17. November 2006
Menschen, die unter Depressionen leiden, verstecken diese häufig unbewusst hinter körperlichen Beschwerden: Sie klagen über Schlaflosigkeit, fehlende Konzentration, mangelnden Appetit, Magenprobleme oder verschiedenste Schmerzen.
Nur ihre oft abgrundtiefe, lang anhaltende Traurigkeit schließen sie in sich ein. „Sie geben sich selbst die Schuld an ihrem Zustand, statt einen Arzt aufzusuchen“, sagt Professor Ulrich Hegerl von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität in der Apotheken Umschau.
Depressionen sind weltweit die häufigste psychische Erkrankung. 12,8% aller Bewohner Deutschlands zwischen 18 und 65 Jahren leiden unter einer klinisch festgestellten Depression. Frauen sind fast doppelt so häufig betroffen wie Männer. Depressive, denen es gelingt, ihren Zustand offen anzusprechen und als Krankheit anzunehmen, eröffnen sich gute Behandlungschancen.
Diese besteht keineswegs nur aus Medikamenten und Psychotherapie, auch wenn dies wichtige Säulen der Behandlung sind. Die Patienten, selbst „sollten zu Experten ihrer Krankheit werden“, rät etwa Prof. Peter Bräunig, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Vivantes-Humbold-Klinikums in Berlin.
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