Adipöse Grippepatienten sind länger ansteckend

Influenza-Viren verbleiben bei Fettleibigkeit deutlich länger im Körper

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  • von Paradisi-Redaktion
3D Grafik violette Viren auf blau-weißem Hintergrund

Sind Menschen adipös, haben sie ein größeres Risiko für schwere Verläufe der Grippe. Diese Erkenntnis basiert auf Studien zu H1N1, der sogenannten "Schweinegrippe" aus den Jahren 2009 und 2010. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass fettleibige Grippepatienten auffällig häufig einen komplizierteren Grippeverlauf hatten. Teils führten die Komplikationen sogar zum Tod der Betroffenen.

Fettleibige Menschen sind länger ansteckend

Nun haben zwei aktuelle Untersuchungen ergeben, dass Adipositas nicht nur für den Patienten selbst problematische Grippeverläufe mit sich bringen kann, sondern die Menschen aufgrund ihrer Adipositas länger ansteckend für ihre Mitmenschen sind. Die Viren werden offenbar von ihrem Organismus länger ausgeschieden, was die Ansteckungsgefahr messbar erhöht.

Forscher betrachteten zwei Studien zu insgesamt drei Grippewellen. Es waren 320 Haushalte in Nicaragua und Managua untersucht worden, sodass am Ende die Daten von 1.800 Menschen vorlagen. Bei jedem Teilnehmer wurden mehrfach Abstriche genommen, sodass genau erfasst werden konnte, wie groß die Virenlast zu verschiedenen Zeitpunkten des Krankheitsverlaufs war.

Je schwerer der Patient, desto länger die Ansteckungsgefahr

Bei der Auswertung wurde klar, dass das jeweilige Körpergewicht der Patienten ein wichtiger Faktor war. Je schwerer eine Person war, desto länger hielten sich die Viren in ihrem Körper. In den Abstrichen derer, die nach BMI eindeutig adipös waren, ließen sich die Influenza-Viren zu 43 Prozent länger nachweisen. Während dies allerdings bei Influenza-Viren des Typ B keinen Einfluss auf die Ansteckungsgefahr hatte, kam sie bei Influenza-A-Viren besonders zum Tragen: Die Gefahr für Mitmenschen, sich bei einem adipösen Patienten anzustecken, hielt doppelt so lang wie bei normalgewichtigen Grippepatienten.

Für die Forscher zeichnet sich damit ein bedenklicher Trend ab. Da Adipositas immer häufiger diagnostiziert wird, dürften damit künftig Grippewellen nicht nur ernster für Einzelne werden, sondern die Zahl der Infizierten steigen.

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