12. Juli 2010
Übertragung auf andere Textilien möglich. Socken getrennt lagern und bei 60 Grad waschen.
(dgk). Nicht nur im Schwimmbad oder in der Sauna, auch im heimischen Wäschekorb lauert die Ansteckungsgefahr für unangenehmen Fußpilz: Wenn beispielsweise Fußpilz-Socken mit normaler Wäsche vermengt in der Waschmaschine landet und nicht bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, können die Pilzsporen überleben und sich andere Familienmitglieder über die Wäsche anstecken.
Wissenschaftler am Institut für Hygiene und Biotechnologie an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim sind diesem Problem in umfangreichen Versuchen auf die Spur gekommen. Um die Ansteckungsmöglichkeit über infizierte Textilien zu beurteilen, kultivierten die Forscher Fußpilz-Erreger auf künstlichen Nährmedien und simulierten mittels mit Fußpilz-Sporen infizierten Baumwoll-Läppchen die Wäscheaufbewahrung in einem typischen Haushalt. Es wurde geprüft, ob es im Wäschekorb zu einer Übertragung von Pilzsporen durch infizierte Socken auf unbelastete Wäsche kommt. Eindeutiges Ergebnis: Bei allen Proben hatte eine Übertragung der Keime auf die zunächst unbelastete Wäsche stattgefunden. Menschen mit Fußpilz sollten ihre Socken daher stets getrennt von anderen Textilien aufbewahren.
Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die Fußpilz-Sporen beim Waschen in der Waschmaschine nicht unbedingt abgetötet werden. Entscheidend ist die Wassertemperatur. Bei Waschversuchen mit 30 Grad mit einem Vollwaschmittel überlebte ein Teil der Pilzsporen die Prozedur nahezu unbeschadet und war weiterhin infektiös. Erst durch weiteren Waschgänge bei 60 Grad wurden die Pilzkulturen abgetötet, und sämtliche Wäschestücke waren frei von Fußpilz-Keimen.
Für ihre Versuche setzten die Hohensteiner Forscher eine äußerst sensible Messmethode für Keime ein, bei der die Fußpilze radioaktiv markiert werden. Dies erlaubt es, einzelne Fußpilz-Sporen innerhalb weniger Minuten nachzuweisen. Die Forscher nutzen das neue Verfahren derzeit, um in Zusammenarbeit mit der Industrie eine Anti-Fußpilz-Socke zu entwickeln, die in naher Zukunft das Volksleiden Fußpilz lindern könnte.
In Deutschland leiden rund zehn Millionen Menschen unter Fußpilz. Die dabei auftretenden roten, schuppenden Stellen auf der Haut, die mit starkem Jucken oder Brennen einhergehen, sind äußerst unangenehm und schmerzhaft. Verursacht wird die Infektion durch spezielle Hautpilze, sogenannte Dermatophyten, in den meisten Fällen durch den Pilz Trichophyton rubrum. Fußpilz-Sporen fühlen sich im warmen und feuchten Milieu der Füße wohl und breiten sich bei ausbleibender Behandlung über den Fuß aus. Dabei schilfern sie von der Haut ab und lagern sich an den Fasern der Socken ab.
Zum Schutz vor Fußpilz-Infektionen sollte man
Quelle:
Lauert Fußpilz auch im Wäschekorb?, Presseinformation Hohenstein Institute, März 2010, http://www.hohenstein.de/ximages/1403797_hohfusspil.pdf
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