Epilepsie - Ursachen, Symptome und Behandlung

Unter einer Epilepsie versteht man eine Erkrankung, bei der es zu epileptischen Anfällen ohne erkennbaren Auslöser kommt. Die Ursachen können unterschiedlicher Natur sein; möglich ist dabei auch Vererbung. Je nach Art der Ursache kann die Epilepsie unterschiedlich verlaufen und je nach Stärke des Anfalles unterschiedliche Symptome aufweisen. Für den Arzt ist die Diagnosestellung jedoch meist recht einfach. Rund um die Epilepsie - Informieren Sie sich über mögliche Ursachen, Symptome und Behandlungsmaßnahmen.

Die Entstehung einer Epilepsie und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Der Begriff Epilepsie entstammt dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie "der Anfall". Einige Menschen bezeichnen die neurologische Erkrankung auch als Fallsucht. Über epileptische Anfälle wurde bereits in alten Kulturen berichtet.

Inzwischen sind mehr als 30 Anfallsarten bekannt, allerdings existieren zwei Hauptgruppen:

  • die fokale Epilepsie mit Störungen in bestimmten Hirnbereichen und
  • die generalisierte Epilepsie mit Störungen in beiden Hirnhälften

Ursachen

Die Ursachen einer Epilepsie sind nicht vollständig geklärt. Mediziner unterscheiden jedoch drei Hauptgruppen, deren Abgrenzung zum Teil nicht ganz klar ist. Namentlich sind dies

  • die genetische Epilepsie
  • die symptomatische Epilepsie und
  • die idiopathische Epilepsie

Genetische Epilepsie

Die Epilepsie kann vererbt sein. Bei der genetischen Form werden die Anfälle aufgrund verschiedener genetischer Defekte verursacht.

Symptomatische Epilepsie

Grundsätzlich gibt es jedoch verschiedene Auslöser für einen epileptischen Anfall. Nicht bei jedem Betroffenen lösen die gleichen Situationen auch einen Anfall aus. Risikofaktoren sind jedoch zum Beispiel

Idiopathische Epilepsie

Bei der idiopathischen Epilepsie handelt es sich um ungeklärte Ursachen - es können somit weder organische Auslöser noch krankhafte Veränderungen im Hirn diagnostiziert werden.

Krankheitsverlauf

Man zählt die Epilepsie zu den chronischen Erkrankungen. Betroffene müssen meist über viele Jahre hinweg oder sogar lebenslang Medikamente einnehmen, um weitere Anfälle zu verhindern oder die Anzahl der Anfälle zu minimieren. Verursacht wird ein epileptischer Anfall durch Entladungen der Nervenzellen im Gehirn, die immer in Anfällen und plötzlich auftreten.

Je nach Schwere der Epilepsie können auch mehrere Anfälle direkt hintereinander auftreten. Zwischen zwei Anfällen können jedoch auch mehrere Monate vergehen, in denen der Betroffene beschwerdefrei ist.

Gegen Epilepsie gibt es viele sehr wirksame Medikamente, die Antiepileptika genannt werden. Werden diese konsequent eingenommen, bleiben mehr als die Hälfte der Betroffenen von weiteren Anfällen verschont.

Der Betroffene muss neben der Einnahme der Medikamente jedoch auch ggfs. den Beruf wechseln und die auslösenden Faktoren meiden, soweit dies möglich ist.

Symptome

Ein epileptischer Anfall kann unterschiedlich schwer ausfallen. Bereits Säuglinge und Kleinkinder können von der Epilepsie betroffen sein.

Besonders bei Säuglingen kommen gehäuft kleinere Anfälle vor, die sich durch ruckartige Bewegungen, zum Beispiel beim Vorwärtskrabbeln, äußern. Bei Kindern kann sich ein epileptischer Anfall jedoch auch durch kurzzeitige geistige Abwesenheit äußern. Die Kinder machen den Eindruck, als würden sie träumen.

Diese Anfälle dauern oft nur wenige Minuten oder sogar nur Sekunden. In dieser Zeit wirken die Kinder völlig abwesend und unterbrechen plötzlich die Tätigkeit, die sie gerade getan haben. Bei älteren Kindern äußert sich die Epilepsie auch dadurch, dass sie plötzlich etwas fallen lassen oder stürzen.

Teilanfall und "Grand mal"

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von epileptischen Anfällen: Bei der einen Form ist das komplette Gehirn betroffen, bei der anderen nur ein Teil des Gehirns. Die Teilanfälle können sich jedoch während des Anfalles zu einem das ganze Gehirn betreffenden Anfall entwickeln.

Bei den Teilanfällen bekommt der Betroffene den Anfall bewusst mit und hat auch keine Erinnerungslücken. Bei einem schweren Anfall, auch Grand mal genannt, sackt der Patient plötzlich zusammen und wirkt starr. Auch die Atmung kann während dieser Phase aussetzen.

Nach kurzer Zeit beginnen die Muskeln des Körpers wieder zu zucken und aus dem Mund tritt der für die Erkrankung oft typische Schaum aus. Nach wenigen Minuten entspannt sich der Betroffene wieder und schläft tief und fest. Wenn er wieder aufwacht, kann er sich an den Anfall nicht erinnern, da es sich um eine Epilepsieform handelte, die das gesamte Gehirn betraf.

Fokale Epilepsie

Die fokale oder lokalisationsbezogene Epilepsie liegt dann vor, wenn Betroffene bei Bewusstsein bleiben. Ein Anfall kann sich mit verschiedenen Symptomen äußern:

Handelt es sich um einen komplexen Anfall, kann es zu unkontrollierten Zuckungen, Mundbewegungen oder Zwinkern kommen. Manche Epileptiker laufen bei einem Anfall auch im Kreis, schlagen gegen Möbel und werfen mit allen erdenklichen Gegenständen ums sich.

Generalisierte Epilepsie

Die generalisierte Epilepsie bezieht sich nicht auf partielle Regionen im Gehirn. Bei einem Anfall sind grundsätzlich beide Gehirnhälften betroffen und der Patient verliert das Bewusstsein. Mediziner unterscheiden zwischen

  • tonisch-klonischen und
  • myoklonischen Anfällen sowie
  • Absence-Anfällen.

Tonisch-klonische Anfälle treten plötzlich auf und gehen mit starken Zuckungen von Armen und Beinen sowie extremen Versteifungen einher. Diese Anfallsart mit Bewusstlosigkeit und Hinstürzen wird auch als Grand mal bezeichnet, was großes Übel bedeutet.

Absence-Anfälle verlaufen dagegen milder mit wenigen Sekunden andauernden Bewusstseinsunterbrechungen. Manchmal haben Betroffenen einen starren Blick.

Diagnose

Die Epilepsie wird meist von einem Neurologen diagnostiziert. Er befragt dazu Angehörige, wie der Anfall genau abläuft und wie lange er dauert, um andere Erkrankungen ausschließen zu können.

Anschließend wird meist ein so genanntes EEG durchgeführt. Dies ist eine schmerzlose Untersuchung, bei der die Hirnströme gemessen werden.

Die Untersuchung wird meist sowohl im Wachzustand als auch während des Schlafens durchgeführt. Teilweise wird auch ein EEG während eines Anfalles geschrieben oder ein Anfall künstlich herbeigeführt, um die EEG-Veränderungen während des Anfalles feststellen zu können.

Oft wird auch eine Computertomografieaufnahme angefertigt, um zum Beispiel einen Hirntumor als Ursache für den epileptischen Anfall ausschließen zu können. Des Weiteren kommen Kernspintomographie und Angiographie zur Anwendung.

Therapie

Sofortmaßnahmen

Viele Menschen reagieren kopflos, wenn jemand einen epileptischen Anfall erleidet. Der Anfallsverlauf kann in unterschiedlich ausgeprägter Form stattfinden - mit leichten Bewusstseinstrübungen oder mit völliger Bewusstlosigkeit, mit krampfartigen Versteifungen oder leichten Zuckungen.

Einen Epilepsie-Anfall können Außenstehende kaum beeinflussen. Darum ist es völlig falsch, den Betroffenen zu schütteln, laut anzusprechen, mit Gewalt festzuhalten oder Verkrampfungen zu lösen. In erster Linie ist wichtig, dafür zu sorgen, dass keine Gefahr von Gegenständen ausgeht, die sich in der Nähe befinden.

Bei einem akuten epileptischen Anfall ist es unbedingt notwendig, den Betroffenen vor Stürzen oder Verletzungen während des Anfalls zu schützen. Teilweise empfehlen Ärzte auch, ein Päckchen Taschentücher zwischen den Ober- und Unterkiefer zu schieben, damit sich der Betroffene nicht in die Zunge beißt.

Dies sollte jedoch nur geschehen, wenn der Mund sowieso etwas geöffnet ist. Gewaltsamens Öffnen würde mehr schaden als nützen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem epileptischen Anfall:

  • Ruhig bleiben und keine unüberlegten Handlungen vornehmen
  • den Betroffenen hinlegen, bestenfalls in die stabile Seitenlage oder in die Bauchlage
  • einengende Kleidungstücke öffnen
  • gefährliche Dinge außer Reichweite schaffen
  • nach einem Anfall nicht wecken, sollte der Betroffene einschlafen

Meistens dauert ein epileptischer Anfall nicht länger als ein bis zwei Minuten. In der Regel besteht keine Notwendigkeit, einen Arzt zu rufen, es sei denn, die Krampfanfälle halten länger als fünf Minuten an oder es kommt zu Atemnot.

Bei einem erstmaligen Anfall ist grundsätzlich ärztliche Hilfe nötig, da eingehende Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Patienten, die bereits länger unter Epilepsie leiden, müssen nicht gleich ins Krankenhaus gebracht werden, wenn der Anfall sich auf normalem Level bewegt.

Die Entscheidung, ob ein Notarzt gerufen werden soll, hängt aber auch von der Intensität des Anfalls und der individuellen Einschätzung ab. Nach einem epileptischen Anfall sollte immer sichergestellt werden, dass der Patient sich wieder orientieren kann und ansprechbar ist.

Ärztliche Behandlung

Ist der akute Anfall vorbei und das im Anschluss an den Anfall aufgezeichnete EEG weist auf weitere Anfälle hin, wird eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Gleichzeitig mit der Therapie werden bestimmte Werte im Blut bestimmt, die den Medikamentenspiegel wiedergeben. Der Arzt kann so feststellen, ob die Menge des Medikamentes ausreichend ist oder ob die Dosis erhöht werden muss, um weitere Anfälle zu vermeiden.

Das Risiko für epileptische Anfälle lässt sich mit Medikamenten wie Antiepileptika und Antikonvulsiva deutlich senken. Der Arzt wählt das Medikament je nach Epilepsie-Form und nach Abklärung der Symptome. Vor dem Verabreichen von Arzneimitteln klärt der Arzt, welche Nebenwirkungen auftreten können, zum Beispiel Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Leberbelastungen.

Epilepsie-Arzneimittel fungieren als Blocker, um Anfälle zu verhindern, müssen allerdings regelmäßig und genau nach Anweisung eingenommen werden. In der Regel erhalten Patienten zunächst kleinere Medikamentendosen, um später die Dosis zu steigern und auf diese Weise das individuelle Optimum zu bestimmen. Zum Einsatz kommen Medikamente mit Wirkstoffen wie

  • Oxcarbazepin,
  • Valproinsäure,
  • Levetiracetam,
  • Topiramat oder
  • Benzodiazepine.

In einigen Fällen spricht der Betroffene auf die Medikamente nicht an, so dass eine Operation notwendig wird. Die von der Epilepsie betroffenen Bereiche im Gehirn werden während diesem Eingriff von einem Neurochirurgen entfernt. Die Operation ist jedoch sehr riskant und wird daher nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Auch die Keto-Therapie wird öfter zur Behandlung schwerer Epilepsien bei Kindern eingesetzt. Dabei handelt es sich um spezielle Diätmaßnahmen, die allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollten. Biofeedback-Therapien konnten sich aufgrund schwankender Erfolge als Behandlungsmaßnahme bei Epilepsie nicht durchsetzen.

Wie die Ernährung einen Einfluss auf die Epilepsie ausüben kann

Schon im Jahr 2008 wurde an dem University College London eine Studie durchgeführt, die sich mit der Thematik kindliche Epilepsie und Ernährung beschäftigte. Interessante Ergebnisse und auch Beweise konnten nach der Analyse der Studie deutlich aufzeigen, dass sich gerade bei betroffenen Kindern eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes durch eine ketonische Ernährung erreichen ließ.

Ketonische Ernährung im Test

Diese ketonische Ernährung beinhaltet einen Speiseplan, der sich mit vielen fettreichen Nahrungsmitteln aufzeigt, allerdings im Gegenzug die kohlenhydrathaltigen Lebensmittel entscheidend eingrenzt. Anhand zweier Kindergruppen wurden damals schon eine normale Ernährung und eine ketonische Ernährung bei den von Epilepsie betroffenen Kindern getestet.

Hierbei stellte sich heraus, dass die Kinder mit einer ketonischen Nahrungsaufnahme bis zu einem Drittel weniger Krampfanfälle aufwiesen als die Vergleichsgruppe mit einem normalen Ernährungsstil. Besonders gut wirksam zeigte sich solche eine "spezielle" Ernährung bei den kleinen Epileptikern, die kaum oder gar nicht auf eine medikamentöse Behandlung ansprachen.

Nachteile

Allerdings birgt solch eine "Diät" auch ihre Nachteile. Da bei einer ketonischen Ernährung Ballaststoffe, Kohlenhydrate und viele weitere Nährstoffe deutlich eingeschränkt sind, kann es zu

kommen. Hier ist es Eltern von betroffenen Kindern mit einer Epilepsie nur anzuraten, nicht auf eigene Faust solch eine "Therapie" bei ihrem Kind anzuwenden und sich zunächst Rat bei dem behandelnden Kinderarzt einzuholen.

Heilungschancen

Hinsichtlich des Heilungserfolgs einer epileptischen Erkrankung, werden durch unterschiedliche Therapien und Medikamente bis zu 80% der Betroffenen frei von Anfällen und das auch dauerhaft, allerdings ist es nie ganz ausgeschlossen, dass sich die Krankheit nicht doch wieder urplötzlich aufzeigt. Die Gründe können dann nicht nur psychischer Natur, sondern auch und vor allem der Konsum von Alkohol, Drogen oder auch Sauerstoffmangel und Schlafmangel sein.

Vorbeugung

Die Betroffenen können einem neuen Anfall nur bedingt vorbeugen. Die wichtigste Vorbeugung ist wohl die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente. Auch wenn über längere Zeit kein Anfall mehr aufgetreten ist, dürfen die Medikamente keinesfalls ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden. Dies hätte vermehrte Anfälle zur Folge.

Zusätzlich sollten sämtliche Risikofaktoren für einen epileptischen Anfall vermieden werden. Epileptiker führen meist ein Tagebuch, in dem notiert wird, wann und in welcher Situation sie einen Anfall bekamen.

Diese Situationen sollten künftig gemieden werden. Außerdem ist es wichtig, ausreichend zu schlafen, da Schlafmangel einen weiteren Krampfanfall hervorrufen kann.

Ab einem Alter von 65 Jahren spricht man von Altersepilepsie - in diesem Fall sehen Behandlung und Co. etwas anders aus...

Altersepilepsie - Behandlung erfordert Einfühlungsvermögen

Wann sprechen Mediziner von einer Altersepilepsie?

Von einer Altersepilepsie sprechen Mediziner, wenn das Krampfleiden nach dem 65. Lebensjahr auftritt und es zu zwei epileptischen Anfällen ohne Provokation innerhalb von 24 Stunden kommt. Epilepsieerkrankungen, die schon seit dem Kindes- oder Jugendalter bestehen, werden nicht zur Altersepilepsie gerechnet.

Mit steigender Lebenserwartung hat sich die Erkrankungsrate insgesamt erhöht. Epilepsie im Alter ist mit entsprechendem Fingerspitzengefühl gut behandelbar.

Eine frühzeitige Therapie ist schon deshalb wichtig, weil das Verletzungsrisiko bei Senioren während eines epileptischen Anfalls besonders hoch ist. Weitere Gefahren wie Unterkühlung oder die fehlende Möglichkeit, Medikamente einzunehmen, ist insbesondere dadurch bedingt, dass viele Senioren allein im Haushalt leben.

Welche Ursachen sind für Epilepsie im Alter verantwortlich?

In zwei von drei Fällen sind Durchblutungsstörungen im Gehirn ursächlich für die neurologische Erkrankung. Bei rund einem Drittel der Patienten ist kein Auslöser diagnostizierbar.

Zu den weiteren Ursachen für Epilepsie im Alter zählen:

  • Hirnblutungen
  • Kopfverletzungen
  • Hirntumore
  • Schlaganfall
  • Demenzerkrankungen, vor allem Alzheimer
  • Missbrauch von Alkoholika und/oder Medikamenten
  • Arzneimittel wie Antibiotika oder Psychopharmaka
  • Entzündungen
  • Stoffwechselerkrankungen, von denen Leber oder Nieren betroffen sind

Welche Symptome treten bei Altersepilepsie auf?

Je nach Ursache werden generalisierte und fokale Anfallsformen unterschieden. Leichtere Anfälle äußern sich mit oder ohne Eintrübungen des Bewusstseins. Grand-Mal-Anfälle gehen häufig mit starken Muskelzuckungen und Muskelkrämpfen oder Bewusstlosigkeit einher.

Zum Teil erfolgt eine Einstufung des epileptischen Anfalls als Notfall (Status epilepticus). Jeder dritte akute Epilepsieanfall bei Senioren ist ein Status epilepticus. Diese Anfälle folgen in kurzen Abständen hintereinander, sodass Betroffene sich zwischenzeitlich nicht mehr erholen können.

Bei der Altersepilepsie treten Störungen sehr oft direkt nach einem Anfall auf. Es kommt zu verschiedenen, teilweise über mehrere Tage anhaltende Funktionsstörungen, Sprachstörungen oder Verwirrtheitszuständen.

Besteht der Verdacht, dass es sich um einen epileptischen Anfall handelt, sollte umgehend ein Arzt alarmiert werden, da der Zustand lebensbedrohlich werden kann. Die oft untypischen Symptome führen in nicht wenigen Fällen zu Fehldiagnosen.

Deshalb ist das Erforschen der genauen Symptome sowie die Erhebung der Krankengeschichte überaus wichtig. Angehörige sollten dem Arzt ihre Beobachtungen genau schildern. Die Magnetresonanztomographie (MRT) gibt vor allem nach einem ersten Epilepsieanfall Aufschluss über das Geschehen.

Welche Ziele hat eine antiepileptische Therapie?

Die Ziele einer antiepileptischen Therapie sind

  • der Erhalt der Selbständigkeit
  • das Vermeiden von Verletzungen und
  • das Beseitigen von Ungewissheiten.

Heute werden sehr gut verträgliche Antikonvulsiva verabreicht, wobei in höherem Lebensalter die Dosierungen oft geringer sind als bei jüngeren Epilepsie-Patienten. Die Wahl des Arzneimittels richtet sich jedoch immer nach der Form der Altersepilepsie.

Eine medikamentöse Behandlung soll letztlich Anfälle verhindern. Bei einem erfolgreichen Therapieverlauf ist der Patient anfallsfrei.

Risiko unerwünschter Wechselwirkungen

Häufig nehmen Senioren bereits verschiedene Medikamente wegen anderer Beschwerden ein, deshalb müssen Ärzte, Angehörige und Betreuer explizit auf Wechselwirkungen durch Antiepileptika achten. Vor Behandlungsbeginn sollte der Arzt über alle einzunehmenden Medikamente Bescheid wissen.

Zudem ist es erforderlich, die medikamentöse Therapie strikt zu befolgen. Darüber hinaus müssen Faktoren, die einen epileptischen Anfall begünstigen können, vermieden werden, beispielsweise

  • Unterzuckerung
  • Reizung der Augen und Ohren
  • Alkohol
  • Schlafentzug sowie
  • psychischer und körperlicher Stress.

Nach einem ersten Anfall erfolgt in aller Regel ein dreimonatiges Fahrverbot. Hat der Patient bei Einnahme von Antikonvulsiva ein Jahr keinen Anfall erlitten, kann er sich im Normalfall wieder hinter das Steuer setzen.

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