Diabetes bei Haustieren - Erkennung, Behandlung und Hinweise zur Fütterung

Liegender Hund neben sitzender Katze, schauen sich an, weißer Hintergrund

Informationen für Katzen- und Hundebesitzer: Diabetes beim Haustier erkennen und es mit der richtigen Fütterungsweise unterstützen

Nicht nur Menschen können an Diabetes erkranken, sondern auch Tiere. Besonders betroffen sind Hunde und Katzen.

Bei Diabetes mellitus, auch als Zuckerkrankheit bekannt, handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Ursache der Erkrankung ist der Mangel an dem Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Durch das Insulin kann der Zucker (Glukose), den der Körper aus der Nahrung gewinnt, zu den Körperzellen gelangen, für die er als Energielieferant überaus wichtig ist.

Kommt es bei einem Tier zu einem Mangel an Insulin, lässt sich der aufgenommene Zucker von dessen Organismus nicht mehr verarbeiten. Stattdessen bleibt die Glukose im Blut, was einen Anstieg des Blutzuckerspiegels nach sich zieht.

Diabetesformen bei Tieren

Genau wie beim Menschen unterscheidet man auch bei Tieren zwischen den zwei verschiedenen Diabetes-Formen Typ 1 und Typ 2. Bei Typ 1 wird vom Organismus überhaupt kein Insulin mehr produziert. In diesem Fall ist die ständige Zufuhr von Insulin lebensnotwendig.

Bei Typ 2 ist die Bauchspeicheldrüse zwar noch in der Lage Insulin herzustellen, die Menge reicht jedoch nicht mehr für die Versorgung aller Körperzellen aus. In diesem Fall spricht man von nicht-Insulinabhängiger Diabetes.

Verbreitung

Vor allem bei Haustieren wie Hunden und Katzen tritt Diabetes mellitus auf.

  • Besonders hoch ist die Erkrankungsgefahr bei Hündinnen im Alter von 7 bis 9 Jahren.
  • Bei Katzen haben kastrierte und übergewichtige Kater ein erhöhtes Krankheitsrisiko.

Die am häufigsten vorkommende Diabetes-Form bei Hunden ist Typ 1, während von dieser Form nur 30 Prozent der Katzen betroffen sind; hier ist Diabetes Typ 2 klar vorherrschend. Insgesamt sind in Deutschland ca. 40.000 Katzen und Hunde an Diabetes erkrankt. Ohne eine entsprechende Behandlung drohen den Vierbeinern schwerwiegende Gesundheitsschäden.

Symptome

Umso wichtiger ist es, die Zuckerkrankheit so früh wie möglich zu erkennen und entsprechend behandeln zu lassen. Zu den typischen ersten Symptomen gehören

Manchmal kann es auch zu Lähmungserscheinungen an den hinteren Beinen oder am Schwanz kommen. Katzen leiden zumeist eher an Erbrechen und Appetitlosigkeit.< Bei Hunden besteht zudem die Gefahr von Sehstörungen und Blindheit.

Diagnose und Behandlung

Stellt man an seinem Haustier die beschriebenen Symptome fest, muss so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann die Erkrankung meist schon aufgrund der typischen Symptome feststellen. Bestätigen lässt sich die Diagnose durch Urin- und Bluttests.

Wird Zucker im Urin gefunden und ist der Blutzuckerspiegel erhöht, so kann die Diagnose Diabetes gestellt werden. Auch der Blutzuckerlangzeitwert Fruktosamin liegt in erhöhter Konzentratoion vor.

Zudem sind erhöhte Aktivitäten der Leberenzymwerte ein möglicher Hinweis auf eine Fettleber. Des Weiteren liegt eine Erhöhung der Blutfette vor.

Leider kann Diabetes bei Hunden nur sehr selten geheilt werden. Bei Katzen hingegen ist bei 10 bis 30 Prozent der erkrankten Tiere eine Heilung in den ersten zwölf Monaten möglich, sofern eine frühzeitige Therapie erfolgt.

Behandelt wird Diabetes bei Tieren stets durch Insulininjektionen, da vor allem Hunde nicht auf Tabletten ansprechen. Nur bei einigen Katzen ist eine Behandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten erfolgreich. Da die Wirkung dieser Arzneimittel meist nur von kurzer Dauer ist, gilt eine Insulintherapie auch bei Katzen als sinnvoller. Wird eine entsprechende Behandlung durchgeführt, können die betroffenen Tiere durchaus ein normales Leben führen.

Hinweise zur Fütterung

Sowohl Katzen- als auch Hundebesitzer sollten darauf achten, dass ihr Haustier ein Normalgewicht hat - ist es zu dünn, empfiehlt sich die Zunahme von Gewicht; Übergewicht muss abgebaut werden. Generell raten Experten dazu, das Tier 2x am Tag zu füttern.

Katzen können auch häufiger gefüttert werden oder ständigen Zugang zu ihrem Futter haben - dies gilt jedoch nur, wenn sie nicht übergewichtig sind. Es gibt spezielles Futter für an Diabetes erkrankte Tiere; bei nötiger Beratung kann man sich an den Tierarzt werden. Am wichtigsten ist bei der Auswahl jedoch, dass das Tier das Futter auch frisst.

Besonders beim Hund ist darauf zu achten, die Fütterung sowie die Insulingabe aufeinander abzustimmen. Handelt es sich um gute Fresser, spritzt man idealerweise zuerst das Insulin, anderenfalls sollte der Hund erst nach dem Fressen - hierbei auf eine ausreichende Nahrungsaufnahme achten! - Insulin erhalten.

Zusammensetzung eines Futters für Diabetiker

Es gibt einige Inhaltsstoffe, auf die der Tierbesitzer bei der Auswahl des Futters achten sollte. Dabei handelt es sich mitunter um

  • leicht verdauliche Kohlenhydrate. Diese finden sich beispielsweise in Sorghum und Gerste.

  • spezielle Fasermischungen. Diese regen die Darmbewegungen an; mitunter kann durch die Anregung der Bauchspeicheldrüse sogar Insulin ausgeschüttet werden. Der Faseranteil sollte mindestens 10 Prozent betragen; man findet die Fasern z.B. in Wegerich-Samen (als Carboxymethylzellulose).

  • qualitativ hochwertige und leicht verdauliche Eiweiße. Man findet sie z.B. in Schweine- und Rindfleisch, Leber und magerem Fisch.

  • Verdauungsenzyme. Ist die Bauchspeicheldrüse starkt geschädigt, können sie die Verdauung unterstützen.

  • Zusätze wie Chromsalze und L-Carnitin. Während letzteres das Herz unterstützt, können Chromsalze als Coenzyme Energiegewinnung und Glukosestoffwechsel fördern.

  • reduzierte Kalorien. Diese helfen dabei, ein gesundes Gewicht beizubehalten und Übergewicht zu vermeiden.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Dog and cat on white background © Michael Pettigrew - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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