen Augenarzt aufsucht. Da die Gefahr besteht, dass sich ein Glaukom unbemerkt verschlechtert, ist es mitunter erforderlich, die Therapie entsprechend anzupassen.
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