Konsequente Parodontitis-Behandlung verbessert die Zuckerwerte

Typ-2-Diabetiker sollten besonderes Augenmerk auf Parodontitis­ legen

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  • von Paradisi-Redaktion
Grafik vierer Zähne und Zahnfleisch mit Verlauf einer Parodontitis

Typ-2-Diabetes und Parodontitis­ gehen häufig Hand in Hand. Dauerhaft erhöhte Zuckerwerte schaden zum einen dem Zahnfleisch und damit der gesamten Mundhygiene und zum anderen zeigen Statistiken, dass Menschen mit Parodontitis­ später häufiger Typ-2-Diabetiker werden. Wie die Wechselwirkung im zweiten Fall zustande kommt, ist noch nicht vollständig erforscht, doch Mediziner haben eine Vermutung. Es könnten Zytokine, eine bestimmte Gruppe an Eiweißen, aus dem entzündeten Zahnfleisch freigesetzt werden und diese sorgen im gesamten Körper für eine höhere Insulinresistenz.

Studie zur Parodontitis-Behandlung bei Typ-2-Diabetes

Geht man davon aus, dass diese enge Beziehung zwischen Typ-2-Diabetes und einer Parodontitis besteht, sollte eine konsequente Behandlung beim Zahnarzt den Betroffenen nachweislich helfen. Dies hat eine Studie mit 264 Männern und Frauen überprüft. Alle waren von Diabetes und Parodontitis betroffen und begaben sich in ärztliche Behandlung. Eine Hälfte diente als Kontrollgruppe und erhielt die Standardversorgung beim Zahnarzt. Die übrigen Patienten unterzogen sich einer Intensivtherapie. Dabei wurden alle Beläge im Mundraum entfernt und auch feinste Ablagerungen unter dem Zahnfleischrand entnommen. Einige Patienten benötigen zusätzlich eine chirurgische Zahnsanierung. Danach wurde eine professionelle Zahnreinigung alle drei Monate durchgeführt.

Konsequente Parodontitis-Behandlung bei Diabetes wichtig

Die Forscher erfassten von Beginn an die HbA1c-Werte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und verglichen sie am Endpunkt nach einem Jahr. In der Kontrollgruppe lag der Durchschnittswert zu Beginn bei 8,1 Prozent und war nach zwölf Monaten auf 8,3 Prozent gestiegen. In der zweiten Gruppe hingegen war der Durchschnittswert von zunächst 8,1 Prozent auf 7,8 Prozent gesunken. Diese Differenz klingt gering, besitzt jedoch mit 0,5 Prozent denselben Effekt wie die Einnahme blutzuckersenkender Wirkstoffe.

Die Studie gibt damit einen Hinweis darauf, dass Diabetiker besonders stark auf eine mögliche Parodontitis achten sollten und mit einer konsequenten Behandlung die Spätkomplikationen gemindert werden könnten.

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Erstellt am 19.11.2018
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