2. Oktober 2005
(dgk) Nach Angaben des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie erkranken in Deutschland jährlich rund 7,8 Millionen Bürger an einer Depression. Zwei Drittel davon sind Frauen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 zur Volkskrankheit Nummer 2 werden. Das größte Problem: Sie werden vielfach als solches nicht erkannt. Nur wer die Anzeichen richtig deutet, kann Gegenmaßnahmen einleiten.
Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) hat in ihrem Gesundheitsreport 2005 festgestellt: Seit 2000 haben die Krankheitstage aufgrund depressiver Störungen um 42 Prozent zugenommen. Vor allem unter Jüngeren gibt es einen überproportionalen Anstieg der psychischen Erkrankungen: Auffallend ist dieser Trend in der Altersgruppe der 15- bis 29-jährigen Frauen und 15- bis 34-jährigen Männer.
Jeder zehnte Patient in einer Hausarztpraxis hat eine Depression. Doch meist kommen die Patienten nicht wegen, sondern mit Depressionen zum Arzt. Solche Patienten klagen dann über Rückenschmerzen, Bauchschmerzen oder Schwindelgefühle. Lässt sich dafür keine körperliche Ursache finden, sollten Ärzte an eine Depression denken.
Die Symptome einer depressiven Erkrankung sind ganz unterschiedlich. Auf der einen Seite sind Interesse-, Freud- und Antriebslosigkeit, seelische Verstimmungen und Suizidgedanken. Physisch können sich Depressionen unter anderem über Schlafstörungen, Müdigkeit oder Verdauungsstörungen äußern.
Basistherapie muss das ärztliche Gespräch sein. Steht die Diagnose Depression fest, kann eine antidepressive Therapie die meisten Betroffenen aus dem Stimmungstief holen.
Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen soll nach einer aktuellen Studie (Am J Prev Med 28, 2005, 1) auch Aerobic helfen. Drei bis fünf Mal die Woche Aerobic-Übungen sind nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele: Die Übungen nützen den Betroffenen allerdings nur dann etwas, wenn sie auch anstrengend sind. Kommen die Patienten dabei nicht ins Schwitzen, lassen sich die trüben Gedanken kaum vertreiben.
Als günstige Sportarten gegen trübe Gedanken gelten aber auch Jogging, Walking, Wandern, Radfahren, Inline-Skating, Schwimmen und Tanzen. Sport sollte weder unter- noch überfordern, um Versagensängste, Stressreaktionen, negative Erlebnisse und Misserfolgssituationen zu vermeiden.
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