23. März 2011
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in der Bundesrepublik und weist eine erschreckend hohe Sterblichkeitsrate auf. Dabei steht bei dieser Krebsform einer Früherkennung wenig im Wege.
Nach Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern sind Geschwulste im Dickdarm die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Jedes Jahr erkranken laut dem Robert-Koch-Institut 36.000 Männer und 32.000 Frauen am kolorektalen Karzinom, dem sogenannten Darmkrebs.
Im Gegensatz zu vielen anderen Krebserkrankungen ist es bei Darmkrebs eine frühe Diagnose und eine erfolgreiche Behandlung der Krebsvorstufen möglich. Das liegt daran, dass Darmkrebs sich in der Regel über Jahre und Jahrzehnte hinweg entwickelt. Der Ursprung liegt bei zunächst gutartigen Darmpolypen, deren Zellen mit der Zeit entarten können.
Im Anfangsstadium sind Darmpolypen zunächst unauffällig. Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier ist jedoch ein wichtiger Hinweis, der ernst genommen und mit einem Arzt besprochen werden sollte. Auch sehr dünner Stuhl kann ein Zeichen für Wucherungen im Darm sein. In vielen Fällen ist das Blut im Stuhl jedoch auch nicht mit dem Auge sichtbar, sodass erst eine Stuhluntersuchung im Labor Aufschluss gibt. Hier können auch bestimmte Stoffwechselprodukte im Stuhl ausfindig gemacht werden, die auf eine Krebserkrankung hindeuten - sogenannte Tumormarker.
Wenn sich der Verdacht auf Darmkrebs oder eine seiner Vorstufen bestätigt, wird eine Darmspiegelung durchgeführt. Dank moderner Medizintechnik ist es inzwischen möglich, dabei direkt die Darmpolypen und eventuelles Tumorgewebe zu entfernen, wenn der Krebs früh genug erkannt wurde.
Das bedeutet auch, dass Darmkrebs bei frühzeitiger Erkennung zu beinahe 100 Prozent heilbar ist. Noch handelt es sich allerdings um die Krebsform mit der zweithöchsten Sterblichkeitsrate, da es bisher an flächendeckenden Vorsorgeuntersuchungen mangelt. Das ändert sich langsam, aber stetig. Um sein eigenes Leben zu schützen, sollte jeder Einzelne die Vorsorgeuntersuchungen ab einem Alter von 50 Jahren wahrnehmen - bei familiärer Vorbelastung auch früher. Denn wer nicht zu viel Zeit verstreichen lässt, kann damit sein Leben retten.
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