7. Februar 2012
Menschen, die unter Störungen der Nierenfunktion leiden, müssen bei dem Gebrauch von Medikamenten sehr vorsichtig sein. So können geschädigte Nieren eingenommene Arzneimittel nur eingeschränkt wieder ausscheiden.
Das Ausscheiden zahlreicher Arzneimittel erfolgt über die Nieren. Bestehen jedoch Störungen der Nierenfunktionen, lässt sich dieser Vorgang vom Organismus nur noch eingeschränkt durchführen. Dies hat zur Folge, dass die Stoffe der Medikamente länger im Blut verbleiben als ursprünglich gewünscht. Patienten, die unter Nierenschwäche leiden, müssen daher beim Umgang mit Arzneimitteln äußerst vorsichtig sein. So sollte schon bei Bagatellerkrankungen wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Erkältung oder Husten ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Normalerweise sind Nieren und Leber für den Abbau von körpereigenen Abfallstoffen oder körperfremden Substanzen wie Medikamenten zuständig. Bei manchen Stoffen wird diese Funktion auch allein von den Nieren ausgeführt. Da bei einer Nierenschwäche die Substanzen länger im Blut bleiben, hält die Wirkung der Medikamente auch länger und intensiver an. Darüber hinaus besteht die Gefahr von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen. Sogar eine Überdosierung ist im Bereich des Möglichen, wenn sich ein bestimmtes Medikament immer weiter im Körper ansammelt.
Aufgrund dieser Probleme benötigen Menschen, die an Nierenschwäche leiden, eine geringere Dosierung von Arzneimitteln als gesunde Menschen.
Bei Nierenpatienten kann es sogar erforderlich sein, bereits für einfache Schmerzmittel gegen Kopfweh die richtige Dosierung zu ermitteln. Wie hoch diese Dosis ausfällt, ist von Patient zu Patient verschieden und hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören vor allem das Ausmaß der Nierenerkrankung, das Geschlecht, das Alter und das Körpergewicht.
Als wichtiger Wert, um den persönlichen Korrekturfaktor zu berechnen, gilt die Kreatinin-Clearance. Dabei handelt es sich um einen Wert, der über die Filtrationsleistung der Nieren informiert.
Zur optimalen Anpassung der Medikamentendosis im Falle einer Nierenfunktionsstörung kommen zwei Möglichkeiten in Betracht. Bei der ersten Variante nimmt der Patient das Mittel ebenso oft ein, wie andere Menschen auch. Allerdings fällt dabei die Dosis niedriger aus. Ist es notwendig, das entsprechende Arzneimittel ständig einzunehmen, überprüft man regelmäßig die Menge des Wirkstoffes im Blut. Falls erforderlich, wird eine Anpassung durchgeführt. In den meisten Fällen erhält man die Arzneimittel bereits in verschiedenen Dosen. Zahlreiche Tabletten können zudem geteilt werden.
Die zweite Möglichkeit ist, das Mittel in der gleichen Menge einzunehmen, wie dies auch Menschen ohne Nierenfunktionsstörung tun. Da der Wirkstoff jedoch länger im Körper bleibt, darf das Medikament nicht zu oft verabreicht werden.
Bei welchen Medikamenten eine Änderung der Dosis nötig ist und bei welchen nicht, ist unterschiedlich. Anhand von Tabellen sowie den individuellen Nierenwerten kann der behandelnde Arzt die passende Dosis errechnen.
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