Dünndarmentzündung (Enteritis) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Dünndarmentzündung zählt zu den Durchfallerkrankungen. In manchen Fällen ist eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika erforderlich.

Die Entstehung einer Dünndarmentzündung und wie man sie behandeln und erkennen kann

In der Medizin bezeichnet man eine Darmentzündung auch als Enteritis. Gemeint ist damit eine Entzündung des Dünndarms. Liegt auch eine Beteiligung des Dickdarms oder des Magens vor, spricht man von einer Enterokolitis bzw. Gastroenteritis.

Eine Darmentzündung kann sowohl akut sein als auch einen chronischen Verlauf nehmen. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine akute Enteritis, für die entweder Bakterien oder Viren verantwortlich sind.

Ursachen

Hervorgerufen wird eine Dünndarmentzündung von Mikroorganismen wie Bakterien und Viren oder auch von Pilzen. Grund dafür kann eine Vermehrung von körpereigenen Darmbakterien sein.

Genauso gut ist aber auch eine Infektion mit Krankheitserregern möglich. Mitunter wird eine Darmentzündung durch Autoimmunkrankheiten oder Allergien ausgelöst, ebenso Durchblutungsstörungen und schleimhautschädigende Medikamente können dazu führen.

Auch die Zöliakie kann zu einer Dünndarmentzündung führen. Dabei handelt es sich um eine Unverträglichkeit von Gluten, einem Getreideeiweiß.

Zu den häufigsten bakteriellen Verursachern einer Enteritis gehören

Virale Auslöser sind vor allem

Manchmal lösen auch

eine Dünndarmentzündung aus. Durch das Eindringen der Keime in die Enterozyten, die Darmzellen, wird eine Entzündungsreaktion des Körpers hervorgerufen. Die befallenen Enterozyten werden dann von den Abwehrzellen des Organismus attackiert und in ihrer Funktion behindert oder sogar zerstört.

Kommt es zu einer Darmentzündung, kann der Darm seiner Tätigkeit nicht mehr ausreichend nachgehen. Im Normalfall werden Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate von den Verdauungssäften aufgespalten, damit der Körper sie verwerten kann.

Bei einer Enteritis ist dieser Ablauf jedoch gestört. So reagiert der Darm auf eingedrungene Krankheitserreger mit Durchfall.

Eine spezielle Form der Darmentzündung stellen die chronischen Darmleiden Morbus Crohn und Colitis ulcerosa dar, deren genaue Ursachen jedoch unbekannt sind.

Symptome

Ein typisches Merkmal von Dünndarmentzündungen ist Durchfall. Darüber hinaus kann es zu

kommen. Bei einer Beteiligung des Magens leiden die Betroffenen zudem unter Übelkeit und Erbrechen. Als weiteres Anzeichen für eine Darmentzündung gelten Blut oder Schleim im Stuhl.

Wird dem Körper im Verlauf der Krankheit immer mehr Flüssigkeit und Salz entzogen, kann dies zu einer Dehydrierung sowie zu einer Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts führen, was wiederum

zur Folge hat. Sogar ein Kreislaufschock ist im Bereich des Möglichen.

Diagnose

In den meisten Fällen dauert eine Enteritis nur etwa drei Tage und heilt ohne Behandlung wieder ab. Kommt es jedoch zu einem vermehrten Verlust von Flüssigkeit, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Tritt die Erkrankung nach einer Auslandsreise auf und besteht der Verdacht, dass sie von Bakterien oder Parasiten ausgelöst wurde, ist es wichtig, den Erreger im Stuhl nachzuweisen.

Handelt es sich bei den Auslösern dagegen um Viren, was vor allem bei Kindern häufig vorkommt, verzichtet man dagegen auf den Nachweis der Erreger. Hält der Durchfall länger als drei Tage an, muss abgeklärt werden, ob eventuell eine chronisch entzündliche Darmkrankheit wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn vorliegt.

Auch hormonelle Faktoren oder ein Tumor im Darm können chronischen Durchfall verursachen. Gefährdet für Komplikationen durch eine Enteritis sind vor allem Babys und Kleinkinder, aufgrund ihres hohen Körperwasseranteils.

So besteht die Gefahr, dass es nach starkem Durchfall zu Kreislaufstörungen oder Störungen bei der Blutzusammensetzung kommt. Tritt zunehmender Bewusstseinsverlust bei einem erkrankten Kind auf, muss umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Behandlung

Mit Medikamenten

Wird die Darmentzündung von Bakterien verursacht, erfolgt eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika. Dabei kommen vor allem

  • Ciprofloxacin
  • Trimetoprim-Sulfametoxazol oder
  • Metronidazol

zum Einsatz. Gegen akuten Durchfall können zudem Durchfallmittel wie Loperamid eingenommen werden. Loperamid zählt zu den Opioiden und entfaltet seine Wirkung lokal im Darm. Allerdings unterdrückt es auch die Darmtätigkeit, sodass die Einnahme des Mittels nur eingeschränkt zu empfehlen ist.

Leidet der Patient unter der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn, verabreicht man ihm Kortison. Als Mittel der Wahl gilt Budesonid. Des Weiteren kann der Wirkstoff Sulfasalazin zur Anwendung kommen.

Bei Colitis ulcerosa erfolgt die Gabe von entzündungshemmenden Präparaten, die den Schub der Erkrankung abmildern. Dazu gehören

  • 5-Aminosalicylsäure
  • Kortison wie Prednisolon sowie
  • Immunsuppressiva wie Ciclosporin A oder Azathioprin.

Ohne Medikamente

Nicht immer ist bei einer Enteritis die Einnahme von Medikamenten erforderlich. Wird die Darmentzündung von Viren verursacht, sind Antibiotika ohnehin unwirksam. Oftmals heilt eine Enteritis jedoch von selbst wieder ab.

Wichtig ist, während einer Darmentzündung reichlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um einer Austrocknung des Körpers entgegenzuwirken. Für die Flüssigkeitszufuhr empfohlen werden leicht gesalzene Brühe sowie gesüßter Tee. In der Apotheke sind auch spezielle Elektrolytlösungen erhältlich.

Liegt eine Zöliakie vor, so muss auf eine glutenfreie Ernährung geachtet werden. Zu den glutenfreien Getreidesorten zählen

Verzichten sollte man auf

Naturheilmittel

Auch die Natur hält einige Mittel bereit, die bei einer Dünndarmentzündung hilfreich sind, dazu zählen

Als empfehlenswertes homöopathisches Mittel gilt Kalium chloratum.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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