19. Oktober 2009
Ein Dünndarmtumor verursacht verschiedene Symptome. Die Diagnostik findet meist beim Internisten statt.
Unter der Diagnose Dünndarmtumor versteht man sowohl gutartige Tumore als auch bösartige Krebsgeschwülste. Beide Tumorarten verursachen unterschiedliche Beschwerden.
Gutartige Tumore, die so genannten Dünndarmpolypen, verursachen in vielen Fällen keinerlei Beschwerden. Nur selten sind Blutauflagerungen auf dem Stuhlgang zu beobachten. Werden die Polypen längere Zeit nicht behandelt, vergrößern sie sich und können den Dünndarm einengen, was zu Koliken führen kann. In seltenen Fällen kann auch ein kompletter Verschluss des Dünndarms auftreten.
Bösartige Tumore im Dünndarmbereich äußern sich durch Übelkeit mit Erbrechen und Schmerzen im Bereich des Bauches. Auch Verdauungsstörungen wie Durchfall und Verstopfung können auftreten. Auch hier treten nach einiger Zeit Blutungen in Verbindung mit dem Stuhlgang sowie Koliken und selten auch ein Dünndarmverschluss auf.
Schildert ein Patient diese Beschwerden, führt der Arzt zuerst eine körperliche Untersuchung durch. Dabei tastet er auch intensiv den Bauch ab. Oftmals können die Tumore durch die Bauchdecke bereits ertastet werden. Auch eine Ultraschalluntersuchung führt der Arzt in der Praxis durch. Viele Tumore können bei dieser Untersuchung diagnostiziert werden.
Für eine sichere Diagnostik wird jedoch eine Röntgenaufnahme des Dünndarmes angefertigt. Vor der Untersuchung wird dem Patienten über einen dünnen Schlauch durch den Mund ein Kontrastmittel verabreicht, das die Tumore dann auf dem Röntgenbild gut sichtbar macht.
Der Dünndarm wird nur in seltenen Fällen mit Hilfe der Endoskopie untersucht. Bei der Magenspiegelung erfolgt die Untersuchung von oben durch den Mund. Dem Patienten wird dazu vor der Untersuchung ein Spray in den Rachen gesprüht, das den Würgereiz hemmt. Der Arzt führt dann einen langen Schlauch, das Endoskop, durch den Mund ein. Während der Magenspiegelung werden auch die Speiseröhre und der Magen begutachtet. Das Endoskop reicht bis zum obersten Teil des Darmes, dem Zwölffingerdarm. Der Dünndarm kann während der Magenspiegelung nicht begutachtet werden.
Eine Darmspiegelung wird von unten über den Enddarm durchgeführt. Der Patient muss in Vorbereitung zur Untersuchung eine Flüssigkeit trinken, die eine abführende Wirkung hat. Wenn der Darm gereinigt ist, erhält der Patient eine Beruhigungsspritze. Das Endoskop wird über den Enddarm eingeführt und bis zum Dickdarm vorgeschoben. Auch hier kann der Dünndarm somit nicht begutachtet werden.
Eine besondere Form der Endoskopie, die so genannten Kapselendoskopie, kann jedoch auch den Dünndarm sichtbar machen. Der Patient schluckt dazu vor der Behandlung eine kleine Kapsel, die eine Kamera enthält. In der Kapsel befindet sich auch ein Sender, der die Bilder auf einem Datenträger speichert. Die Kapsel durchläuft den kompletten Darm (einschließlich des Dünndarms) und wird mit dem Stuhlgang auf normalem Wege wieder ausgeschieden. Nach einigen Stunden gibt der Patient den Datenträger wieder in der Arztpraxis ab. Am Computer kann sich der Arzt nun die Bilder ansehen und eine Diagnose stellen.
Ergeben all diese Untersuchungen keine eindeutigen Ergebnisse, erfolgt oftmals auch ein operativer Eingriff im Rahmen einer Laparoskopie oder einer Laparotomie. Bei der Laparoskopie werden lediglich winzige Schnitte im Bereich des Bauches gesetzt, durch die die benötigten Instrumente eingeführt werden. Bei der Laparotomie wird ein normaler Bauchschnitt gesetzt. Der Chirurg kann dann den Dünndarm genau betrachten und eine sichere Diagnose stellen, wenn die anderen Untersuchungsverfahren dazu alleine nicht ausreichend waren.
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