Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen sind auch für deren Angehörige meist eine erhebliche Belastung. Doch woran lassen sich Essstörungen erkennen und wie geht man richtig mit ihnen um?
Studien des Robert-Koch-Institutes zufolge leidet etwa ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren unter einer Essstörung wie Binge Eating, Bulimie oder Magersucht. Dabei ist der Anteil der Mädchen mit 90 Prozent besonders hoch.
Ob Veränderungen des Gewichtes in der Pubertät normal sind oder nicht, ist für Eltern nicht immer eindeutig zu erkennen. So nehmen eher schmächtige Mädchen in dieser Phase oft zu, während übergewichtige wiederum abnehmen.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Erkrankten alles tun, um ihre Essstörung zu verbergen.
Ein möglicher Hinweis auf eine Essstörung kann der Rückzug von den Familienmahlzeiten sein. Geben die Betroffenen vor, bereits gegessen zu haben oder lieber selbst kochen zu wollen, ist dies ebenfalls ein Grund für erhöhte Aufmerksamkeit.
Weitere typische Merkmale sind extrem ausgeprägte sportliche Aktivitäten, das ausführliche Befassen mit dem Kaloriengehalt von Lebensmitteln sowie die tägliche Überprüfung des Körpergewichts.
Darüber hinaus vergleichen die Betroffenen ihre Figur ständig mit anderen Menschen, die schlank sind, und setzen sich völlig unrealistische Ziele für die Abnahme ihres Gewichtes. In manchen Fällen kommt es auch zu regelrechten Essanfällen.
Erhärtet sich der Verdacht auf eine Essstörung tatsächlich, fällt es vielen Eltern überaus schwer, damit richtig umzugehen. So fühlen sich viele Mütter und Väter schuldig oder haben Angst vor dem Gerede ihrer Mitmenschen. Besonders problematisch ist, dass die Eltern keinen Zugang zu ihrem erkrankten Kind finden und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.
Aus diesem Grund empfiehlt die BzGA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) besorgten Eltern, erst einmal ausreichend Informationen über das Thema Essstörungen zu sammeln. So verfügt die BzGA über eine entsprechende Webseite im Internet.
Darüber hinaus können sich Eltern bei Beratungsstellen oder Kinder- und Jugendärzten informieren.
Für das richtige Verhalten im Umgang mit essgestörten Kindern rät die BzGA, die Essstörung als Krankheit zu betrachten, für die die Eltern sich nicht schuldig fühlen müssen. Außerdem sollten Vorwürfe an das Kind unbedingt vermieden werden. Auch gut gemeinte Ratschläge, die dazu dienen, das Kind zum Essen zu animieren, sind wenig hilfreich.
Stattdessen ist es besser, mit dem Kind in einem ruhigen Augenblick über die Krankheit zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gespräches sollte jedoch nicht sein Gewicht, sondern das Verhalten stehen. Ein solches Gespräch kann allerdings sehr schwierig sein, da viele Betroffene die Erkrankung leugnen oder sogar aggressiv werden.
Allein durch gutes Zureden lässt sich das Problem Essstörung ohnehin nicht lösen. Da es sich um eine psychische Störung handelt, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Wichtig ist, dem Kind klarzumachen, dass man es bei der Behandlung voll und ganz unterstützt.
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15.05.13 | |
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