Das Dengue-Virus bekämpfen: Neuer Antikörper könnte zum Impfstoff werden

Forscher legen ihre Hoffnung in einen neuen Wirkstoff, welcher der gefährlichen Krankheit entgegenwirken soll

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  • von Paradisi-Redaktion
Mückenstich - Moskito oder Mücke auf menschlicher Haut

Das Dengue-Fieber ist nicht so bekannt wie Malaria und doch handelt es sich dabei um eine gefährliche Infektionskrankheit. Der Dengue-Virus nistet sich in der Tigermücke ein und kann durch einen Stich des Insekts auch auf den Menschen übertragen werden.

Die Folge ist eine Tropenerkrankung mit hohem Fieber und Schmerzen. Jedes Jahr infizieren sich weltweit zwischen 50 und 100 Millionen Personen. Obwohl das Dengue-Fieber seltener als Malaria tödlich endet, kommt es dennoch zu rund 20.000 Todesfällen jedes Jahr.

2D22 als Hoffnungsträger

Forscher weltweit arbeiten an Wegen, das Dengue-Virus zu bekämpfen und damit die Gefahr für die Menschheit zu bannen. Bisher gibt es jedoch keinen wirksamen Impfstoff. Der beste Kandidat, der bisher erprobt wurde, bringt einen Schutz von 56 Prozent und hilft demnach nur rund jedem zweiten Patienten. Das ist für eine effektive Impfung nicht ausreichend.

Vor kurzer Zeit ist ein Forscherteam jedoch auf einen spezifischen Antikörper aufmerksam geworden, der sich in Zukunft als nützlich erweisen könnte. Bisher trägt er nur den Wirkstoffnamen "2D22".

Risiko für Folgeerkrankungen

Die Wissenschaftler testeten 2D22 im Tierversuch an Mäusen. Dabei zeigte sich, dass der aktive Antikörper tatsächlich wichtige Eiweiße auf der Oberfläche der Dengue-Virus angreift und diese zerstört. Im Körper der Mäuse führte das dazu, dass die Viren nicht mehr effektiv in die Körperzellen eindringen konnten. Damit wurde eine Infektion des Körpers verhindert.

Die Experimente zeigten außerdem, dass 2D22 während seiner Arbeit keine Kreuzreaktion verursacht. Kreuzreaktionen sind sehr gefürchtet. Während der Patient durch einen Virus geschwächt ist, haben es auch andere Erreger leichter und können in den Körper eindringen.

Wer also am Dengue-Fieber leidet, ist während der Infektion anfällig für andere Krankheiten wie Gelbfieber. Auch die Ansteckung mit einer anderen Form des Dengue-Virus ist möglich, denn es gibt verschiedene Genotypen. Die Mäuse im Versuch zeigten jedoch keine Kreuzreaktionen.

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  • Bildnachweis: Mosquito sucking blood, macro photo © Henrik Larsson - www.fotolia.de

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