Kinderdepression, Belastungsdepression und Co: Unterschiedliche Formen und Subtypen einer Depression

In unserem Alltag werden so genannte depressive Verstimmungen häufig gleichgesetzt mit Depressionen. Dabei handelt es sich hierbei um zwei völlig unterschiedliche Schweregrade dieser psychischen Erkrankung. Zudem gibt es viele unterschiedliche Formen und Subtypen einer Depression, je nachdem, wen sie betreffen oder unter welchen Bedingungen sie auftreten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über unterschiedliche Formen und Subtypen einer Depression.

Informationen zur Kinderdepression, Belastungsdepression, Winterdepression, Altersdepression, Schwangerschaftsdepression, postpartalen Stimmungsdepression

Unterschiede der Depression bei Frauen, Männern, Kindern und älteren Menschen

Bei einer Depression handelt es sich um eine psychische Krankheit, die neben anhaltender Niedergeschlagenheit auch körperliche Symptome wie

hervorruft. Die psychische Erkrankung kann bei beiden Geschlechtern und in jeder Altersgruppe auftreten. Allerdings machen sich Depressionen oft auf unterschiedliche Weise bemerkbar.

Depressionen bei Frauen

Besonders häufig betroffen von Depressionen sind Frauen. So ist die Erkrankungsgefahr bei ihnen fast doppelt so hoch wie bei Männern, was auch auf hormonelle Faktoren zurückzuführen ist. Im Laufe des Lebens kommt es im weiblichen Körper wiederholt zu starken Schwankungen des Hormonspiegels. Dazu gehören Phasen wie

Ebenfalls zu Depressionen führen kann alltäglicher Stress, der durch Mehrfachbelastung entsteht. So müssen viele Frauen Beruf, Erziehung der Kinder, Haushalt oder die Pflege von kranken Angehörigen unter einen Hut bringen, was häufig zu Überforderung führt.

Depressionen bei Männern

Im Gegensatz zu Frauen, ist die Gefahr an einer Depression zu erkranken bei Männern deutlich geringer. Allerdings lassen sich Depressionen bei Männern schwerer erkennen, da sie ihre Niedergeschlagenheit und Selbstzweifel meist für sich behalten und stattdessen aggressiv reagieren.

Da Frauen offener mit ihren Stimmungsschwankungen umgehen, stuft man sie rascher als depressiv ein. Männer verstecken ihre psychischen Probleme dagegen häufig hinter

Dieses Verhalten hat oftmals schwere Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, sodass deutlich mehr Männer durch Depressionen sterben als Frauen.

Depressionen bei Kindern

Auch bei Kindern können Depressionen auftreten. Bemerkbar macht sich die psychische Störung bei ihnen vor allem durch

Allerdings lässt sich nicht immer leicht sagen, ob ein Kind wirklich krankhaft depressiv ist oder es sich lediglich um eine vorübergehende Verstimmung handelt.

Depressionen bei älteren Menschen

Bei älteren Menschen besteht das Problem, dass Depressionen häufig unbemerkt bleiben. Das wird darauf zurückgeführt, dass sie ihrem Arzt gegenüber ihre psychischen Probleme verschweigen und stattdessen nur körperliche Beschwerden erwähnen. Ein Fehler, der das Leiden unnötig verlängert, denn auch im fortgeschrittenen Alter lassen sich Depressionen gut behandeln. Dazu genügen oft schon psychotherapeutische Gespräche.

Manchmal werden depressive Stimmungen bei älteren Menschen auch durch die Einnahme von Medikamenten verursacht. Da Senioren aufgrund von körperlichen Beschwerden häufig bestimmte Arzneimittel einnehmen müssen, erhöht sich die Gefahr von Nebenwirkungen wie Depressionen.

Unterschiedliche Formen und Subtypen einer Depression

Depressive Verstimmungen wie Lustlosigkeit oder schlechte Laune sind in der Regel zeitlich begrenzt; eine ernsthafte Depression kann hingegen kaum ohne fremde Hilfe bewältigt werden und bis zur Selbstmordgefahr reichen. In der Medizin wird außerdem noch zwischen unterschiedlichen Formen der Depression unterschieden.

Zunächst geben wir Ihnen einen Überblick über unterschiedliche Formen der Depression...

Larvierte Depression

Bei der lavierten Depression, auch somatisierte sowie getarnte Depression genannt, werden psychische Störungen durch Krankheiten und Symptome wie

kaschiert. Dass eine psychische Störung und keine organische Ursache der Grund für diese körperlichen Beschwerden ist, wird häufig erst nach zahlreichen Arzt- oder Krankenhausbesuchen erkannt.

Psychotische Depression

Die genauen Ursachen der psychotischen Depression sind bisher nicht ausreichend geklärt, jedoch wird vermutet, dass Vererbung oder chemische Veränderungen im Organismus Grund für die Depression sind. Merkmal ist, dass neben den depressiven Phasen auch Wahnideen auftreten; diese können sich auf unterschiedliche Bereiche beziehen, wie zum Beispiel

  • Verkleinerungswahn
  • Versündigungswahn
  • Verschuldungswahn oder
  • Verarmungswahn.

Neurotische Depression

Ursache für eine neurotische Depression sind einschneidende Erlebnisse oder Ereignisse, zum Beispiel veränderte Lebenssituationen wie plötzliche Arbeitslosigkeit oder der Tod eines Angehörigen. Auch körperliche Veränderungen und schwere Krankheiten können die Ursache sein. Die nicht seltene Depression während der Schwangerschaft gehört ebenfalls in den Bereich der neurotischen Depressionen.

Anaklitische Depression

Die anaklitische Depression betrifft Babys und Kinder, die vernachlässigt und/oder allein gelassen werden. Zu den typischen Symptomen gehören

  • Klammern
  • lang anhaltendes Schreien
  • Weinen und
  • Jammern.

Agitierte Depression

Die agitierte Depression lässt sich als Folge einer stark ausgeprägten inneren Unruhe beschreiben. Betroffene stehen unter ständigem Bewegungsdrang und sind nicht dazu in der Lage, still zu sitzen.

Des Weiteren haben sie ein starkes Mitteilungsbedürfnis und jammern sehr viel. Betroffen sind vorwiegend ältere Menschen.

Organische Depression

Die organische Depression beschreibt Symptome, die aufgrund einer körperlichen Erkrankung entstehen. Depressive Verstimmungen aufgrund hormoneller Veränderungen werden nicht hinzugezählt.

Spät-/Involutionsdepression

Diese Depressionsform tritt erstmalig nach dem 45. Lebensjahr auf; häufiger sind Frauen davon betroffen. Typisches Merkmal ist, dass die depressiven Phasen länger andauern als bei anderen Depressionsformen. Zudem kommt es zur relativen Therapieresistenz und einer erhöhten Suizidgefahr.

Atypische Depression

15 bis 40 Prozent aller Depressionen werden als atypisch bezeichnet. Betroffene haben im Vergleich zu anderen Depressiven ein höheres Risiko, unter

  • somatischen Angstsymptomen
  • Libidostörungen
  • Schuldgedanken und
  • Misstrauen

zu leiden.

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf bestimmte Typen der Depression ein...

Belastungsdepression

Bei einer Belastungsdepression oder reaktiven Depression handelt es sich um eine Depression, die nicht von innen ausgelöst wird, sondern durch externe Faktoren. Man bezeichnet sie auch als depressive Reaktion oder abnorme depressive Reaktion. Diese Verhaltensstörung wird durch ein äußerst schmerzliches Erlebnis des Betroffenen ausgelöst.

Mögliche Ursachen

In den meisten Fällen kommen Menschen relativ gut mit schweren Situationen zurecht, ohne dass automatisch eine depressive Störung auftritt. Dennoch kann es passieren, dass ein Mensch durch einen unvorhergesehenen Schicksalsschlag für längere Zeit aus der Bahn geworfen wird.

Bei einer plötzlichen starken Belastung besteht sogar die Gefahr, dass es zu einem völligen Zusammenbruch der Psyche kommt. Typische Situationen, die eine reaktive Depression auslösen können, sind

Ebenso können

  • Arbeitslosigkeit
  • soziale Not
  • Gewalt oder
  • Mobbing

zu einer Belastungsdepression führen. In der Regel überwinden die Betroffenen nach einigen Wochen diese depressive Anpassungsstörung. Bei einigen Menschen entwickeln sich jedoch mit der Zeit andere Formen von Depressionen.

Ausprägungsformen

Eine reaktive Depression fällt zwischen den Geschlechtern sehr unterschiedlich aus.

Bei Männern

So kommt es bei Männern häufig aus beruflichen Gründen zu einer Belastungsdepression. Auslösende Faktoren können

sein. Meist sind die betroffenen Männer in einem höheren Lebensalter.

Bei Frauen

Bei Frauen tritt dagegen eine reaktive Depression meist vor den Wechseljahren auf. Auch stehen bei ihnen eher familiäre Faktoren oder eine enttäuschte Liebe im Vordergrund. Single-Frauen leiden vor allem unter der Angst vor dem Alleinsein.

Risikogruppen

Als besonders gefährdet für eine Belastungsdepression gelten Menschen, deren Selbstbewusstsein gering ist. Sie verfügen nur über ein schwaches Selbstwertgefühl, sind übersteigert gewissenhaft und wollen möglichst perfekt sein.

Ebenso gefährdet sind Personen, die

  • zu Schuldgefühlen neigen
  • nach Anerkennung suchen
  • unfähig sind, einmal Nein zu sagen
  • unter Trennungsängsten leiden
  • sich an andere Personen klammern oder
  • nicht in der Lage sind, ihre aggressiven Gefühle auszuleben.

Symptome

Charakteristisch für eine Belastungsdepression ist, dass sich die Betroffenen überhaupt nicht krank fühlen. Stattdessen klagen sie über Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Zu den Symptomen, die bei einer reaktiven Depression auftreten können, gehören

  • Hilflosigkeit
  • Niedergeschlagenheit und
  • Apathie.

Behandlungsmaßnahmen

Im Gegensatz zu anderen Therapien bei Depressionen, ist bei einer Belastungsdepression das Verabreichen von Medikamenten wie Antidepressiva meist nicht der richtige Weg. Stattdessen ist es besser, wenn der Betroffene mit seinem Hausarzt oder mit einem Psychotherapeuten ausführlich spricht, damit er das Geschehene verarbeiten kann. Auch nahe stehende Verwandte oder gute Freunde können dabei hilfreich sein.

Winterdepression - Saisonale Depression aufgrund von Lichtmangel

Die Winterdepression wird auch als saisonal-affektive Störung (SAD) bezeichnet. Zu dieser depressiven Störung kommt es Jahr für Jahr in der kalten und dunklen Jahreszeit, also in Herbst und Winter.

Merkmale und Ausprägungsformen

Eine so genannte Winterdepression beginnt in der Regel im Herbst und endet wieder im Frühjahr. Die Betroffenen fühlen sich meist niedergeschlagen und kraftlos. Da sie zudem häufig Appetit auf süße Speisen entwickeln, hat dies eine Zunahme an Gewicht zur Folge.

Saisonal bedingte Depressionen treten seltener auf als andere Formen von Depressionen. Dabei sind Frauen von einer Winterdepression weitaus häufiger betroffen als Männer.

Doch nicht nur bei erwachsenen Menschen kann es zu einer Winterdepression kommen, sondern auch bei Jugendlichen oder Kindern. Darüber hinaus gibt es große regionale Unterschiede. Während in den Mittelmeerländern kaum Winterdepressionen auftreten, kommen sie in Skandinavien häufig vor.

Subsyndromale SAD

Als harmlose Form der Winterdepression gilt der so genannte Winter Blues, der deutlich schwächer verläuft. Dabei haben die Betroffenen in den Wintermonaten oft schlechte Laune oder fühlen sich antriebslos, um eine echte Depression handelt es sich jedoch nicht. Mediziner nennen diese milde Form auch subsyndromale SAD.

Ursachen

Verursacht wird eine Winterdepression durch den Mangel an natürlichem Tageslicht sowie der geringeren Intensität des Lichts während der Herbst- und Wintermonate. Man vermutet, dass bei der Entstehung der Winterdepression der Neurotransmitter Serotonin eine wichtige Rolle spielt.

Bei Serotonin handelt es sich um einen chemischen Botenstoff. Dieser leitet Signale an das Gehirn weiter.

Erhält das Gehirn zu wenig Serotonin, unternimmt es den Versuch eines Ausgleichs. Dadurch verspüren Menschen, die unter Winterdepressionen leiden, oftmals großen Appetit auf süße Speisen, denn durch Zucker sowie bestimmte Inhaltsstoffe von Schokolade erhalten die Gehirnzellen wieder mehr Serotonin.

Aber auch das Tageslicht ist bei einer Winterdepression von Bedeutung. So erhält die Netzhaut der Augen an den dunklen und kurzen Herbst- und Wintertagen zu wenig Licht. Dadurch wird ungebremst das Hormon Melatonin ausgeschüttet.

Melatonin ist auch für das Aufrechterhalten des Rhythmus von Wachsein und Schlafen zuständig. Durch die übermäßige Konzentration des Hormons im Gehirn wird jedoch die innere Uhr gestört, was zur Folge hat, dass die Betroffenen sich müde fühlen und schlechte Laune haben.

Symptome

Zu den typischen Symptomen einer Winterdepression gehören neben Heißhunger auf Süßes auch

  • schlechte Stimmung
  • Energiemangel
  • Unausgeglichenheit
  • Antriebsschwäche
  • Nervosität
  • morgendliche Müdigkeit sowie
  • ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

Charakteristisch für eine Winterdepression ist, dass sie immer wieder in der dunklen Jahreszeit auftritt. Kommt es in einem Zeitraum von fünf Jahren mindestens dreimal im Winter zu depressiven Verstimmungen, handelt es sich um eine Winterdepression. Um eine solche Depression von einem harmlosen Winter Blues zu unterscheiden, bedarf es jedoch eines psychiatrischen Facharztes.

Behandlung

Für die Behandlung einer Winterdepression gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehört zum Beispiel eine Lichttherapie. Dabei setzt sich der Patient zwei Wochen lang nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang je eine Stunde vor ein spezielles Lichtgerät, das über ca. 2.500 Lux verfügt, wodurch der Tag künstlich verlängert wird.

Bereits nach ein paar Tagen kann es zu einer Aufhellung der Stimmung kommen. Handelt es sich um eine schwere Winterdepression, müssen Medikamente wie Trizyklische Antidepressiva, Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer oder selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer verabreicht werden.

Kinderdepression - Depression bei Kindern und Jugendlichen

Denkt man an Depressionen, vermutet man nicht, dass auch Kinder und Jugendliche von dieser psychischen Erkrankung betroffen sein können. Schätzungen zufolge treten Kinderdepressionen jedoch bei etwa zwei bis vier Prozent aller Kinder über 12 Jahren auf.

Die Gefahr an einer Depression zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Babys oder Kleinkinder sind kaum von einer Kinderdepression betroffen, doch bereits bei Kindern im Vorschulalter oder Grundschulalter können depressive Störungen auftreten. Noch größer wird die Häufigkeit mit Beginn der Pubertät.

In den meisten Fällen ist es jedoch für die Eltern überaus schwer, eine Depression bei ihren Kindern zu erkennen, denn die betroffenen Jugendlichen sprechen kaum über ihre Emotionen und Stimmungen. Zudem werden die klassischen Symptome einer Depression häufig durch auffällige Verhaltensweisen überlagert.

Symptome und Ausprägungsformen

Zu den Symptomen gehören unter anderem

  • Müdigkeit
  • Lustlosigkeit oder
  • Traurigkeit, ohne dass ein erkennbarer Grund dafür vorhanden wäre.

Bei älteren Kindern kann es zudem zu aggressivem Verhalten kommen. Kleinere Kinder reagieren dagegen oftmals mit Angst. Außerdem sind die Kleinen noch nicht in der Lage, eine Depression richtig zu beschreiben, sodass sie meist von Kopfschmerzen oder Bauchweh sprechen.

Dies erschwert es jedoch auch den Ärzten, eine richtige Diagnose zu stellen. Während Kinderdepressionen bis zur Pubertät Mädchen und Jungen gleichermaßen betreffen, treten sie nach der Pubertät vorwiegend bei Mädchen auf.

Depressionen bei Kindern wurden lange Zeit von vielen Medizinern angezweifelt. Haben Kinder keine Freude am Spielen oder sind sie ohne erkennbaren Grund traurig, vermutet kaum jemand eine Depression dahinter.

Stattdessen verabreicht man den Kindern Eisenpräparate oder Vitamine, die Abhilfe schaffen sollen. Doch Kinderdepressionen können sehr langwierig sein und oftmals kommt es zu Rückfällen.

Mögliche Ursachen

Die genauen Vorgänge bei einer Kinderdepression konnten bislang genauso wenig geklärt werden, wie bei einer Erwachsenendepression. Man vermutet aber, dass genetische Faktoren eine bedeutende Rolle spielen. So treten Depressionen oftmals gehäuft innerhalb einer Familie auf.

Weitere wichtige Faktoren für den Ausbruch der Krankheit sind mangelndes Selbstwertgefühl und Lebenskrisen. Sehr wichtig für Kinder ist die Familie.

So kann die Scheidung oder der Tod der Eltern oder eines Elternteils zu einer depressiven Störung führen. Andere Auslöser können

sein.

Diagnose

Um eine Depression bei Kindern zu erkennen, ist die Wachsamkeit von Eltern, Familienangehörigen, Lehrern oder Kindergärtnern sehr wichtig. Allerdings ist es nicht immer leicht, die vielfältigen Anzeichen für eine Kinderdepression richtig zu deuten.

Besteht der Verdacht auf eine Depression, muss auf kompetente Hilfe von Kinderpsychiatern oder Familienberatungsstellen zurückgegriffen werden. Da es sich bei einer Kinderdepression um eine ernste psychische Erkrankung handelt, ist eine Therapie unumgänglich. Ohne Behandlung kann es im schlimmsten Fall sogar zu einem Selbstmord kommen.

Behandlung

Gelingt es eine Depression zu erkennen, kann sie auch behandelt werden. Bei schweren Depressionen helfen Antidepressiva, die man allerdings mit Bedacht einsetzt und nur als Ergänzung zu anderen Behandlungsmaßnahmen anwendet.

Allerdings wurde bei vielen Präparaten, die Erwachsenen helfen, noch nicht hinreichend geklärt, ob sie auch hilfreich für Kinder sind. Zu Beginn der Behandlung ist es daher wichtig, auf das Verhalten der Kinder zu achten. In leichteren Fällen verabreicht man eher Johanniskrautpräparate.

Altersdepression - Depression im Alter

Allein in Deutschland leiden ca. 15-20 Prozent der älteren Menschen unter depressiven Verstimmungen. Bei drei Prozent kommt es sogar zu einer schweren Altersdepression.

Ursachen

Durch das Nachlassen der körperlichen Kräfte von Gesundheit oder Gedächtnis sowie durch den Verlust eines nahe stehenden Menschen, kann es im Alter zu depressiven Verstimmungen kommen. In vielen Fällen wird eine Altersdepression jedoch nicht festgestellt, sondern als eine Befindlichkeitsstörung angesehen, die nur vorübergehender Natur ist. Die Selbstmordrate bei Menschen über 55 Jahren ist jedoch viermal so hoch wie bei anderen Altersgruppen.

Bei einer Altersdepression spielen nicht nur psychische Gründe eine Rolle. Auch physische, altersbedingte Krankheiten, die meist chronisch sind, können zu dieser Erkrankung führen.

So treten Depressionen häufig bei Menschen auf, die einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben oder an Erkrankungen wie Parkinson oder Demenz leiden. Mitunter kann auch eine Unterfunktion der Schilddrüse eine Altersdepression hervorrufen.

Diagnose und Symptome

In vielen Fällen sind die behandelnden Ärzte nicht in der Lage, eine Altersdepression zu diagnostizieren, da sie zu wenig Kenntnisse auf dem Feld der Alterspsychologie besitzen. Darüber hinaus können bei einer Altersdepression ähnliche Symptome wie bei einer Demenzerkrankung auftreten.

Ein weiteres Problem ist, dass die Betroffenen häufig nicht über ihre seelischen Probleme sprechen, da sie fürchten, ihren Angehörigen oder Freunden zur Last zu fallen. Aus diesem Grund wird meist nur aufgrund körperlicher Leiden ein Arzt konsultiert.

Allein festzustellen, dass ein Patient depressiv ist, genügt nicht, da es verschiedene Verlaufsformen und Ursachen bei einer Altersdepression gibt. Daher müssen die untersuchenden Ärzte sich mit der Krankengeschichte des Patienten ausführlich beschäftigen und eine gründliche körperliche Untersuchung vornehmen, denn individuelle Faktoren, die eine Depression begünstigen können, spielen eine wichtige Rolle.

Bestimmte physische Beschwerden wie

können ein Hinweis auf eine Altersdepression sein. Kommen zudem noch Einschlafstörungen und Angstgefühle hinzu, die zu den Hauptsymptomen einer Depression zählen, handelt es sich um mehr als um eine pure Befindlichkeitsstörung.

Behandlung

Eine Behandlung von depressiven älteren Menschen ist weitaus schwieriger als von jungen Menschen, da Senioren meist an diversen anderen Krankheiten leiden und Medikamente einnehmen müssen. Daher kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Arzneimitteln kommen.

Aus diesem Grund müssen bei einer Therapie mit Antidepressiva einige Faktoren beachtet werden. Generell beginnt man mit einer niedrigen Dosis, die dann allmählich gesteigert wird. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn sich das Medikament leicht handhaben lässt. Bedacht werden müssen auch Begleiterkrankungen wie

Als Alternative kommen auch pflanzliche Psychopharmaka wie Johanniskraut in Betracht, die bei leichten und mittelschweren Altersdepressionen wirksam sind und als gut verträglich gelten. Zu einer Verbesserung der Stimmung kommt es durch die Medikamente jedoch nicht sofort. So setzt die Wirkung bei synthetischen Arzneimitteln erst nach ca. vierzehn Tagen ein.

Bei pflanzlichen Mitteln dauert es noch länger. Neben einer Behandlung mit Medikamenten erfolgt jedoch auch eine Psychotherapie, die sich einzeln, in der Gruppe oder mit den Angehörigen durchführen lässt.

Schwangerschaftsdepression - Depression während der Schwangerschaft

Bei einer Schwangerschaftsdepression handelt es sich um eine unipolare Depression, die während einer Schwangerschaft auftritt. Oftmals ist sie die Folge einer Anpassungsstörung.

Bei ca. zehn Prozent aller schwangeren Frauen kommt es während der Schwangerschaft zu Depressionen. Normalerweise gilt eine Schwangerschaft als eine sehr schöne und unbeschwerte Zeit, daher versuchen die Betroffenen oftmals die negativen Gefühle zu ignorieren oder tun sie als normale Laune während einer Schwangerschaft ab. Doch mitunter kann eine Schwangerschaftsdepression zu einem ernst zu nehmenden Problem werden.

Symptome

Eine Schwangerschaftsdepression lässt sich an ein paar bestimmten Merkmalen erkennen. So

  • können sich die betroffenen Frauen häufig nicht richtig konzentrieren
  • sind sehr nervös
  • leiden unter Ängsten
  • sind oft sehr müde
  • haben Probleme beim Schlafen und
  • fühlen sich unendlich traurig.

Ursachen

Die genaue Ursache für eine Schwangerschaftsdepression konnte bislang nicht geklärt werden. Viele Mediziner sind der Meinung, dass eine Schwangerschaftsdepression durch die Schwangerschaftshormone, die während einer Schwangerschaft verstärkt ausgeschüttet werden, hervorgerufen wird. Dabei treten Stimmungshöhen und Stimmungstiefs auf, die von Frau zu Frau unterschiedlich ausfallen.

Aber auch Probleme mit dem Partner gelten als wichtiger Grund für depressive Verstimmungen. Ebenso können

  • gesundheitliche Probleme bei der Schwangerschaft
  • Stress im Alltag oder am Arbeitsplatz
  • vorangegangene Fehlgeburten oder
  • zurückliegende sexuelle Missbrauchssituationen

zu einer Depression führen. Manchmal spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. So kommt es häufig zu Depressionen, wenn bereits in der Vergangenheit innerhalb der Familie depressive Erkrankungen auftraten.

Vorbeugung

Um einer Schwangerschaftsdepression entgegenzuwirken, ist es ratsam, dass sich die Schwangere bis zur Geburt des Kindes schont und sich nicht zuviel körperlichen und psychischen Stress zumutet. Stattdessen wird empfohlen,

Kümmert sich die Schwangere um sich selbst, sorgt sie auf diese Weise auch für das Baby. Bestehen Sorgen und Ängste, ist es ratsam darüber mit Familienangehörigen oder guten Freunden zu sprechen. Auch der Partner sollte stets miteinbezogen werden, wenn Probleme auftreten.

Behandlung

Gelingt es nach etwa zwei Wochen immer noch nicht, von selbst aus einem Stimmungstief wieder heraus zu kommen, ist es sinnvoll, einen Therapeuten oder eine Familienberatungsstelle wie beispielsweise Pro Familia zu Rate zu ziehen. Sollte eine Therapie erforderlich sein, können bestimmte Antidepressiva auch während der Schwangerschaft eingenommen werden.

In vielen Fällen kommt es bei Frauen, die unter einer Schwangerschaftsdepression leiden, nach der Geburt des Kindes zu einer postnatalen Depression (Wochenbettdepression). Durch eine Therapie während der Schwangerschaft lässt sich diese Gefahr jedoch deutlich verringern.

Sehr hilfreich ist zudem ein gut funktionierendes Netzwerk aus Partner, Familienangehörigen, Freunden, Arzt und Therapeuten, die auch nach der Geburt für Unterstützung sorgen.

Postpartale Stimmungsdepression - Stimmungstief nach der Geburt

Die postpartale oder postnatale Stimmungsdepression wird auch Wochenbettdepression genannt. Man unterscheidet zwischen unterschiedlichen Formen von depressiven Verstimmungen.

Hält eine depressive Verstimmung nur ein paar Tage an, handelt es sich um eine deutlich mildere Verlaufsform, die man als Baby Blues oder Heultage bezeichnet. Ein solches Stimmungstief kann durch die Umstellung der Hormone ausgelöst werden. Dagegen dauert eine postpartale Stimmungsdepression ein paar Wochen oder sogar noch länger an.

In schweren Fällen besteht die Gefahr, dass die Wochenbettdepression chronisch wird und sich zu einer Wochenbettpsychose ausweitet. Empfindet die Betroffene die Geburt ihres Kindes als traumatisch, spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Auch nach Frühgeburten oder gar Totgeburten kann eine depressive Reaktion auftreten. Unter den so genannten Baby Blues leiden ca. 50-70 Prozent der Frauen.

Bei zehn bis fünfzehn Prozent kommt es zu einer postpartalen Stimmungsdepression. Dagegen treten Wochenbettpsychosen nur sehr selten auf.

Ursachen

Ausgelöst werden kann eine postpartale Stimmungsdepression durch verschiedene Ursachen. Dazu gehört vor allem, dass sich die Lebenssituation der Mutter sehr verändert.

Auch

  • Schlafmangel
  • fehlende Ruhe
  • Reizüberflutung sowie
  • die Hormonumstellung

tragen zu dem Entstehen von depressiven Verstimmungen bei. Bestehen zudem Probleme in der Partnerschaft und mangelt es an Unterstützung durch Familie oder Freunde, kann sich eine schwere Wochenbettdepression entwickeln.

Doch nicht immer sind psychische Probleme ausschlaggebend für eine postpartale Stimmungsdepression. So kann es auch durch physische Ursachen wie

zu einer Depression kommen. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass bestimmte Arzneimittel wie zum Beispiel Herzmedikamente, Abstillmittel oder antirheumatische Mittel eine Depression auslösen.

Bestehen zudem bereits während der Schwangerschaft Depressionen, erhöht sich das Risiko, dass es auch nach der Geburt zu einer depressiven Störung kommt. Das Gleiche gilt, wenn schon vor der Schwangerschaft Depressionen auftraten.

Grund für eine posttraumatische Belastungsstörung ist meist das traumatische Wahrnehmen des Geburtsvorganges. Dabei fühlen sich die Betroffenen oft hilflos oder ausgeliefert. Meist wurde das Ereignis der Geburt nicht genügend verarbeitet.

Symptome

Charakteristisch für einen Baby Blues oder eine postpartale Stimmungsdepression sind

  • Stimmungsschwankungen
  • erhöhte Nervosität sowie
  • Überempfindlichkeit.

Im weiteren Verlauf kann es zu

  • Schuldgefühlen
  • Niedergeschlagenheit
  • Schlafproblemen
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit und
  • Konzentrationsstörungen

kommen.

Während der Baby Blues seinen Höhepunkt nach fünf Tagen erreicht und nach ungefähr zehn Tagen wieder abklingt, entwickelt sich eine ernst zu nehmende Wochenbettdepression dagegen langsam und schleichend nach ein paar Wochen.

Diagnose

Um eine postpartale Stimmungsdepression zu diagnostizieren, greift man auf einen speziellen Fragebogen zurück. Dabei handelt es sich um den so genannten Edinburgh Postpartum Depression Scale, der dazu dient, Anzeichen einer Depression zu beurteilen. Er enthält zehn Fragen, die sich mit dem seelischen Befinden der Mutter nach der Geburt beschäftigen.

Behandlung

Handelt es sich um einen Baby Blues, ist meist keine Psychotherapie erforderlich. In der Regel wird die Betroffene vom Hausarzt oder Frauenarzt beraten.

Bei schweren Fällen muss jedoch ein Psychotherapeut konsultiert werden. Manchmal kann auch eine stationäre Behandlung notwendig sein.

Eine wichtige Rolle bei der Überwindung einer Wochenbettdepression spielen auch die Familenangehörigen. Als beste Vorbeugung gegen eine postpartale Stimmungsdepression gilt ein fester sozialer Rückhalt. Daher ist die verstärkte Unterstützung des Partners oder der Angehörigen überaus wichtig.

Quellen:

  • Kwame MacKenzie: Depression, Dorling Kindersley Verlag Starnberg, 2002, ISBN 3831002762
  • Siegfried Kasper: Depression, Diagnostik und Therapie, Urban & Vogel, 2000, ISBN 386094116X
  • Manfred Wolfersdorf: Depressionen erkennen, verstehen, behandeln. Ratschlag, Psychiatrie-Verlag, 2001, ISBN 3884142461
  • Günter Gerhardt und Svenja Niescken: Depressionen: Mehr als nur ein Stimmungstief, Trias, 2003, ISBN 3830431090
  • Anke Rohde und Andreas Marneros: Die vielen Gesichter der Depression, Uni-Med, Bremen, 2001, ISBN 389599510X
  • Aaron T. Beck, A. J. Rush und Brian F. Shaw: Kognitive Therapie der Depression, Beltz, 2001, ISBN 3407220235
  • Serge K. D. Sulz: Verständnis und Therapie der Depression, Reinhardt, München, 1999, ISBN 3497010812
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Theresa Förg: BASICS Pädiatrie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437422197

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Depression © Eric Simard - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema