10. März 2011
Von einem Gallenblasenstein spricht man, wenn ein Gallenstein seinen Sitz in der Gallenblase hat. Durch einen solchen Stein kann es zu starken Schmerzen kommen.
Bei einem Gallenstein (Cholelith) handelt es sich um ein kristallisiertes und festes Ausfallprodukt der Gallenflüssigkeit (Galle). Verursacht werden Gallensteine durch ein Ungleichgewicht der löslichen Stoffe, die sich in der Gallenflüssigkeit befinden. Hat ein Gallenstein seinen Sitz in der Gallenblase (Vesica biliaris), spricht man von einem Gallenblasenstein (Cholezystolith). Gallensteine, die sich im Gallengang (Ductus choledochus) befinden, werden dagegen als Gallengangsteine bezeichnet.
An der unteren Seite der Leber befindet sich die Gallenblase. Diese sammelt und konzentriert die Gallenflüssigkeit, die von der Leber hergestellt wird. Die Gallenflüssigkeit setzt sich größtenteils aus Wasser und Gallensalzen zusammen. Außerdem enthält die Galle Cholesterol, Gallensalze, Schleim, Stoffwechselabbauprodukte sowie den Farbstoff Bilirubin. Die Gallenblase ist wichtig für die Verdauung von Fett nach der Nahrungsaufnahme, jedoch nicht lebensnotwendig. Eine Erkrankung, von der die Gallenblase häufig betroffen ist, ist die Colezystolithiasis (Gallensteinleiden). Dabei entwickeln sich Gallensteine, die durch die Verklumpung von zahlreichen kleinen Teilchen entstehen. Gallensteine sind in den westlichen Industrienationen weit verbreitet. So sind ca. 10–15 Prozent der Bevölkerung Gallensteinträger. Der Anteil der betroffenen Frauen ist dabei doppelt so hoch wie der Anteil der Männer. Besonders häufig treten Gallensteine zwischen dem 30. und dem 60. Lebensjahr auf, wobei die Tendenz mit zunehmendem Alter steigt. Beschwerden machen sich allerdings nur bei einem Viertel der Betroffenen bemerkbar.
Durch ein Ungleichgewicht der Stoffe, die sich in der Gallenflüssigkeit befinden, besteht die Gefahr von Verklumpungen und Gallensteinbildung. Ursache ist die Anreicherung von verschiedenen Substanzen. So besteht oft ein Überangebot an Kalzium, Bilirubin oder Cholesterin. Die gebildeten Klumpen, die man auch als Konkremente bezeichnet, weisen unterschiedliche Größen auf. Haben sie lediglich eine Größe von 0,5–1,0 Millimetern, bezeichnet man sie als Gallengrieß. Mitunter können sie aber auch die Größe einer Haselnuss erreichen. Manchmal entsteht auch nur ein einzelner Stein. Je nach Zusammensetzung unterscheidet man die Gallensteine in Pigmentsteine, Cholesterinsteine oder Mischsteine.
Durch verschiedene Faktoren kann die Entstehung von Gallensteinen gefördert werden. Dazu gehören u.a. Fettsucht (Adipositas), eine fettreiche Ernährung, erbliche Faktoren, Morbus Crohn, Bewegungsmangel, Verstopfung, Diabetes mellitus oder Schwangerschaften.
Fast immer bilden sich Gallensteine in der Gallenblase. Zu Gallengangsteinen kommt es dagegen nur selten. Nicht bei jedem Betroffenen rufen Gallenblasensteine Beschwerden hervor. Bei rund 25 Prozent der Patienten treten jedoch unangenehme Symptome auf. Dazu gehören vor allem die schmerzhaften Gallenkoliken. Diese machen sich häufig nach dem Genuss von fettreichem Essen oder in der Nacht bemerkbar. Weitere Beschwerden können Druckschmerzen im rechten Oberbauch, Blähungen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, bräunlich verfärbter Urin und erhöhte Leberwerte sein. Manchmal kommt es auch zu einer gelblichen Verfärbung der Haut, was man als Ikterus bezeichnet.
Diagnostizieren lassen sich Gallenblasensteine vor allem mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Welche Behandlungsmethode zur Anwendung kommt, ist abhängig von der Größe und der Position der Gallensteine. Verursachen die Steine keine Beschwerden, muss auch keine Therapie erfolgen. Koliken werden zumeist mit Schmerzmitteln und Spasmolytika behandelt. Bringen konservative Maßnahmen keinen Erfolg, kann eine operative Entfernung der Gallenblase sinnvoll sein. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass erneut Gallenblasensteine entstehen.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
15.04.12 | |
![]() | GALLENSTEINE |
14.04.12 | |
![]() | GALLENSTEINE |
11.04.12 | |
![]() | GALLENSTEINE |
05.04.12 | |
![]() | GALLENSTEINE |
16.03.12 | |
![]() | GALLENSTEINE |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Gallensteine Forum


Zahlreiche Erkrankungen können heute bereits auf der Ebene der Moleküle verstanden und teilweise auch schon beha...